Lokalsport | 24.09.2014

Deichstädter gewannen zum fünften Mal in Folge den FAIR-PLAY Titel in der B-Klasse

CSV Neuwied lebt FAIR-PLAY Gedanken

CSV Neuwied lebt FAIR-PLAY Gedanken

Neuwied. Jedes Wochenende werden im Fußballverband Rheinland rund 5000 Spiele ausgetragen. Bis perfekte Rahmenbedingungen für alle diese Begegnungen geschaffen sind, ist es noch ein weiter Weg. Doch darüber hinaus gibt es noch ideelle Werte, die es im Sport zu vermitteln gilt. Seit fast fünfzehn Jahren wirbt auch der Fußballkreis Westerwald/Wied für ein faires und tolerantes Miteinander auf und neben dem Sportplatz.

Fair-Play oder Fairness beschreibt eine Haltung des Sportlers: Der Begriff steht für die Achtung und den Respekt vor dem sportlichen Gegner. Fair-Play zielt ab auf die Beseitigung von Tricks, Gewalt und Betrug.

Ein Verein der diese Werte lebt und auch nach außen trägt, ist hier der CSV Neuwied. Der CSV Neuwied (Christlicher Sportverein Neuwied) wurde Dezember 2000 von einer kleinen Gruppe fußballbegeisterten Idealisten gegründet. Sie kamen aus verschiedenen Jugendgruppen von Kirchen und freikirchlichen Gemeinden und kannten sich durch überregionale Treffen und Turniere. Der Name wurde ganz bewusst gewählt, denn der gemeinsame christliche Glaube verband sie über den Fußball hinaus. Der Gedanke, zusammen in einer Mannschaft leistungsbezogenen Fußball zu spielen, wurde in die Tat umgesetzt. So wurde für die Saison 2001/02 eine Fußballmannschaft für den Spielbetrieb beim Fußballverband Rheinland für den Kreis Westerwald/Wied gemeldet. „Die gemeinsame Zielsetzung, guten Fußball zu spielen und als Mannschaft Erfolg zu haben, versteht sich von selbst. Doch der CSV wollte damals wie heute viel mehr erreichen. Wir möchten einen aktiven Beitrag leisten, jungen Menschen Gemeinschaftsgefühl und Perspektiven zu vermitteln, das Miteinander und die Integration von unterschiedlichen Nationalitäten fördern und uns so präventiv gegen Gewalt, Ausländerfeindlichkeit und Drogen einsetzen. Durch die Verbindung zu den Jugendgruppen der verschiedenen Gemeinden bieten wir alternative und interessante Angebote in den Jugendtreffs, um Kinder und Jugendliche von der Straße zu holen, christliche Werte zu vermitteln und den gewaltfreien Umgang mit Andersdenkenden zu fördern“, gibt der Vorsitzende Thomas Wolf Einblicke, warum vor vierzehn Jahren dieser bemerkenswerte Sportverein gegründet wurde.

Das Auftreten der Christlichen Sportgemeinde ist bemerkenswert. „Respekt und Toleranz sind Grundvoraussetzungen in einer funktionieren Gesellschaft. Und das kann dann auf dem Sportplatz auch nicht zur Seite geschoben werden“, ist sich Neuwieds Trainer Mike Vlajnic seiner Verantwortung bewusst. Und er lebt das Ganze auch vor. „Bei uns werden Spieler aus dem Spiel genommen, wenn sie sich bewusst unfair verhalten“. Dass diese Einstellung Früchte trägt, ist bei den Heimspielen in Neuwied-Block und auch auswärts zu sehen. Seit der Saison 2009/10 haben die Deichstädter ununterbrochen die Fair-Play Wertung in ihrer Klasse gewonnen. Mittlerweile schon fünfmal in Folge. Bereits 2003 und 2004 wurde der Verein, damals noch von der Sparkasse Neuwied, als fairste Mannschaft des gesamten Fußballkreises geehrt. „Natürlich kann immer einmal ein Foul passieren. Aber unsere Spieler wissen, dass sie sich selbst und der Mannschaft am meisten mit diszipliniertem Verhalten und guter Leistung weiterhelfen“, erklärt der Coach, der bereits seit fünf Jahren das Team trainiert, dieses Auftreten der Aktiven eindrucksvoll. „Und wenn die Spieler sich respektvoll verhalten, überträgt sich das auch auf die Zuschauer“, fügt der Zweite Vorsitzende Dietrich Schönke und einer der Gründungsmitglieder noch an.

