Konzert des Frauenchors des Geghard-Klosters in der Hauptkirche St. Matthias in Neuwied
Weltklasse aus Armenien in Neuwied
Altehrwürdige Klänge schallten eine Stunde lang durch das Kirchengewölbe
Neuwied. Die katholische Hauptkirche St. Matthias bot kürzlich herausragende Musik-Kultur. Aus Armenien weilte der Frauenchor des Geghard-Klosters in Neuwied. Eine Stunde lang genoss das Publikum in dem mächtigen Kirchenschiff einen Klang, wie er in dieser Fülle sonst höchstens von russischer Kirchenmusik bekannt ist. Armenien wurde bereits im Jahre 301 vollständig christlich. Die älteste armenische Kirche stammt aus dem Jahr 66 nach Christus. Ihr Gründer war vermutlich noch ein Jünger von Jesus. Die kirchlichen Gesänge der Armenier werden einstimmig vorgebracht.
Ihr Stil kann vielen Westeuropäern vertraut vorkommen. Denn der gregorianische Choral erfolgt in der gleichen Technik. Nur sind die römisch-katholischen Lieder 300 Jahre jünger. Zu jener Zeit waren in dieser Gegend die Franken gerade erst im Begriff, wirklich Christen zu werden. Einstimmige Choräle erzeugten eine besonders andächtige Stimmung. Diese war dem Anlass angemessen. Denn die Armenier gedachten des Völkermordes an ihnen im Jahr 1915 - vor genau 100 Jahren. Ein geweihter Kreuzstein erinnert am Kreisel Andernacher und Langendorfer Straße an die damaligen Gräuel. Die armenische Gemeinde Neuwied feiert ihre Messen als Gäste ihrer katholischen Geschwister in St. Bonifatius zu Niederbieber. Sie gründete die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen zu Neuwied mit.
Viele junge Paare mit fröhlichen, lebhaften Kindern gaben bei dem Konzert Hoffnung, dass ihre uralte christliche Kultur Neuwied auch in Zukunft wirklich kulturell bereichert.
