Zeugnisübergabe in der VHS Neuwied
Absolventen ausgezeichnet
Neuwied. Die traditionelle Zeugnisübergabe an Absolventen der VHS-Integrationskurse des laufenden Jahres war dieses Mal auch von einem Rückblick gekennzeichnet, denn das Zuwanderungsgesetz trat am 1. Januar 2005 in Kraft und damit auch der Start der Integrationskurse. Bereits am 6. Juni .2005 startete die vhs Neuwied ihren ersten Kurs. 10 Jahre später wird am 9. Februar der 65. Kurs beginnen. Insgesamt haben 780 Teilnehmer bis Ende 2014 einen Kurs beendet. Konnten 2006 gerade einmal 42 Teilnehmer aus Kursen, die 2005 gestartet waren, ihre Zertifikate in Empfang nehmen, sind es 104 Absolventen im Jahr 2014. Schon immer lagen die Erfolgsquoten an der vhs Neuwied über dem Bundesdurchschnitt, so auch 2014, wo 67 Prozent der Teilnehmer B1 Niveau erreichten und 32 Prozent A2. Das Rahmenprogramm gestalten die laufenden Kurse für die Absolventen. Dabei kommen viele unterschiedliche Talente zur Geltung. In diesem Jahr gab es musikalische Schwerpunkte (Saz und Klavier) und eine indische Tanzeinlage, die allgemein begeisterten. Oberbürgermeister Nikolaus Roth, hob die Wichtigkeit von Sprachkenntnissen hervor. Er fand anerkennende Worte für diejenigen, die sich nach ihrer Einwanderung nach Deutschland wieder auf die Schulbank setzen. Er wünschte ihnen für ihr zukünftiges Leben in Neuwied, der Stadt, die seit jeher offen für alle ist, viel Erfolg. Gleichzeitig sprach er seinen Dank der vhs Neuwied aus, sich dieser wichtigen Aufgabe von Anfang an gewidmet zu haben.
Anerkennende und aufmunternde Worte fand auch Engelbert Apelt vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) von der Regionalstelle Trier für die Teilnehmer. Wer die Hürde des sprachlichen Abschlusses eines Integrationskurses genommen hat, der hat einen ersten Schritt zur Verständigung bewältigt, eine Hürde, die nicht jedem gleichermaßen leicht fällt. Gleichzeitig betonte er, dass in diesem Schritt auch ein Anreiz zum Startpunkt für das lebenslange Lernen zu sehen ist.
Die Vhs Neuwied gehört zu den wenigen Volkshochschulen in Rheinland-Pfalz, die überhaupt Jugendintegrationskurse durchführt. „In der Förderung dieser jungen Menschen“, findet Ursula Jungblut, zuständige Fachbereichsleiterin an der VHS, „liegt eine besonders wichtige Aufgabe, der wir uns gerne widmen.“
Abschließend sprach Jutta Golinski, Leiterin der VHS Neuwied, den Teilnehmern ihre Anerkennung für diesen ersten, für sie so wichtigen Schritt aus und ermutigte sie, auf dem eingeschlagenen Weg und mit Freude am Lernen weiterzugehen.
Zeugnisse erhielten die Teilnehmer von sieben Kursen, die z.B. aus Bosnien, der Türkei, Mazedonien, Nigeria, Albanien, Russland, der Ukraine, Venezuela, Brasilien, Polen, Tunesien, Afghanistan, Syrien und die von engagierten Kurs leitenden weit über das Vermitteln von Sprache hinaus gehend betreut werden.
Beratung innerhalb der Kurse und damit Unterstützung erhält die VHS durch die Migrationsberatungsdienste für Erwachsene der AWO und Caritas und der Jugendmigrationsberatungsstelle der Caritas. Bei ihnen und auch beim Jobcenter vertreten durch Alois Müller, der Ausländerbehörde, dem Vorsitzenden des Beirats für Migration und Integration der Stadt Neuwied bedankte sich Frau Jungblut. Diese Zusammenarbeit macht deutlich, dass es sich bei der Integration um eine Querschnittaufgabe handelt, der sich die vhs Neuwied gerne und erfolgreich stellt.
