Allgemeine Berichte | 18.11.2025

Energiemanagement in der Praxis:

So sparen Schulen Strom und Wärmeenergie

Energiesparen in der Schule ist eine Teamleistung. Das haben beim Ortstermin im Heizungskeller der Heinrich-Roth-Schule die Beteiligten unter Beweis gestellt. Mit dabei waren (v.l.) Thilo Walet und Michelle Najmula vom Energie-Team, Alexander Kuhn von der Energieagentur RLP, Johannes Noll und Markus Felsing (Energie-Team), Bürgermeister Ulrich Richter-Hopprich, Hausmeister Christian Ihl sowie Schulleiter Franz-Josef Gerz. Foto: VG Montabaur / Anna-Sophia Krummeich)

Montabaur. Kommunales Energiemanagement – klingt kompliziert, ist aber lebensnah und bringt viel. Das zeigen die Beispiele von drei Schulen in der Verbandsgemeinde (VG) Montabaur, die ohne große Investitionen, aber durch eine Vielzahl konsequent durchgeführter Maßnahmen den Energieverbrauch bei Strom und Wärme um 30% senken konnten.

Das spart nicht nur bares Geld, sondern auch klimaschädliche CO2-Emmissionen. Als erste Kommune in Rheinland-Pfalz wurde die VG Montabaur nach dem bundesweit einheitlichen Standard Kom.EMS zertifiziert. Bürgermeister Ulrich Richter-Hopprich dankte dem Energie-Team der Verwaltung und ebenso den Schulhausmeistern, „die mit ihrem Einsatz diesen Erfolg möglich gemacht haben.“

Verbrauch ermitteln und beobachten

Schon seit 2012 erfasst die VG-Verwaltung die Verbrauchswerte für Strom, Wärme und Wasser an den insgesamt 11 Schulen in ihrer Trägerschaft der VG Montabaur. Das Ziel ist es, Energie zu sparen und damit Betriebskosten zu senken. Im Rahmen der Zertifizierung wurde nun eine neue Software angeschafft, die diese Daten zusammenführt und ein ständiges Monitoring ermöglicht.

Im Fokus standen zunächst die Heinrich-Roth-Realschule plus und die Joseph-Kehrein-Grundschule in Montabaur sowie die Freiherr-vom-Stein-Realschule plus in Nentershausen.

Betrachtungszeitraum waren die Jahre 2021-24. „Es ist alles eine Frage der Einstellung“, sagt VG Energiemanager Thilo Walet, der damit sowohl die Steuereinheiten der Heizungen meint, als auch das Engagement der Schulhausmeister.

„Das sind unsere Fachleute vor Ort für die jeweiligen Anlagen und für die Nutzung der Gebäude.“ Energiesparen funktioniert allerdings nur, wenn die ganze Schulgemeinschaft mitzieht, also Schüler, Lehrer und Schulleitung dahinter stehen. „Das klappt inzwischen gut“, so das Lob des Energiemanagers.

Heizung richtig einstellen

In früheren Jahren wurden in den Schulen die Heizungen im Herbst einfach angeschaltet und liefen dann bis zum Frühjahr durch. Die größten Einsparungserfolge erzielte Walet in Zusammenarbeit mit den drei Hausmeistern, durch den Abgleich der Heizungssteuerung mit der Gebäudenutzung.

„Wir wissen, welche Räume in der Schule wann und wie genutzt werden. Also haben wir die Heizungen im Detail so programmiert, dass die Räume nur dann beheizt werden, wenn sie auch wirklich genutzt werden. Abends, nachts, am Wochenende und in den Ferien reicht eine Grundtemperatur aus, damit das Gebäude nicht zu stark auskühlt.“

Nachdem diese Programmierung einmal vorgenommen war, haben die Hausmeister „nur“ noch kontrolliert, ob die Einstellungen auch tatsächlich zum Schulbetrieb passen und niemand frieren muss.

Neue Heizungsventile

Ein weiteres Erfolgselement sind die Heizungsventile. Sie wurden in allen Schulen schrittweise durch so genannte „Behördenventile“ ersetzt. Diese können nur noch mit Spezialwerkzeugen verstellt werden – und das haben nur die Hausmeister.

„Früher haben Schüler oder Lehrer die Heizung voll aufgedreht und wenn es zu warm wurde, das Fenster geöffnet. Beim Verlassen des Raumes wurde nicht daran gedacht, die Heizung wieder runter zu drehen. Jetzt bringen die Thermostate in Kombination mit den Lüftungsanlagen eine gleichmäßige Raumtemperatur“, berichtet Christian Ihl, Hausmeister an der Heinrich-Roth-Realschule plus in Montabaur.

Die Lüftungsanlagen sorgen für eine kontrollierte Be- und Endlüftung der Klassenräume. Dadurch entfällt das Lüften durch geöffnete Fenster. Außerdem messen die Anlagen permanent die Raumtemperatur. „So haben wir stets einen guten Überblick, ob die Einstellungen von Heizung und Lüftung passend eingestellt sind“, erklärt Thilo Walet.

