Allgemeine Berichte | 15.07.2026

Waldferien in Montabaur begeistern rund 65 Kinder

Zwischen Baumwipfeln und Wildtierfährten

Stadtbürgermeisterin Melanie Leicher ließ es sich nicht nehmen, die Waldferien zu besuchen und die Kinder gemeinsam mit dem Betreuungsteam im Wald zu begrüßen.

Montabaur. Mut beweisen, gemeinsam Abenteuer erleben und den Wald als einzigartigen Lebensraum entdecken: Rund 65 Kinder verbrachten bei den Waldferien in Montabaur eine Woche voller Naturerlebnisse – und wuchsen dabei nicht nur auf den Bäumen über sich hinaus.

Vom 29. Juni bis 4. Juli verwandelte sich der Stadtwald rund um die Grillhütte in Montabaur-Horressen erneut in ein großes Waldklassenzimmer und einen außergewöhnlichen Abenteuerspielplatz. In zwei Gruppen verbrachten die Kinder drei Tage im Wald. Die Nachfrage war so groß, dass auch in diesem Jahr eine Warteliste geführt werden musste.

Unter der Leitung der staatlich zertifizierten Waldpädagogin Victoria Mayer gestaltete ein engagiertes Team gemeinsam mit dem Forstwirt und staatlich zertifizierten Waldpädagogen Marcel Wilhelmi vom Forstrevier Montabaur-Ahrbach ein abwechslungsreiches Programm. Während im vergangenen Jahr das Wetter einige Herausforderungen bereithielt, zeigte sich der Sommer diesmal von seiner besten Seite. Sonnenschein und angenehme Temperaturen sorgten für ideale Bedingungen.

Abenteuer in luftiger Höhe

Bereits vor Beginn der Waldferien wurde der Mischwald mit zahlreichen Seilaufbauten, XXL-Schaukeln und Kletterelementen vorbereitet. Neu hinzugekommen war in diesem Jahr der sogenannte „Monkey-Baum“. Über eigens montierte Klettergriffe erreichten die Kinder sicher den unteren Kronenbereich einer mächtigen Buche. Viele überwanden dabei ihre anfängliche Unsicherheit und wurden mit einem beeindruckenden Ausblick über den Wald belohnt – fast so, als würden sie die Welt aus der Perspektive eines Vogels oder Baummarders erleben.

Die Sicherheit stand dabei jederzeit an erster Stelle. Moderne Ausrüstung, erfahrene Betreuer und klare Abläufe sorgten dafür, dass die Kinder ihre persönlichen Grenzen ausloten und neue Erfahrungen sammeln konnten. Neben Spiel und Bewegung kam auch die Wissensvermittlung nicht zu kurz. Viele Kinder brachten bereits erstaunlich gute Kenntnisse über den Wald mit. Darauf aufbauend wurden Themen wie Artenvielfalt, Nachhaltigkeit und Klimawandel altersgerecht vermittelt. Rollenspiele und Perspektivwechsel – als Baum, als Pilz, Insekt oder Wildtier – machten anschaulich, wie eng alle Lebewesen im Wald miteinander verbunden sind und welche wichtige Rolle der Wald für Mensch, Tier und Klima spielt.

Auf Spurensuche im Lebensraum Wald

Bei der täglichen Spurensuche suchten die Kinder auf einer vorbereiteten Fläche nach Trittsiegeln heimischer Wildtiere und kontrollierten anschließend gespannt die Aufnahmen einer Wildkamera, die eindrucksvolle Bilder und Videos von Fuchs, Baummarder, Specht und vielen weiteren Waldbewohnern lieferte.

Beim Bauen mit Holz war handwerkliches Geschick gefragt. So entstanden Scherensitze, Namensschilder und Nagelbilder. Außerdem wurde Papier geschöpft, geschnitzt und Feuer gemacht. Ein weiterer Höhepunkt war die Vorführung einer Baumfällung. Die Forstwirte Felix Scheloske und Marcel Wilhelmi gaben den Kindern einen eindrucksvollen Einblick in ihren Berufsalltag. Ausgerüstet mit Warnwesten, Helmen und Funkgeräten verfolgten die jungen Waldkinder den Ablauf aus sicherer Entfernung. Besonders beeindruckte viele der Einsatz der Forstseilwinde am Rückeschlepper. „So etwas Cooles möchten wir später auch machen,“ erklärten einige Kinder begeistert.

Als staatlich zertifizierter Waldpädagoge, Forstmitarbeiter sowie erfahrener Seil- und Baumkletterer brachte Marcel Wilhelmi seine Fachkenntnisse bei den Kletteraktionen und in der Umweltbildung ein.

Traditionell ließ es sich auch Stadtbürgermeisterin Melanie Leicher nicht nehmen, die Waldferien zu besuchen. Mit dem Klang eines Jagdhorns versammelte sie die Kinder und wünschte ihnen eine erlebnisreiche, spannende und erholsame Zeit im Wald.

Was bleibt: Erfahrungen fürs Leben

Am Ende der Woche nahmen die Kinder weit mehr mit nach Hause als selbst gebaute Holzarbeiten und Papier. Sie lernten, Verantwortung für sich und die Natur zu übernehmen, eigene Grenzen zu überwinden und den Wald als wertvollen Lebensraum zu begreifen. Genau diese Mischung aus Abenteuer, Bewegung, Umweltbildung und Gemeinschaft macht die Waldferien von Vicky Mayer in Kooperation mit der Stadt Montabaur seit Jahren zu einem besonderen Ferienangebot.

Unterstützung macht Waldferien möglich

Ein herzlicher Dank galt dem gesamten Betreuer- und Küchenteam sowie den zahlreichen Unterstützern, die die Waldferien jedes Jahr aufs Neue möglich machen. Dazu gehören vor allem die Stadt Montabaur, Foodsharing Montabaur, der Baustoffhandel Höber, der Bauhof Montabaur, das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e. V. mit seinem rollenden Naturkunde-Museum sowie Reiner Kliebhahn mit seinen selbst gefertigten Holz-Brettspielen.

Pressemitteilung der Verbandsgemeindeverwaltung Montabaur

Ein Perspektivwechsel der besonderen Art: Gut gesichert kletterten die Kinder bis in die Baumkronen und entdeckten den Wald aus einer neuen Perspektive.

Ein Perspektivwechsel der besonderen Art: Gut gesichert kletterten die Kinder bis in die Baumkronen und entdeckten den Wald aus einer neuen Perspektive. Foto: VG Montabaur/Victoria Mayer

Stadtbürgermeisterin Melanie Leicher ließ es sich nicht nehmen, die Waldferien zu besuchen und die Kinder gemeinsam mit dem Betreuungsteam im Wald zu begrüßen. Foto: VG Montabaur/Victoria Mayer

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