Segelfliegen im Westerwald
Schnupperwochenende Segelflug in Dierdorf-Wienau mit Luftsportverein Neuwied
aus Neuwied
Dierdorf-Wienau. Wer am vergangenen Wochenende auf dem Flugplatz Dierdorf-Wienau gemütlich den Himmel beobachten wollte, musste schon ziemlich schnell gucken. Kaum war der eine Segelflieger wieder gelandet, stand der nächste bereits am Start. Fast im Minutentakt ging es mit der Winde nach oben. Der Luftsportverein Neuwied hatte zum Schnupperwochenende eingeladen – und Petrus offenbar gleich mit. Bestes Fliegerwetter und zahlreiche neugierige Besucher waren jedenfalls eine ziemlich brauchbare Kombination.
Viele Interessierte nutzten die Gelegenheit, den Segelflug einmal aus nächster Nähe kennenzulernen. Ganz gleich, ob jung oder etwas älter: Wer Lust hatte, konnte den Flugbetrieb miterleben, Fragen stellen und schließlich selbst zu einem Schnupperflug abheben.
Dass Segelfliegen dabei längst kein Hobby nur für Jugendliche ist, zeigte sich schnell. Vom elfjährigen Nachwuchsinteressenten bis zum 60-Jährigen war alles dabei. Bevor es allerdings in die Luft ging, erklärten erfahrene Fluglehrer den Gästen die wichtigsten Grundlagen und nahmen anschließend mit ihnen im Cockpit Platz.
Dann wurde es ernst: Haube zu, Seil eingeklinkt – und ab an die Winde. Die Winde zog den Segler kräftig über die Startbahn, ehe es innerhalb weniger Sekunden steil nach oben ging. Spätestens da dürfte mancher Schnupperpilot gemerkt haben: Das ist doch eine andere Hausnummer als Reihe 23 am Fenster im Ferienflieger.
Oben angekommen, konnten die Gäste dann selbst erleben, wie unmittelbar sich ein Segelflugzeug steuern lässt. Kleine Bewegungen am Steuerknüppel, die passenden Pedalausschläge und schon reagiert das Flugzeug. Für viele war es die erste Gelegenheit, tatsächlich selbst ein Flugzeug zu steuern.
Doch beim Luftsportverein Neuwied ging es an diesem Wochenende um weit mehr als ein paar spektakuläre Minuten über dem Westerwald. Das Schnupperwochenende sollte vor allem zeigen, wie der Einstieg in den Segelflug aussehen kann und was hinter dem Sport eigentlich steckt.
Der Verein bildet seine Piloten selbst aus. Erfahrene Mitglieder und Fluglehrer geben ihr Wissen an den Nachwuchs weiter und begleiten die Flugschüler Schritt für Schritt auf ihrem Weg zur eigenen Lizenz. Gerade junge Menschen sollen so für den Luftsport begeistert und langfristig an das Fliegen herangeführt werden.
Und zum Segelfliegen gehört eben nicht nur der Pilot im Cockpit. Am Boden wird gemeinsam angepackt: Flugzeuge aus der Halle holen, Startvorbereitungen treffen, Seile einklinken, die Segler nach der Landung zurück zum Start bringen und den gesamten Flugbetrieb koordinieren. Ohne Teamarbeit funktioniert kein einziger Start. Genau dieses Zusammenspiel aus Fliegen, Technik und Vereinsgemeinschaft macht den Luftsport für viele Mitglieder aus.
Davon konnten sich die Besucher an diesem Wochenende selbst überzeugen. Fragen waren ausdrücklich erwünscht, Flugzeuge und Technik durften aus nächster Nähe betrachtet werden und wer mutig genug war, konnte schließlich selbst Platz im Cockpit nehmen.
Stillstand herrschte auf dem Flugplatz entsprechend kaum: landen, Segler zurück zum Start, den nächsten Gast vorbereiten – und wieder ab an die Winde. Für den Luftsportverein Neuwied war das Schnupperwochenende damit eine gelungene Gelegenheit, den Segelflug vorzustellen und neue Menschen für den Luftsport und das Vereinsleben zu begeistern.
Und vielleicht hatte der eine oder andere Schnupperpilot nach der Landung tatsächlich ein kleines Problem: Einmal abheben war plötzlich ein bisschen wenig.
Es ging Schlag auf Schlag bei den Starts. Foto: LSV Neuwied / Olga Krapivina
Es ging Schlag auf Schlag bei den Starts. Foto: LSV Neuwied / Olga Krapivina
Es ging Schlag auf Schlag bei den Starts., die Interessierten standen Schlange. Foto: LSV Neuwied / Olga Krapivina
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Wenn die Winde ruft, geht es steil nach oben Foto: LSV Neuwied / Olga Krapivina