Allgemeine Berichte | 12.06.2026

Der Bonner Stadtrat hat ein erstes Maßnahmenpaket zum städtischen Verkehr beschlossen

Nach Sperrung der Nordbrücke: Kostenloser ÖPNV ab 15. Juni

Symbolbild. Foto: Pixabay

Bonn. Der Bonner Stadtrat hat am Donnerstag, dem 11. Juni 2026, ein erstes Maßnahmenpaket mit neun Punkten verabschiedet, um die verkehrlichen Folgen der Sperrung der Nordbrücke (A565/Friedrich-Ebert-Brücke) abzumildern. Dieses Paket wurde von der Verwaltung als Dringlichkeitsbeschluss vorgelegt, nachdem die Autobahn GmbH des Bundes die Brücke am 3. Juni unerwartet gesperrt hatte.

Oberbürgermeister Guido Déus äußerte seinen Dank an den Stadtrat für den Beschluss. Déus betonte die Ernsthaftigkeit der Lage und die Unsicherheit über die Dauer und den Umfang der Brückensperrung. Er erklärte, dass es oberste Priorität sei, den Verkehr in Bonn und der Region wieder in Bewegung zu bringen. Ein Schwerpunkt liege auf der Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und der Erleichterung des Umstiegs dorthin, um den Straßenverkehr zu entlasten.

Ein wesentlicher Bestandteil der Maßnahmen ist die Einrichtung eines kostenlosen Park-and-Ride-Platzes (P&R) auf der Pützchens Markt Wiese, der seit dem 8. Juni 2026 zur Verfügung steht. Die SWB Bus und Bahn haben einen Shuttle-Service zur Linie 66 in Vilich eingerichtet, der von Montag bis Samstag in einem 10-Minuten-Takt verkehrt. Diese Maßnahme endet am 19. Juli 2026, da ab diesem Datum die Aufbauarbeiten für den Pützchens Markt beginnen.

Die Verwaltung prüft derzeit weitere Flächen für P&R-Angebote in der Nähe von Autobahnabfahrten mit ÖPNV-Anschluss im Bonner Stadtgebiet und im Rhein-Sieg-Kreis. Ein Ziel ist es, mehr Umstiege in den ÖPNV zu ermöglichen und somit die Straßen zu entlasten. Zu den potenziellen Standorten gehört der Parkplatz am Telekom Dome.

Um den Umstieg auf den ÖPNV attraktiver zu machen, werden verschiedene Maßnahmen erwogen, um den Busverkehr zu beschleunigen, der derzeit oft im Stau stecken bleibt. Die Breite der Gleis-Trasse auf der Kennedybrücke wird auf die Möglichkeit geprüft, Busse zuzulassen. Der ÖPNV soll im Bonner Stadtgebiet vom 15. Juni bis Ende Juni 2026 kostenlos sein, ohne Erstattung für bestehende Abonnements. Die Kosten dafür werden auf etwa 350.000 Euro pro Woche geschätzt.

Die Umweltspur auf dem Hermann-Wandersleb-Ring wird in eine Busspur umgewandelt, wovon sowohl reguläre Buslinien als auch der geplante Shuttle-Verkehr profitieren sollen. Der Radverkehr wird auf Parallelrouten umgeleitet, wobei Maßnahmen zur sicheren und attraktiven Radverkehrsführung priorisiert werden.

Zur Verbesserung des motorisierten Individualverkehrs sollen Engpässe beseitigt und die Anzahl der Fahrspuren erhöht werden, wodurch die Kapazitäten einzelner Strecken gesteigert werden. Temporäre Maßnahmen beinhalten die Herstellung von Zwei-Spurigkeit auf Teilen der B56 und die Beendigung eines Verkehrsversuchs auf der Adenauerallee zugunsten einer vierspurigen Verkehrsführung. Die Datenerhebung zur Beobachtung der Verkehrsmengen wird fortgeführt.

Geplante Baumaßnahmen wie die Fahrbahnerneuerung auf der Willy-Brandt-Straße wurden verschoben, und die Möglichkeit einer Verschiebung der Wartungsarbeiten im Godesberger Straßentunnel wird geprüft. Schülerverkehre wurden sichergestellt, und Anpassungen bei Buslinien vorgenommen. Um den Begegnungsverkehr mit Bussen zu verbessern, werden Abschnitte von Schräg- in Längsparken umgewandelt.

Die Stadtverwaltung hat Homeoffice-Regelungen für städtische Mitarbeitende ausgeweitet und zusätzliche Desk-Sharing-Arbeitsplätze geschaffen. Arbeitgeber in der Region wurden im Rahmen von moveBonn über Maßnahmen informiert. Feuerwehr, Rettungsdienst und kommunaler Ordnungsdienst haben ihre Einsatzkonzepte angepasst. Die Einsatzzeiten der Müllabfuhr beginnen nun um 5 Uhr statt um 6 Uhr.

Zur Ausweitung der Fährverkehre finden weitere Gespräche statt. Die Mondorfer Fähre hat ihre Betriebszeiten erweitert, und eine zweite Fähre ist während der Stoßzeiten im Einsatz. Die Godesberger Fähre hat ebenfalls verlängerte Betriebszeiten, wobei eine zweite Fähre hier nicht geplant ist.BA

Symbolbild. Foto: Pixabay

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