Politik | 29.03.2018

Verbandsgemeinderat Weißenthurm beschloss den Bau von drei neuen Kindertagesstätten

14,5 Millionen Euro werden investiert

Durch Erweiterung der Wohnbauflächen könnten Einwohnerzahlen auf 1500 und Kinderzahl um 250 steigen

Auf diesem freien Gelände wird die zukünftige Weißenthurmer Kindertagesstätte gebaut. Die Lage unter der B 256 musste aufgrund der Lärmsituation bei der Planung besonders berücksichtigt werden.  GeoBasis-DE/LVermGeoRP

Weißenthurm. Gerade eingeweiht und muss schon erweitert werden: die neue Integrative Kindertagesstätte „Paukenzwerge“ im Mülheim-Kärlicher Gewerbepark. Nicht nur das, auch in Weißenthurm und Urmitz sollen neue Kindertagesstättenplätze für fast 14,5 Millionen Euro entstehen, denn die Verbandsgemeinde Weißenthurm darf sich über viele Kinder freuen. Daher nahm bei der jüngsten Verbandsgemeinderatssitzung das Thema Kitas breiten Raum ein. Dafür sind eigentlich die Städte und Ortsgemeinden zuständig, die jedoch, mit Ausnahme von Kettig, diese Aufgabe an die Verbandsgemeinde übertragen haben. Dafür steigt die Umlage, was jedoch kostengünstiger ist, als ein kompletter Neubau in Eigenregie der jeweiligen Gemeinde.

Nun beschloss der Rat, die Kita Paukenzwerge um vier Gruppen zu erweitern. Für Urmitz liegt der Neubauplan für eine viergruppige und für Weißenthurm gar für eine achtgruppige Kita vor. Damit die im Sommer 2020 fertig werden, müssen alle Bauantragsunterlagen bis Mitte Juli bei der Kreisverwaltung vorliegen.

Die Planungen und die dafür notwendigen Investitionen überschreiten aber die Vergabekompetenz des Verbandsgemeindebürgermeisters und des Bau-, Vergabe- und Umweltausschusses. Deshalb bat Bürgermeister Georg Hollmann den Rat, die Kompetenz für die Planungen in unbegrenzter Höhe auf den Bau-, Vergabe- und Umweltausschuss der Verbandsgemeinde zu übertragen, „damit es schnell geht“, so Hollmann.

Kompetenzübertragung findet Zustimmung aller Fraktionen

„Es ist schwierig, wenn man Kompetenzen verlagert. Das hatten wir schon mal ,und es war positiv. Daher werden wir eine weitere Ausnahme genehmigen“, erklärte Jan Schatton von der SPD-Fraktion, und auch alle anderen Fraktionen stimmten zu.

In einer Powerpointpräsentation informierten die Architekten den Rat über die Raumpläne der neuen Einrichtungen. Der Andernacher Architekt Jörg Fischer plant auch den Erweiterungsbau der Integrativen Kindertagesstätte in Mülheim-Kärlich. Der bietet Platz für 44 Kinder unter drei (U3) und für 86 Kinder über drei Jahren. Außerdem sind zehn integrative Plätze vorgesehen auf den insgesamt  560 Quadratmetern Nutzfläche. In dem gerade eröffneten Gebäude sollen dann später ausschließlich Kinder über drei Jahre betreut werden, während die Nestgruppe dann in den Neubau umziehen muss. Das vorhandene Gebäude wird in Richtung Westen um einen viergruppigen Bau mit entsprechenden Nebenräumen im gleichen Stil ergänzt. Für die Erweiterung wird mit Kosten von etwas mehr als drei Millionen Euro gerechnet. Im Haushaltsplan 2018 sind dafür bereits 1,3 Millionen Euro ausgewiesen.