Er war schon dabei, als die „Christlichen“ in der Kreisliga D anfingen und anfangs noch als Eintagsfliege belächelt wurden. Recht schnell ging es nach oben. Bereits nach der ersten Saison konnte auch die erste Meisterschaft gefeiert werden. Es folgten Titelgewinne 2004 (Kreisliga C) und 2006 (Kreisliga B) aber auch Rückschläge wie der A-Klassenabstieg 2008. „Aber das gehört im Sport einfach dazu und auch damit muss man umgehen können“, so Schönke.

Belächelt wird der CSV Neuwied heute meist schon lange nicht mehr. Im Gegenteil man schätzt dieses faire Auftreten auf  und neben dem Platz. „Wenn Vereine mit der Bitte um eine Spielverlegung an uns herantreten weil ihnen plötzlich Akteure aus gesundheitlichen oder beruflichen Gründen ausfallen warum soll man dann nicht im Rahmen unserer Möglichkeiten ihnen nicht entgegenkommen. Genau das wird doch eigentlich insgeheim von jedem gewünscht. Nur wenn keiner den Anfang macht und die Kameradschaft vorlebt dann ändert sich nie etwas. Wir haben auf jeden Fall gemerkt dann man uns ebenfalls bei solchen Wünschen immer versucht entgegen zu kommen“, freut sich Vlajnic das, dies zwar von den Vereinen auf der einen Seite anerkannt wird aber im Alltagsleben zu selten praktiziert wird. „Zum Fair-Play gehört auch der Sportgruß nach dem Spiel. Der sollte immer, unabhängig vom Spielverlauf, zu Spielende durchgeführt werden. Diese Geste gerät bei vielen Mannschaften immer mehr in Vergessenheit. Das ist zwar nur eine Kleinigkeit aber genau in diesen kleinen Gesten fängt ein respektvolles Miteinander an. Auch wenn mittlerweile eine Trendwende stattgefunden hat gibt es leider noch immer Vereine die das Ganze nicht so ernst nehmen und das ist einfach schade. Es würde vieles auf und neben dem Platz erleichtern.“

Auch die Reservemannschaft hat die Fair-Play Wertung in der Saison 2012/13 gewinnen können und steht auch in dieser Saison in der Spitzengruppe in dieser Wertung. Stehend v.l.n.r.: Waldemar Isaak, Willi Funk, Alex Dyck, Christian Siebert, Ernst Thiessen, Martin Heck, Mauri Kavalkeviski-Leal, Dietrich Schönke. Knieend v.l.n.r.: Michael Retterath, Denis Mensch, Harry Baumbach, Johann Martens, Thomas Mensch, Philipp Funk, Martin Schulz. Fotos: -th-

Bevor Micky Vlajnic vor fünf Jahren beim CSV Neuwied das Traineramt übernahm war wer auch bereits dort als Spieler aktiv und legte auch hier immer Wert auf respektvollen Umgang unter den Aktiven.

Ruhe und Besonnenheit stehen auch wenn selbst gefoult, wie hier Hans Ewert bei einer Partie gegen den HSV Neuwied, wird beim CSV Neuwied an erster Stelle.

Im Sommer 2004 erhielt der CSV Neuwied zum zweiten Mal den Fair-Play Pokal der Sparkasse als fairstes im Fußballkreis Westerwald/Wied. Stehend v.l.n.r.: Guido Berger, Raffaele D`Avalo, Edwin Krahn, Eduard Krahn, Willi Ruff, Kornelius Rehan, Hermann Regehr, Dietrich Schönke, Arthur Luja. Knieend v.l.n.r.: Thomas Sawadsky, Mike Vlajnic, Wadim Darenski, Heinrich Regehr, Christian Birnbach, Eduard Penner, Eduard Bergen.

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