Lokalsport | 19.12.2012

Viel Licht bei klarer Niederlage gegen Kassel

Eishockey * Neuwied muss sich dem hohen Favoriten mit 1:16 geschlagen geben * Starke erste Spielhälfte der Bären

Foto: www.fischkopp-medien.de.

Neuwied. Ein respektvoller Tritt vor die Torwartschiene. Dazu ein paar lobende Worte. „Du hast verdammt gut gehalten, ehrlich.“ Uli Egen, Trainer der Kassel Huskies, war nach der Partie im Kabinengang voll des Lobes für EHC-Keeper Tim Kühlem, der besonders im ersten Drittel seine Mannschaft lange im Spiel gehalten hatte. „Der hat locker vier, fünf Großchancen pariert.“ Das Lob jedoch hatte sich freilich nicht nur Kühlem verdient, sondern die gesamte Mannschaft, die in den ersten 30 Spielminuten richtig gut dagegen gehalten hatte. Nur 1:2 nach dem ersten Drittel, ein respektables 1:5 nach dem zweiten Durchgang - es sind schon die kleinen Dinge, die Fans und Trainer dieser Tage glücklich machen in einer ansonsten „gebrauchten“ Saison in der Oberliga West. Ins Bild dieser Spielzeit passt es eben auch, dass Kassel das letzte Drittel mit 11:0 gewinnt, die Partie am Ende mit 16:1 für sich entscheidet. Derart zu verlieren und trotzdem von einem guten Spiel zu sprechen klingt nach Durchhalteparolen - doch die aufopferungsvoll kämpfenden Bären haben sich das Lob mit viel Einsatz und Willen erarbeitet, mag das Ergebnis auch noch so deutlich ausfallen. Es mag an der Dreifach-Belastung für Kassel gelegen haben - samstags noch hatte man in Krefeld mit 8:3 gewonnen und zudem die Heimreise im Sonderzug mit den Fans angetreten - dass die Huskies in Neuwied nur langsam in Fahrt kamen. Vor allem aber spielte es eine Rolle, dass die Bären mit hohem Engagement in das ungleiche Duell gingen. Und das, obwohl vier Stürmer im Kader fehlten (Stephan Petry, Stefan Kaltenborn, Marc Blumenhofen, Jan-Niklas Linnenbrügger). Im Gegenzug feierte Rückkehrer Christian Neumann ein erfreuliches und solides Comeback in der Verteidigung der Bären. Und so dauerte es bis zur 17. Spielminute, ehe Daniel Willaschek die Gäste in Führung brachte. Für die Statistik sei festgehalten: So spät hat mit Ausnahme von Ratingen bisher noch keine Gästemannschaft in der Bärenhöhle ihren ersten Treffer markiert. Der zweite folgte dafür umso schneller, denn in Minute 19 erhöhte Bradley Snetsinger auf 2:0. Wie beeindruckend laut 400 Fans sein können, von denen 25 aus Kassel kamen, zeigte sich 28 Sekunden vor der ersten Pausensirene: Patrick Lomascolo und der Ex-Neuwieder Alexander Engel waren in einem Laufduell zu Fall gekommen, der Kanadier aber umgehend wieder aufgesprungen und so mit der Scheibe alleine vor Huskies-Keeper Adam Ondraschek aufgetaucht. Lomascolo traf zum 1:2 (20.) - keine schlechte Bilanz nach 20 Minuten Eishockey David gegen Goliath. Viel schlechter liest sich die Bilanz auch nach 40 Minuten nicht. Kassel hatte durch Petr Sikora (29.), Daniel Willaschek (29.) und Ales Kreuzer (38.) auf 5:1 erhöht. Das entsprach auch den Spielanteilen, die Gäste hatten die Initiative übernommen. Allerdings vergab Patrick Lomascolo gleich zwei Großchancen (21., 27.) das Ergebnis aus Sicht des EHC noch angenehmer zu gestalten.

Im letzten Drittel hingegen wichen bei den Neuwiedern die Kräfte, die Huskies taten hingegen noch etwas für das Torverhältnis. Sven Valenti (41.), Michael Christ (44.), Daniel Willaschek (45.), Ales Kreuzer (zwei Tore in Minute 47, 58.), Petr Sikora (52., 58.), Bradley Snetsinger (57., 58.) und Tobias Schwab (59.) erhöhten noch auf 16:1. „Die ersten 20 Minuten hatten wir noch ein wenig schwere Beine“, sagte Kassels Trainer Uli Egen. „Tim Kühlem hat aber auch überragend gehalten. Im zweiten und dritten Drittel muss ich meiner Mannschaft ein Kompliment machen, dass sie immer weiter nach vorne gespielt hat. Aber auch ein Kompliment an Neuwied, die haben 30 Minuten richtig gut mitgespielt.“ So hatte es auch EHC-Trainer Arno Lörsch gesehen. „Die ersten 30 Minuten waren wirklich in Ordnung. Wir haben einige Chancen zu wenig ausgenutzt. Am Ende ist uns dann die Luft ausgegangen. Wir können heute mit erhobenem Kopf vom Eis gehen.“

Foto: www.fischkopp-medien.de.

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Rund ums Haus
3+1 Aktion
150 Jahre Zeitungstradition
Bürgerinformation
Wir feiern 150 jährigen Geburtstag
150-jähriges Jubiläum Krupp Verlag
Rund ums Auto
Empfohlene Artikel
Simone Busch im Vorstart zum Historic Monoposto Race in Zandvoort
21

Zandvoort. Beim dritten Saisonlauf der Historic Monoposto vom 10. bis 12. Juli auf dem Formel-1-Kurs im niederländischen Zandvoort zeigte Simone „Moni“ Busch vom AC 1927 Mayen vor beeindruckender Strandkulisse eine starke Leistung. Rund 40 historische Formel-3-, Formel Ford 2000- und Formel Ford 1600-Fahrzeuge gingen bei sommerlichen Temperaturen an den Start.

Weiterlesen

Am Boxring
126

Neuwied. Wenn im Boxring Sekunden über Sieg oder Niederlage entscheiden, beginnt für David Nocker oft der wichtigste Teil seiner Arbeit. Der 44-jährige Neuwieder ist seit Januar 2018 als Cutman im Profiboxen tätig und hat sich in der Zeit einen hervorragenden Ruf in der internationalen Boxszene erarbeitet.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die TuS Koblenz freut sich auf Euren Besuch
151

Koblenz. Die TuS Koblenz lädt am Samstag, 25. Juli 2026, zum großen Sommerfest ins Stadion Oberwerth ein. Von 13 bis 22 Uhr erwartet die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie. Neben der offiziellen Mannschaftsvorstellung steht ein bunter Mix aus Unterhaltung, Musik und Mitmachaktionen auf dem Programm.

Von Marcel Günther aus Koblenz

Weiterlesen