Allgemeine Berichte | 25.05.2014

Schüleraustausch des Werner-Heisenberg-Gymnasiums führte nach Australien

Faszinierende Welt „Down Under“

Schwimmen kann hier im April noch tödlich sein.

Neuwied. Die Brisbane Girls Grammar School BGGS war Hauptreiseziel des diesjährigen Schüleraustauschs für 21 Schülerinnen und Schüler des Werner-Heisenberg-Gymnasiums. Hier drückten sie mit ihren Gastschülerinnen die Schulbank, während ihre Klassenkameraden aus den Klassenstufen 9 bis 11 in Deutschland die Osterferien genießen konnten. Schnell wurde klar, dass sich die Schulsysteme nicht nur in Äußerlichkeiten, wie Schuluniform oder Ausstattung der Schule (wettkampfgeeignetes Schulschwimmbecken mit Tribüne, Theater, Tennisplätze, Bibliothek...) unterscheiden. Der Vormittag beginnt mit einer Klassenleiterrunde und der Fachunterricht beginnt erst um 8.30 Uhr. Es wird größerer Wert auf Musik, Bildende Kunst und Darstellendes Spiel gelegt; für diese Fächer gibt es ein eigenes Gebäude. Die Fremdsprachen Chinesisch und Japanisch werden neben Deutsch, Französisch und Latein unterrichtet. Das Interesse an Deutsch und einem Austausch mit Deutschland ist groß, da viele Schüler deutscher Abstammung sind. Aber auch heikle Themen, wie der problematische Umgang der weißen Bevölkerung Australiens mit den Aborigines wurden in der Unterrichtszeit thematisiert. Nach einer einstündigen Mittagspause geht der Unterricht bis 15.10 Uhr, und danach sind noch Hausaufgaben zu erledigen. Die deutschen Schüler fanden es erstaunlich, dass auf großen hölzernen Wandtafeln die Jahrgangsbesten, die Schülersprecher und Preisträger in goldenen Buchstaben für die Zukunft festgehalten werden. Die Schuluniformjacken, auf die diese Auszeichnungen auch gestickt sind, werden mit Stolz getragen. War die anfängliche Meinung noch, man wäre als „Streber geoutet“, kam nach einigem Nachdenken die Erkenntnis: „Vielleicht würde ich mich dann auch anstrengen, um wenigstens auf einer dieser Tafeln zu erscheinen. Das könnte dann später meiner Tochter als Ansporn dienen.“ Die begleitenden Lehrer wurden als Muttersprachler im Deutschunterricht eingesetzt. So erläuterte Frau Schaarmann in der Abschlussklasse (Klasse 12) das deutsche Schulsystem, oder stellte im Anfangsunterricht (Klasse 8) einfache Fragen und musste Fragen nach Hobby, Alter, Familienstand beantworten. Herr Wassong, der den Austausch zum neunten Mal mit dem gleichen bemerkenswerten Engagement wie die bisherigen durchführte, war erstmals an der BGGS. So war es für die beiden Mathematik- und Physiklehrer eine besondere Freude, dass die Schulleiterin Mrs. Euler von der Schweizer Familie abstammt, der der berühmte Mathematiker Leonhard Euler (1707-1783) angehörte. Der Besuch eines Kunstmuseums, Goma, oder von Long Pine, wo Koalas und andere in Australien beheimatete Beuteltiere beobachtet wurden, rundeten das Freizeitprogramm ab. Die Osterfeiertage verbrachte die Gruppe in Cairns. Bei einer Exkursion konnten die Stockwerke des Regenwaldes durch Erklettern eines 20 Meter hohen Turms erkundet werden. Die Vielfalt der Pflanzen war überwältigend. Wild lebende Salzwasserkrokodile wurden in der Mündung des Daintree Rivers gesichtet. Eine Fahrt im Glasbodenboot eröffnete die Möglichkeit, ein Korallenriff des Great Barrier Riefs zu betrachten, doch leider war weder Schnorcheln noch Schwimmen möglich, denn die tropischen Meere werden im April noch von der Würfelqualle unsicher gemacht. Eine Berührung mit deren Nesselarmen kann tödlich enden. Kein Australienbesuch kommt ohne einen Besuch von Sydney aus. So verbrachten die WHG-Schüler drei Tage dort, um Harbour Bridge und Oper zu sehen. Der Besuch der Hyde Park Barracks informierte über die Gründung Sydneys als Strafkolonie und das Leben der ersten europäischen Siedler. Ein Ausflug in die Blue Mountains vermittelte den Eindruck, wie dünn Australien außerhalb der großen Städte besiedelt ist. Die Neuwieder Jungen und Mädchen haben viele nette, hilfsbereite, offenherzige Menschen in den australischen Familien kennengelernt, die sie großzügig beherbergten. Das war sicher die beste und beeindruckendste Erfahrung dieses Austauschs. So freuen sich die down-under-Reisenden jetzt schon auf den Gegenbesuch ihrer neuen Freunde im September.

Schwimmen kann hier im April noch tödlich sein.

Schwimmen kann hier im April noch tödlich sein.

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