Aktionsbündnis Heddesdorfer Bürger
Noch größeres Konfliktpotential
Thema Unterkunft für Obdachlose wird für Wahlkampfzwecke benutzt
Neuwied-Heddesdorf. Das Aktionsbündnis Heddesdorfer Bürger bedauert, dass das ernsthafte Thema der beabsichtigten Unterbringung von Obdachlosen in der alten Schule von Heddesdorf (Gustav Stresemann Straße) nunmehr zu Wahlkampfzwecken benutzt wird. Bereits im Jahre 2006 wurde die Frage der Unterbringung von Obdachlosen im Zeppelinweg emotionsbeladen im Stadtrat diskutiert und entschieden, dass die Verwaltung beauftragt wird, für die Bewohner eine adäquate Unterkunft zu suchen. Bereits damals standen sich gegenüber die unerträgliche Situation im Wohnfeld und die menschenwürdige Unterbringung von obdachlosen Personen. Im Jahre 2009 wurde die Unterkunft im Zeppelinweg aufgegeben. Die obdachlosen Menschen werden seitdem im Stadtteil Engers „Im Schützengrund“ untergebracht, einem Gewerbegebiet ohne Wohnnutzung in der Nachbarschaft. Nunmehr, nach ca. drei Jahren, beabsichtigt die Verwaltung ein noch größeres Konfliktpotential in nur ca. 300 m Entfernung zum Zeppelinweg zu schaffen, denn das Wohnumfeld der alten Schule wird im Wesentlichen durch dichte Wohnbebauung geprägt. In dem zum Teil historischen Gebäudebestand wohnen Bürger bereits seit mehreren Generationen. Eine planungsrechtliche Stellungnahme der für Nutzungskonflikte zuständigen Planungsabteilung der Stadt Neuwied liegt ausweislich der Genehmigungsunterlagen nicht vor. Die Änderungsgenehmigung wurde von drei Nachbarn per Widerspruch angefochten, weil diese sich in ihrem Recht auf Rücksichtnahme verletzt sehen. Eine Fraktion im Neuwieder Stadtrat „sieht Handlungsbedarf“; der zuständige Dezernent erklärt jedoch in der Presse, dass die Obdachlosenunterkunft „Im Schützengrund“ nur zur Hälfte belegt ist. Alle politischen Parteien sind sich dahingehend einig, dass es Zustände wie im Zeppelinweg nicht mehr geben soll. Ein Konzept, dies zu verhindern, hat die Stadt Neuwied bisher jedoch nicht vorgelegt. Hätte die Verwaltung ein Konzept, wären die damit verbundenen Personalkosten aufgrund der angespannten Haushaltslage der Stadt vermutlich auch nicht oder nur unzureichend finanzierbar. Die Unterkünfte im Zeppelinweg wurden von allen politischen Parteien als menschenunwürdig bezeichnet. Aber auch der bauliche Zustand der alten Schule in der Gustav Stresemann Straße in Heddesdorf ist aus Sicht des Aktionbündnisses als baufällig einzustufen, was hinter vorgehaltener Hand auch vernommen wird. Das Aktionsbündnis bezweifelt, dass unter Einhaltung aller gesetzlichen Auflagen wie Brandschutz, Energieeinsparungsvorschriften usw. die Schaffung einer menschenwürdigen Wohnnutzung zu erreichen ist.
Pressemitteilung Aktionsbündnis
Heddesdorfer Bürger
