Politik | 29.09.2020

Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept gestartet

11,6 Mio. Euro schweres Großprojekt wird Kommunalpolitik über Jahre beschäftigen

Grundförderantrag soll fristgerecht zum 30. September eingereicht werden - Neubau der Grundschule samt Dorfsaals in Oberndorf als erster konkreter Programmantrag - Ausschüsse stimmen in gemeinsamer Sitzung zu

Swisttal. Ein ambitioniertes Großprojekt, das die Kommunalpolitik der Gemeinde Swisttal während der ganzen nächsten Wahlperiode und noch darüber hinaus beschäftigen wird, brachten der Umweltschutz-, Wirtschaftsförderungs- und Energieausschuss sowie der Planungs- und Verkehrsausschuss in einer gemeinsamen Sitzung endgültig auf den Weg: Der Grundförderantrag für das insgesamt 11,6 Millionen Euro schwere „Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept“ (ISEK) soll fristgerecht zum 30. September bei der Bezirksregierung Köln zur Förderung eingereicht werden. Als Startprojekt der insgesamt 17 Einzelmaßnahmen wird zugleich der geplante Neubau einer Grundschule samt Dorfsaal in Odendorf als erster konkreter Programmantrag eingebracht.

Insgesamt 17 Einzelmaßnahmen

Städteplaner Sebastian Horstkötter vom beauftragten Planungsbüro DSK-BIG stellte das Projekt noch einmal ausführlich vor. Sechs der insgesamt 17 Einzelmaßnahmen sind demnach in Odendorf beheimatet, zwei in Buschhoven und drei in Heimerzheim. Fünf Maßnahmen besitzen keine räumliche Zuordnung. Der Fokus liegt dabei auf der Aufwertung des öffentlichen Raums sowie der Gemeindebedarfseinrichtungen.

Dabei rechnet man mit Zuschüssen aus der Städtebauförderung des Landes in Höhe von mindestens 70 Prozent der Kosten, „vielleicht werden es auch 80 Prozent“, machte Horstkötter sogar Hoffnung auf einen noch größeren Geldregen. Mithin hätte die Gemeinde bei einem Eigenanteil von 70 Prozent lediglich 3,5 Millionen Euro zu stemmen, die restlichen gut acht Millionen Euro kämen aus der Landeskasse. Allerdings nicht auf einen Schlag, sondern über voraussichtlich sechs bis acht Jahre verteilt. Ohnehin müsse jedes einzelne Projekt noch einmal gesondert geplant und beantragt werden.

Orbach soll wieder Mittelpunkt werden

Den Auftakt macht der Neubau der Grundschule samt neuem Dorfsaal in Oberndorf – an sich schon ein Megaprojekt für die Gemeinde Swisttal mit Gesamtkosten von 11,7 Millionen Euro. Davon entfällt allerdings nur der außerschulische Bereich im Wert von 2,6 Millionen Euro, vor allem der Dorfsaal selbst und Teile des Kellergeschosses, in die Städtebauförderung. Der Löwenanteil von gut 9 Millionen Euro betrifft den Neubau der Grundschule, wofür es nach jetzigem Stand überhaupt keinen Zuschuss geben wird.

Außerdem will man den Orbach wieder in den Mittelpunkt des dörflichen Geschehens in Odendorf rücken, wozu auch die beidseits verlaufenden Straßen neu gestaltet werden sollen.

Für diese Maßnahme rechnet man mit Kosten von 4,6 Millionen Euro. An der Ecke Flamersheimer Straße/Odinstraße/Bendenweg will man einen Kreisverkehr errichten, außerdem soll der Zehnthofplatz attraktiver gestaltet werden, ebenso das Umfeld der Kirche samt Zugang zum künftigen Dorfsaal in der Grundschule.

Den Ortskern von Buschhoven stärken

In Buschhoven steht der Ortskern im Mittelpunkt der Überlegungen, hier will man die Nahversorgung im Zentralbereich erhalten und sogar noch ausbauen. Dafür soll der Dietkirchenhof für geschätzte 4,2 Millionen Euro neu gestaltet werden und im Anschluss auch der Toniusplatz samt Weiher für eine weitere Million Euro ein neues Gesicht erhalten. Für Odendorf und Buschhoven soll außerdem ein Hof- und Fassadenprogramm aufgelegt werden, um die privaten Besitzer von Gebäuden bei erhofften Sanierungsmaßnahmen unterstützen zu können.

In Heimersheim schließlich seien nur vergleichsweise kleinere Maßnahmen vorgesehen, was aber auch damit zusammenhänge, dass dort in den vergangenen Jahren bereits die Sanierung des Kleinschwimmbades am Schulcampus mit 4,5 Millionen Euro und die Sportanlage mit 770.000 Euro zu jeweils 100 Prozent vom Land bezuschusst worden seien. Die Fördergeber von Land und Bezirksregierung seien der Ansicht, dass damit schon genug Geld in den Ort geflossen sei, sodass die verbliebenen Maßnahmen voraussichtlich nicht aus der Städtebauförderung, sondern aus dem geringer dotierten Dorfentwicklungsprogramm und der Gewässerförderung bezuschusst werden könnten.

Mehrgenerationenfläche in Heimerzheim

Es handelt sich um die Umgestaltung des Peter-Esser-Platzes zu einer „Mehrgenerationenfläche“ für voraussichtlich 700.000 Euro sowie um den Umbau des Alten Klosters in eine „Interkulturelle Begegnungsstätte für alle Generationen“. Allerdings, so Städteplanerin Nicole Eichmanns von der Gemeindeverwaltung, könne man für solche Maßnahmen auch andere Fördertöpfe anzapfen, von denen es derzeit jede Menge gebe.

Alles in allem sei mit der Realisierung der Maßnahmen in 8 bis 9 Jahren zu rechnen, erklärte Horstkötter. Wobei es durchaus möglich sei, dass das eine oder andere Projekt noch verändert werde oder sogar ganz herausfalle und dafür neue Ideen zum Tragen kämen. „Es handelt sich um einen lebendigen Prozess, bei dem noch jede Menge Nachjustierung erforderlich sein wird“, sagte auch Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner (CDU) voraus. Ohnehin wies sie darauf hin, dass die Swisttaler in drei großen Bürgerwerkstätten mit sehr großer Beteiligung an dem Projekt mitgewirkt hätten. Darüber hinaus habe es auch noch eine intensiv genutzte Online-Beteiligung und sogar eine extra Jugendbeteiligung im Internet gegeben. Bei einem ersten Rundgang mit Vertretern des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung sowie der Bezirksregierung Köln durch die fraglichen Bereiche der drei Ortschaften sei in der vergangenen Woche die Förderfähigkeit bereits grundsätzlich positiv eingeschätzt worden, wobei vor allem für Buschhoven noch Nacharbeiten nötig seien. Bis Mitte Januar habe man dafür Zeit, denn wegen Corona gebe es ausnahmsweise eine Nachreichfrist für Antragsunterlagen.

JOST

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