Gymnasial-Turn-Ruder-Verein Neuwied (GTRVN)
Wanderfahrt auf Elbe, Alster und Este
Die 13 Teilnehmer verbanden das ausgiebige Rudern mit dem spannenden Entdecken der Elbmetropole
Hamburg. Das lange Himmelfahrtwochenende nutzten 13 aktive Ruderer des Gymnasial-Turn-Ruder-Vereins Neuwied (GTRVN) für eine Wanderfahrt nach Hamburg. Die Deichstädter bezogen für vier Tage Quartier im Bootshaus des Wanderrudervereins „Die Wikinger“ im Hamburger Stadtteil „Veddel“. Die Wikinger stellten für die Wanderfahrt nicht nur Ruderboote zur Verfügung, sondern auch ortskundige Steuerleute. Dies erwies sich als sehr hilfreiche Unterstützung, denn das große Ruderrevier in und um Hamburg ist an vielen Stellen sehr anspruchsvoll und bietet einige Gefahren, insbesondere durch hohes Verkehrsaufkommen mit riesigen Containerschiffen sowie zahlreichen Schleppern, Barkassen und Fähren. Hinzu kommt etwas, was den Ruderern am Rhein vollkommen fremd ist, sich ständig ändernde Ruderbedingungen durch den Tidenhub. Hier gilt es, die Tagesetappen zeitlich exakt so zu planen, dass das ab- oder zulaufende Wasser die Rudertätigkeit unterstützt und nicht behindert. Die Ruderleitung der Wikinger hatte für die befreundeten Ruderer vom Mittelrhein eine detaillierte Wanderfahrtplanung erarbeitet, die nicht nur die Strecken, sondern auch eine auf die Minute präzise Zeitplanung beinhaltete. Die Zeitplanung war allerdings nicht unbedingt etwas für Morgenmuffel. Aufstehen war immer um 6 Uhr angesagt, denn um 7 Uhr musste das Bootshaus bereits mit einem Frühstück gestärkt verlassen werden, um rechtzeitig auf dem Wasser sein zu können. Jetzt musste nur noch das Wetter mitspielen, denn einige der ausgesuchten Strecken sind bei starkem Wind für Ruderboote nicht geeignet. In diesem Punkt hatten die Ruderer vom GTRVN viel Glück, denn über die gesamte Zeit gab es ausgezeichnete äußere Bedingungen: angenehme Temperaturen, keine Niederschläge, akzeptable Winde. Der Tidenhub und das frühe Aufbrechen hatten zudem noch einen positiven Nebeneffekt: um die Mittagszeit bot sich in einigen Fällen die Möglichkeit, die Rudertour zu unterbrechen und einige touristische Höhepunkte zu genießen.
Die Ruderaktivitäten starteten an Himmelfahrt mit einer kurzen Tour vom Bootshaus der Wikinger zum Hansahafen, wo die Neuwieder das Hafenmuseum besichtigten und in einer kurzweiligen Führung viel Interessantes über den Hamburger Hafen erfuhren. Danach wurde die Etappe nach Over fortgesetzt, um nach insgesamt 27 Ruderkilometern über die Süderelbe die Pionierinsel in Harburg zu erreichen. Am Folgetag führte die Rudertour von Harburg aus unter der bekannten Köhlbrandbrücke hindurch bis zum Köhlbrand. Dort wurde die Elbe gekreuzt und am Museumshafen Övelgönne, am Airbusgelände in Finkenwerder und an Blankenese vorbei die unbewohnte Elbinsel „Schweinesand“ angesteuert. Dort wurde im weißen Sand eine gemütliche Mittagspause eingelegt, um das „Kippen der Tide“ abzuwarten, um danach mit der Strömung die Este hinauf nach Buxtehude zu rudern. Nach einer Tagesleistung von 35 km konnten sich die Ruderer bei einem Volksfest in Buxtehude mit zahlreichen Essens- und Getränkeständen stärken. Anschließend wurde mit der S-Bahn die Rückfahrt nach Hamburg angetreten, abends wurde dann noch gemeinsam das Miniatur Wunderland Hamburg besucht.
Genügend Zeit für Sehenswürdigkeiten
Am Samstag ging es sehr früh mit der S-Bahn zurück nach Buxtehude, um von dort nach Blankenese zu rudern. Das ablaufende Wasser ermöglichte nicht nur ein problemloses Anlegen am Strand dieser bekannten Hamburger Adresse, sondern brachte auch noch genug Zeit für touristische Aktivitäten. Die Ruderer erhielten eine eigene Führung im Fischerhaus-Museum, einem typischen Blankeneser Doppelhaus aus dem 17. Jahrhundert, in dem mehrere Familien auf engstem Raum wohnten. Danach wurden in einem Kaffeegarten mit herrlicher Aussicht auf die Elbe frische Waffeln genossen. Nach dieser Stärkung wurde mit der rückkehrenden Flut die Ruderetappe ins Hamburger Zentrum fortgesetzt.
Von Blankenese aus ging es an Finkenwerder und dem Containerterminal Burchardkai vorbei über den Fischmarkt Altona zu den Landungsbrücken. Unterwegs konnte sogar noch ein Blick auf das bekannte Kreuzfahrtschiff „Queen Elizabeth“ geworfen werden.
Von den Landungsbrücken ging es über zwei Schleusen über die Binnen- und Außenalster in den Osterbekkanal. Auch an diesem Tag wurde ein Tagespensum von 35 Ruderkilometern bewältigt.
Am Sonntag war dann zum Abschluss nur eine vergleichsweise kurze Ruderetappe möglich, da bereits am Nachmittag die Rückfahrt an den Mittelrhein anstand. Auch wenn an diesem Tag nur 14 km gerudert wurden, gab es trotzdem wieder viel zu sehen. Über diverse Alsterkanäle und den Stadtparksee ging es in die Speicherstadt und danach zurück zum Bootshaus der Wikinger in Veddel.
Die Zeit in Hamburg ging leider viel zu schnell vorbei. Dank der perfekten Planung und Organisation der sympathischen und stets hilfsbereiten Hamburger Ruderkameraden sowie der guten äußeren Bedingungen durften die Deichstädter einige unvergessliche Tage mit vielen eindrucksvollen Impressionen in der Elbmetropole verbringen.
Am Ende waren sich alle einig: „Hamburg, wir kommen sicher bald wieder zurück.“