Heinrich-Roth-Realschule plus in Montabaur

Die Schule hat einen Schwerpunkt als Ganztagsschule und wird abends oft von der vhs genutzt. „Als wir uns die Belegungspläne für die Abendstunden angesehen haben, haben wir festgestellt, dass sich die genutzten Räume in drei Heizkreisen befinden.

Jetzt haben wir die Kurse alle in einen Heizkreis gelegt und können die anderen beiden nach Schulschluss herunterregeln. Das spart enorm“, berichtet Hausmeister Christian Ihl. In den Fluren der Schule gibt es überall Bewegungsmelder und die Beleuchtung wurde auf sparsame LEDs umgestellt.

„Es sind viele kleine Maßnahmen, die wir getroffen haben, die einzeln keine enormen Einsparungen bringen. Aber in Summe macht sich das bemerkbar“, stellt der Energiemanager Walet fest. Insgesamt wurde so in von 2021 bis 2024 36% der Wärmeenergie eingespart, was eine Kostenersparnis von mehr als 24.000 Euro bedeutet.

Joseph-Kehrein-Schule in Montabaur

Die Grundschule in der Montabaurer Innenstadt verfügt über eine alte Heizungsanlage, deren Steuerung kaum Optionen für eine Programmierung bot und teilweise kaputt war. Die Phase der Kom.EMS-Zertifizierung hat gezeigt, dass ohne eine moderne Steuerung mit differenzierten Einstellungsmöglichkeiten kaum Optimierungen zu erreichen sind.

Deshalb wurde die Heizung in diesem Herbst mit einer neuen Steuerung ausgestattet. „Davon versprechen wir uns viel“, so Walet. Schließlich muss Hausmeister Armin Stoffels nicht nur die beiden Schulgebäude sondern auch die Turnhalle auf Temperatur halten.

Diese wird abends und an den Wochenenden von Vereinen genutzt. Die Halle wird kombiniert mit Deckenstrahlern und der Standardheizung beheizt; hier hilft die neue Steuerung beide Heizsysteme miteinander zu verbinden.

Freiherr-vom-Stein-Realschule plus in Nentershausen

Die Schule wurde mehrfach als „Digitale Schule“ ausgezeichnet. Durch die Computer, Smartboards, Netzwerke und vieles andere mehr ist der Stromverbrauch der Schule in den letzten Jahren gewachsen. Dafür ist es im Zuge der Kom.EMS-Zertifizierung gelungen, durch digitale Gebäudeleitechnik Energie einzusparen. Anders als seine beiden Kollegen Ihl und Stoffels muss Hausmeister Markus Hummer nicht mehr in den Heizungskeller gehen, wenn er die Heizung entsprechend der Gebäudenutzung programmieren will.

Das kann er dank der neuen Software von seinem Büro aus machen. „Das Programm kontrolliert die Verbrauchswerte fortlaufend. Anhand der Daten kann der Hausmeister dann die Einstellungen anpassen. So hat sich die Anschaffung schnell ausgezahlt“, erklärt Thilo Walet.

Energiemanagement als Daueraufgabe

Die Einsparerfolge bei den drei Schulen motivieren das Energie-Team der VG-Verwaltung, das Kom.EMS-System auch auf andere Gebäude der VG auszuweiten; zunächst auf alle Schulen, dann auf die Feuerwehrgerätehäuser und später auch auf die Liegenschaften der Stadt und der Ortsgemeinden.

Auch gilt es, die erreichten Werte zu halten und weiter zu verbessern. „Das ist für uns eine Daueraufgabe“, sagen Markus Felsing, Johannes Noll, Michelle Najmula und Thilos Walet unisono. Die erste Re-Zertifizierung steht bereits in zwei Jahren an. Unterstützt wird das Team von Energieagentur Rheinland-Pfalz, die die Einführung von Kom.EMS landesweit betreut und vorantreibt. Pressemeldung VG Montabaur

Energiesparen in der Schule ist eine Teamleistung. Das haben beim Ortstermin im Heizungskeller der Heinrich-Roth-Schule die Beteiligten unter Beweis gestellt. Mit dabei waren (v.l.) Thilo Walet und Michelle Najmula vom Energie-Team, Alexander Kuhn von der Energieagentur RLP, Johannes Noll und Markus Felsing (Energie-Team), Bürgermeister Ulrich Richter-Hopprich, Hausmeister Christian Ihl sowie Schulleiter Franz-Josef Gerz. Foto: VG Montabaur / Anna-Sophia Krummeich)

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Schmitz, P: Die illegale Abfallentsorgung nimmt leider Überhand. Habe schon mehrere Male Firmenmitarbeiter von ausländische klingenden Firmen bei mir am Glas Container in der Straße aufgefordert ihren Müll wieder au zu laden.

