Nikolaus Roth hat die Reihen hinter sich geschlossen
Genossen schicken den Oberbürgermeister in die dritte Runde
Neuwied. Nikolaus Roth hat die Reihen hinter sich geschlossen. Auf der SPD Kreiskonferenz entfielen 87 von 88 Stimmen (98,9 Prozent) auf den Amtsinhaber. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Der vergangene Mittwoch war für den Oberbürgermeister der Startschuss für die Bewerbung um eine dritte Amtszeit. Seine Genossen sind ab sofort gefordert. Sie müssen bis zum 8. November Wahlkampfarbeit leisten. „Eine dritte Kandidatur ist nicht leicht. Man kann es einfach nicht allen recht machen. Wir müssen viele Gespräche führen“, schwor Nikolaus Roth seine Parteifreunde auf die kommenden Wochen ein. Er jedenfalls sei bereit, jede freie Minute dafür zu nutzen. Vom Abstimmungsergebnis zeigte sich Nikolaus Roth angetan.
Grandioses Ergebnis
„Das ist ein grandioses Ergebnis, einfach umwerfend“, bedankte er sich bei den Parteifreunden. Er verwies im gleichen Atemzug darauf, dass die OB-Wahl nur eine Durchgangsetappe für die Landtagswahl am 13. März 2016 ist. Fürsorglich gemeinte Nachfragen, warum er denn ein drittes Mal kandidiere, beantwortet der 57-jährige so: „Ich fülle das schönste Amt aus, dass ich mir vorstellen kann. Dazu zählen die vielen Begegnungen, die Chance zu gestalten und die Lebensverhältnisse der Menschen zu verbessern“. Er verhehlte nicht, dass es auch Tiefschläge gibt, die ihn zornig machen. Etwa die einst vertane Chance auf den Kunstrasenplatz Feldkirchen oder die Entwicklung bei Whitesell. Weil die Wähler nicht nach den Taten der Vergangenheit, sondern nach der Zukunft fragen, beschränkte sich Nikolaus Roth in seiner Rede auf seine Pläne. Seine Verdienste brachten Staatssekretär Roger Lewentz und MdL Fredi Winter zur Sprache. „Zu Beginn hatte ich insgeheim schon nach dem Notausgang Ausschau gehalten“, flachste Nikolaus Roth mit Hinweis darauf, dass er gar nicht so gern im Mittelpunkt steht. Angesichts des demografischen Wandels will er Neuwied im Wettbewerb mit anderen Städten nach vorne bringen. Dazu zähle die Schaffung von Arbeitsplätzen und bezahlbarem Wohnraum. Neue Flächen müssten dafür ausgewiesen werden. Infrage kämen bauliche Verbindungen zwischen den Stadtteilen. Reaktivieren möchte er den modernen Mietwohnungsbau. Nikolaus Roth hofft darauf, dass Neuwied den Zuschlag zur Landesgartenschau bekommt. „Das ist eine Chance für die Stadtentwicklung“. Den Tourismus möchte er ebenfalls ausbauen. Die Ideen: Parks und das neue Deichvorgelände sowie den Barock am Rhein erlebbar machen. Die jährlich 70.000 Übernachtungen seien vor Jahren noch unvorstellbar gewesen. Die Partizipation der Bürger/innen und die Qualifizierung der Kita Mitarbeiter/innen sind für ihn weitere wichtige Themen.. „Ein Land ist nur so stark wir seine Kommunen“, sagte Staatssekretär Roger Lewentz. Seine Bitte, die Kampfbereitschaft der SPD mit einem starken Votum zum Ausdruck zu bringen, befolgten die Genossen. Der Minister des Innern, Sport und Infrastruktur möchte auch in Zukunft mit Nikolaus Roth, gleichzeitig zweiter Vorsitzender des Städtetags, zusammen arbeiten.
Zukunftschancen ergriffen
In den 15 Jahren seines Wirkens hätte er die Stadt voran gebracht und Zukunftschancen ergriffen. Nikolaus Roth verkörpere die Toleranz, also den Geist dieser Stadt. Neuwieds Oberbürgermeister sei als Verhandlungspartner nicht immer leicht. „Auf Gespräche muss man sich gut vorbereiten“, schmunzelte Roger Lewentz. Letztendlich sei Nikolaus Roth sehr erfolgreich, wenn es um Landesmittel zum Wohle Neuwieds geht. So habe der Staatsminister noch vor ein paar Jahren geglaubt, ein Zoo sei nicht förderfähig. Das Jugendzentrum, das Deichvorgelände und die Erweiterung des Städtebauförderprogramms „Soziale Stadt“ seien weitere Beispiele, die die klaren Vorstellungen des Stadtvorstands zeigen. Was den 8. November angeht, ist Roger Lewentz zuversichtlich. Bei seinen Besuchen spüre er eine starke Verbundenheit des Oberbürgermeisters mit den Menschen. Mit 54,9 Prozent (2000) und 62,5 Prozent (2007) hätte Nikolaus Roth bei den letzten Wahlen, für eine Urwahl, außerordentlich gute Ergebnisse eingeheimst. Abschließend zog der Staatsminister eine Bilanz der Landesregierung. Seit 1991 sei es gelungen, das Land familienfreundlicher zu gestalten. Ganztagsschulen wurden geschaffen, Studiengebühren und Kita-Gebühren abgeschafft. Entstanden sei eine vorbildliche Bildungslandschaft. Seit 10 Jahren nehme das Land Platz drei in der Arbeitslosenquote ein. Mit 54 Prozent Exportanteil sei man bundesweit Spitze. Fredi Winter machte es kurz. Nikolaus Roth sei der erfolgreiche Mann an der Spitze Neuwieds. Warum sollte man dies ändern? Er arbeite ruhig, besonnen, nüchtern analysierend, logisch folgernd und konsequent umsetzend. „Aber auch Emotionen sind bei ihm spürbar“, so Fredi Winter. Der Dialog der Kulturen läge Nikolaus Roth besonders am Herzen. Er stehe für eine moderne und leistungsstarke Verwaltung als Dienstleister. Bei der heimischen Wirtschaft sei er anerkannt für eine hervorragende Wirtschaftspolitik und Förderung. Auf 80 Millionen Euro bezifferte Fredi Winter die Einsparungen, die der Oberbürgermeister durch strategisches Verwaltungsmanagement erreicht hätte. Fredi Winter verlas eine lange Liste von Errungenschaften, an denen Nikolaus Roth beteiligt war. „Unser Oberbürgermeister ist der Tradition unserer Stadt verpflichtet. Ausgehend von den Freiheiten unserer Stadtgründer, über die Solidarität eines Friedrich Wilhelm Raiffeisen und der Fürsorge eines Robert Krups. Das sind für ihn Vorbilder“, sagte Fredi Winter. Aus dem Trierer sei ein lebensfroher Rheinländer geworden.
Roger Lewentz freut sich über das starke Votum für den Amtsinhaber Nikolaus Roth.
