Shakespeare & Musik
Shakespeare-Lesung und Beatles-Musik in Rommersdorf - Ein Abend voller Poesie, Musik und Emotionen
aus Neuwied
<div>Heimbach-Weis. Wenn William Shakespeare auf die Beatles trifft, liegen mehr als vier Jahrhunderte Musik- und Literaturgeschichte zwischen den beiden Welten. Und doch zeigte sich bei der Shakespeare-Lesung „Liebe, wer lieben kann! – Sei verschwenderisch mit dem Guten!“ in der Abtei Rommersdorf, wie erstaunlich gut diese Verbindung funktionieren kann. Boris Weber und Ute Hartmann nahmen das Publikum gemeinsam mit der INFLAGRANTI-Band mit auf eine außergewöhnliche Reise durch Poesie, Musik und die großen Themen des menschlichen Lebens.</div><div>
</div><div>Bereits beim Betreten der historischen Abteianlage war die besondere Atmosphäre des Abends spürbar. Die Rommersdorfer Kirche bot mit ihrem stimmungsvollen Ambiente den passenden Rahmen für die zeitlosen Texte William Shakespeares. Schnell wurde deutlich: Seine Worte haben auch mehr als 400 Jahre nach ihrer Entstehung nichts von ihrer Aktualität verloren.</div><div>
</div><div>Liebe und Sehnsucht, Leidenschaft und Verlust, Hoffnung und Verzweiflung – Shakespeare beschreibt die großen Gefühle und Konflikte des menschlichen Lebens mit einer Sprache, die unmittelbar berührt. Boris Weber und Ute Hartmann ließen ausgewählte Sonette des englischen Dramatikers lebendig werden. Mit großer Bühnenpräsenz, Ausdrucksstärke und sichtbarer Spielfreude verliehen sie den lyrischen Texten eine ganz eigene Intensität.</div><div>
</div><div>Dabei beschränkte sich der Abend keineswegs auf das reine Vortragen der Sonette. Immer wieder erläuterten die beiden Schauspieler einzelne Verse und eröffneten dem Publikum damit unterschiedliche Bedeutungsebenen der Texte. Auf diese Weise wurde Shakespeare nicht nur gehört, sondern auch in seinem sprachlichen und inhaltlichen Reichtum erfahrbar.</div><div>
</div><div>Besonders schön zeigte sich die spontane Nähe zwischen Künstlern und Publikum, als ein Besucher seine eigene Shakespeare-Ausgabe mitgebracht hatte. Boris Weber griff dies kurzerhand auf und verglich seine eigene Übersetzung eines Sonetts mit der des Gastes. Aus dem geplanten Programm entwickelte sich so ein lebendiger Moment des Austauschs, der den Abend zusätzlich bereicherte.</div><div>
</div><div>Überhaupt war zu spüren, dass Weber und Hartmann nicht nur als Vortragende, sondern auch als Schauspieler überzeugten. Mit Mimik, Gestik und Stimme machten sie die Texte zu kleinen Bühnenstücken. Immer wieder entstand der Eindruck, Shakespeare habe nicht über Menschen vergangener Jahrhunderte geschrieben, sondern über uns selbst. Seine Gedanken über Liebe, Beziehungen, Vergänglichkeit und menschliche Schwächen wirken erstaunlich zeitlos.</div><div>
</div><div>Für die musikalischen Akzente sorgte die INFLAGRANTI-Band um Gitarrist und Sänger Klaus Mäurer. Vor allem Songs aus dem Repertoire der Beatles bildeten einen reizvollen Kontrast zu den mehrere Jahrhunderte alten Versen. Dabei fungierte die Musik keineswegs lediglich als Auflockerung oder Pause zwischen den Texten. Sie wurde vielmehr zu einem emotionalen Bestandteil des Abends.</div><div>
</div><div>Mal begleiteten sanfte Gitarrenklänge ein vorgetragenes Sonett, mal setzte die Musik einen bewussten Kontrapunkt zum zuvor Gehörten. So entstand ein abwechslungsreiches Zusammenspiel von Wort und Klang, das die Wirkung beider Elemente noch verstärkte.</div><div>
</div><div>Dass dabei nicht ausschließlich die Beatles zu hören waren, zeigte ein Ausflug in das musikalische Werk von Jimi Hendrix. Die zunächst leisen Töne des Intros von „Hey Joe“ unterstrichen den zuvor gehörten Vortrag, bevor sich die Musik in den charakteristischen, kraftvollen Gitarrenriffs des berühmten US-amerikanischen Musikers entlud. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie weit der musikalische Bogen dieses Abends gespannt war.</div><div>
</div><div>Die Shakespeare-Lesung war zugleich Teil des diesjährigen Theaterprojekts von INFLAGRANTI und stand damit auch im Zeichen des ehrenamtlichen Engagements der Theatergruppe. Wie bereits in den vergangenen Jahren kommt ein Teil der Erlöse regionalen Projekten zugute. Kunst und gesellschaftliches Engagement gingen an diesem Abend somit Hand in Hand.</div><div>
</div><div>Der Abend verband Shakespeares zeitlose Dichtung mit der Musik der Beatles und anderer bedeutender Musiker und zeigte dabei, wie Kunst unterschiedliche Zeiten und Genres miteinander verbinden kann. Als zentrale Botschaft blieb der Appell: „Sei verschwenderisch mit dem Guten!“</div><div>
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Weitere Themen
Sorgten für einen literarischen und musikalischen Hochgenuss in der Abtei Rommersdorf, Boris Weber (2. v. l.), Ute Hartmann (kniend) und die INFLAGRANTI-Band um Klaus Mäurer (3. v. l.) Foto: Wolfgang Hartmann