Immer mehr Vandalismus in Bad Neuenahr-Ahrweiler

  • Schmitz, P: Leider gibt es in Deutschland viel zu wenige Kameras zur Videoüberwachung von öffentlichen Einrichtungen. Überall sonst in Europa ist das kein Problem.
  • Jürgen Stark : Diejenige, die es betrifft lesen den Artikel eh nicht und es ist ihnen egal.
  • MädchenMom: Aus pädagogischer, gesellschaftlicher und gleichstellungsbezogener Perspektive halte ich eine geschlechtsbezogene Ausgrenzung in der Kinder- und Jugendarbeit für problematisch. In einer modernen Gesellschaft,...
Daueranzeige 2026
Kirmes in Weißenthurm
Koblenzer Fashion Show
Innovatives rund um Andernach
Koblenz Fashion Show
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606  - CommodityNahe_BA_Rheinschiene
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0313#
Empfohlene Artikel
Radeln für die Zukunft: Montabaur setzt ein Zeichen
49

Montabaur. Der ADFC Kreisverband Westerwald e.V. hat zum dritten Mal erfolgreich eine Demonstration mit Groß-/Eltern und Kindern für mehr und sichere Radwege organisiert. Die Stadtbürgermeisterin Melanie Leicher und der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Montabaur, Dr. Hans Ulrich Richter-Hopprich, unterstützen die Initiative.

Weiterlesen

Sie freuen sich über das neu entstandene Angebot in der Innenstadt: (v.l.) Christian Daum vom Bauhof, Stadtbürgermeisterin Melanie Leicher und Karin Maas, die Leiterin der Tourist-Information.
43

Montabaur. Die Stadt Montabaur baut ihr Angebot für Fahrradfahrer aus: Gegenüber dem historischen Rathauses an der Ecke Sauertalstraße / Großer Markt steht ab sofort eine neue E-Bike-Ladestation zur Verfügung. Hier können bis zu vier Elektroräder gleichzeitig kostenlos aufgeladen werden.

Weiterlesen

Radfahren im Hohen Westerwald bietet viele attraktive Ausflugsziele und der RadBus bringt Naturfreunde bequem zu den besten Startpunkten.
68

Region. Seit April sind die 22 RadBus-Linien in Rheinland-Pfalz wieder unterwegs und bringen Ausflügler bequem zu den schönsten Rad- und Wanderregionen des Landes. Die Linie 466 RadBus „Hoher Westerwald“ verbindet die Städte Koblenz, Montabaur, Westerburg und Rennerod. An Samstagen, Sonn- und Feiertagen können Fahrradfans und Naturfreunde zu vier täglichen Abfahrtszeiten auf Tour gehen und abwechslungsreiche Strecken im Westerwald entdecken.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Foto: Kaikoro – Adobe Stock
403

Köln. Auf der A4 in Richtung Heerlen/Aachen zwischen Köln-Klettenberg und dem Kreuz Köln-West ist die Fahrbahn zurzeit auf zwei Fahrstreifen verengt. Wie der ADAC meldet, ist ein Feuerwehreinsatz ursächlich für die Sperrung eines der Fahrstreifen. BA

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
47

45-Jähriger wehrte sich gegen polizeiliche Maßnahmen und Behandlung durch Rettungsdienst

23.05.: Neuwied: E-Scooterfahrer stürzt und zieht sich schwere Kopfverletzungen zu

Neuwied. Am Samstagmittag, 23.05.2026, wurde der Polizei Neuwied ein Verkehrsunfall mit einem alleinbeteiligten E-Scooter-Fahrer im Bereich Neuwied-Niederbieber gemeldet. Vor Ort stellte sich heraus, dass der 45-jährige Neuwieder ohne Fremdbeteiligung zu Fall gekommen und auf den Kopf gestürzt sein dürfte.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
35

Mechernich. Am Freitagnachmittag (22. Mai) fiel ein 25-jähriger mechernicher Fahrzeugführer auf, nachdem er von Zülpich kommend in Richtung Kall in Schlangenlinien fahrend angehalten und kontrolliert werden konnte. Hierbei stellte die kontrollierende Streifenwagenbesatzung fest, dass der junge Mann nicht im Besitz der erforderlichen Fahrerlaubnis war und unter Drogeneinfluss stand.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Dauerauftrag 2026
Regionales aus Ihrem Hofladen
Gesundheitsmagazin im Kreis Ahrweiler
Gesundheitsmagazin AW
Gesundheitsmagazin im Kreis Ahrweiler
Gesundheitsmagazin im Kreis Ahrweiler
Innovatives rund um Andernach
Kirmes in Weißenthurm
Rigomagvs-Fest
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, Mai 2026
Stellenanzeige
Betreuungskraft
Brunnenfest
Tag der offenen Tür der FFW Oberwinter, 30.05.26
Hafenkonzert Brohl
Brohler Hafenfest
JGV-Fest Ringen-Bölingen
Stellenanzeige Verkäufer/in