Traditionsbetrieb feiert Jubiläum
Neuwieder Malerbetrieb Höhler feiert 80 Jahre Tradition und Zukunft
aus Neuwied
Oberbieber. Wenn ein Malerbetrieb seinen 80. Geburtstag feiert, darf man durchaus feststellen: Da ist der Lack noch lange nicht ab. Ganz im Gegenteil. Bei der Jubiläumsfeier des Malerbetriebs Höhler wurde deutlich, dass das Neuwieder Traditionsunternehmen nach acht Jahrzehnten bestens aufgestellt ist – und inzwischen bereits die vierte Generation bereitsteht, den Pinsel beziehungsweise die Verantwortung zu übernehmen.
Zahlreiche Mitarbeiter, ehemalige Kollegen, Kunden, Geschäftspartner, Freunde und Wegbegleiter waren der Einladung auf das Gelände des Neuwieder Reitervereins nach Oberbieber gefolgt. Auch prominente Gäste wie Ministerpräsident Gordon Schnieder, Ellen Demuth, Lana Horstmann und Neuwieds Oberbürgermeister Jan Einig gratulierten zu einem Jubiläum, hinter dem weit mehr steckt als eine stattliche Jahreszahl.
Den Grundstein legte Wilhelm Höhler 1946. In einer Zeit, in der Deutschland dringend Farbe gebrauchen konnte, machte sich der erfahrene Maler und Lackierer in Neuwied selbstständig. Zunächst war er Chef, Handwerker, Materialbeschaffer und vermutlich auch Buchhaltung in Personalunion. Ende der 1960er Jahre kam der erste Mitarbeiter hinzu.
Mit Sohn Horst Höhler übernahm die zweite Generation zunehmend Verantwortung. 1972 trat der frischgebackene Malermeister in den väterlichen Betrieb ein, 1976 übernahm er ihn vollständig. 1983 folgte sogar eine zweite Niederlassung in Nassau. Qualität, Zuverlässigkeit und das gute alte Prinzip „Ein Wort gilt“ wurden dabei zum Fundament des Unternehmens.
1981 stieg mit dem heutigen Geschäftsführer die dritte Generation ein. Doch dass eine 80-jährige Firmengeschichte nicht ausschließlich aus frisch gestrichenen Sonnenseiten besteht, verschwieg er in seiner Jubiläumsrede nicht. 2006 musste der damalige Betrieb Insolvenz anmelden. Gemeinsam mit seiner Schwester führte er das Unternehmen als Malerbetrieb Höhler GmbH weiter.
Eine weitere schwere Bewährungsprobe folgte 2018, als er krankheitsbedingt acht Monate ausfiel und der Betrieb erneut wirtschaftlich ins Schlingern geriet. Eine entscheidende Rolle spielte damals seine heutige Frau Carola. Gemeinsam krempelten beide nicht nur sprichwörtlich die Ärmel hoch, überprüften Kosten, Abläufe und Strukturen und brachten das Unternehmen zurück auf Kurs. Ende 2021 war die GmbH schuldenfrei. Die CrefoZertifikate 2024 und 2025 für hervorragende Bonität dürften deshalb in der Familie Höhler einen ganz besonderen Ehrenplatz besitzen.
Heute präsentiert sich Höhler als moderner Handwerksbetrieb mit 14 Fachkräften, drei Auszubildenden und zwei Bürokräften. Vom klassischen Maler- und Lackiererhandwerk über Bodenbeläge und Trockenbau bis zu Asbestsanierungen und Brandschutz reicht das Angebot. Besonders stolz ist das Unternehmen auf seine Ausbildungsbilanz: 35 junge Menschen wurden erfolgreich zur Gesellenprüfung geführt – Erfolgsquote 100 Prozent. Sechs ehemalige Azubis führen inzwischen selbst einen Malerbetrieb.
Bei aller Freude hatte die Jubiläumsfeier auch nachdenkliche Momente. Gedacht wurde verstorbener Mitarbeiter sowie Firmengründer Wilhelm Höhler und Horst Höhler, der 2025 verstarb. Sie alle hätten ihren Anteil daran, dass aus dem einstigen Ein-Mann-Betrieb ein Unternehmen geworden sei, das fest in der Region verwurzelt ist.
Und die Geschichte soll weitergehen. Sohn Max Höhler arbeitet seit April 2024 fest im Unternehmen und befindet sich seit Februar dieses Jahres in der Weiterbildung zum Maler- und Lackierermeister. Noch 2026 soll er als Geschäftsführer und Gesellschafter einsteigen. Damit steht Generation Nummer vier bereits in den Startlöchern.
Für den bisherigen Chef bedeutet das nicht Abschied, sondern etwas mehr Freiraum – für Ehefrau Carola, gemeinsame Unternehmungen und auch für sein politisches Engagement. Ganz loslassen dürfte einem Höhler ohnehin schwerfallen.
So wurde die 80-Jahr-Feier nicht nur zum Rückblick auf vier Generationen, Krisen, Erfolge und unzählige Baustellen, sondern vor allem zu einem optimistischen Blick nach vorne. Passender könnte das Firmenmotto kaum sein: „Sie wünschen – wir machen.“
Nach 80 Jahren darf man ergänzen: Offenbar funktioniert das ganz ausgezeichnet.
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Foto (von links: MdB Ellen Demuth, der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder, Dirk Höhler, Max Höhler, OB Jan Einig und MdL Lana Horstmann. (Foto: Jörg Niebergall) Foto: Jörg Niebergall
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