Urmitz benötigt Raum für vier statt nur für drei Gruppen

Den Neubau einer viergruppigen Kita in Urmitz stellte Architekt Peter Meurer von der VG-Verwaltung vor. Ursprünglich waren auf dem als Spielplatz genutzten, gemeindeeigenen Grundstück am „Lehpfad“ nur drei Gruppen vorgesehen, aufgrund der Bedarfsplanung sind aber vier Gruppen erforderlich. Das Raumkonzept sieht einen Bedarf von 26 Plätzen für Kinder unter drei Jahren und 54 Plätze für Kinder über drei Jahren auf rund 920 Quadratmetern Gesamtfläche vor. Das eingeschossige Gebäude gliedert sich in Bereiche für die Gruppen sowie Verwaltungs- und Personalräume und einen Mehrzweckraum. Im Ü3-Bereich öffnen sich die Gruppenräume nach Osten, im U3-Bereich nach Süden. Vor den Gruppenräumen bilden Gebäudeeinschnitte die witterungsgeschützten Außenräume. Die Ausrichtung der Schlafräume wird nach Norden vorgenommen. Die Garderoben sind mit „Matschschleusen“ kombiniert, über die die Kinder das Außengelände erreichen. Der Neubau wird etwa 3,9 Millionen Euro kosten, inklusive Architektenleistungen von rund 280.000 Euro, die durch Mitarbeiter der Verbandsgemeindeverwaltung erbracht werden. Im Haushaltsplan 2018 sind für den Neubau der Kindertagesstätte in Urmitz 700.000 Euro ausgewiesen.  

In Weißenthurm müssen rund 7,5 Millionen investiert werden

In der Stadt Weißenthurm ist statt einer sechsgruppigen jetzt eine achtgruppige neue Kita auch als Ersatz für die Einrichtung St. Franziskus notwendig. Standort wird die unbebaute Fläche „In der Rheinhell“ neben der Rheinbrückenauffahrt sein, die bislang als Kirmesplatz genutzt wurde.

Wegen der Hochstraße B 256 wurde das Ingenieur-Büro Pies mit einer Studie zur Lärmsituation beauftragt. Der Zielwert von 55 Dezibel wird um bis zu fünf überschritten,  kann aber durch eine geeignete Anordnung der Gebäudestruktur erreicht werden. Die und die gesamte Bauplanung erläuterte Architektin Raphaela Adler von der VG-Verwaltung. Da im Nestbereich, Altersgruppe ein bis drei Jahre bis zu 45 Kinder betreut werden sollen, sind drei Gruppenräume mit zusätzlichen Nebenräumen auf rund 390 Quadratmetern geplant.

Für den Regelbereich (drei bis sechs Jahre) sieht das Planungskonzept die Betreuung von 135 Kindern vor. Dafür sind fünf Gruppenräume mit zusätzlichen Funktionsräumen sowie einem Mehrzweckraum auf einer Nutzfläche von etwa 755 Quadratmetern erforderlich. Die Nest- und Regelbereiche werden räumlich voneinander getrennt betrachtet.

Ferner gibt es Bistro, Küche sowie Flächen für  Verwaltung und Haustechnik auf über 320 Quadratmetern. Laut Plan entsteht der eingeschossige Neubau mit einer Nutzfläche von insgesamt 1500 Quadratmetern. Die L-förmige Anordnung der Funktions- und Gemeinschaftsbereiche bildet eine Abgrenzung zur B 256. Im Anschluss öffnet sich das Gebäude über eine  Halle mit Atrium in die Bereiche für die Gruppen. Die Räume für den Nestbereich sind nach Südosten und für den Regelbereich nach Südwesten ausgerichtet. Die Kosten für den Neubau werden auf 7,5 Millionen Euro geschätzt. Auch hier sind Architektenleistungen von 520.000 Euro enthalten, die durch Mitarbeiter der Verbandsgemeindeverwaltung erbracht werden. Im Haushaltsplan 2018 sind für den Neubau der Kindertagesstätte in Weißenthurm 1,3 Millionen Euro vorgesehen. Drei Gruppen der neuen Kita werden als Ersatzneubau von der Stadt Weißenthurm finanziert.

In der Verbandsgemeinde Weißenthurm ist die Zahl der Kinder im Alter bis sechs Jahren in einem Jahr seit August 2015 um 66 auf 1995 Kinder gestiegen. In provisorischen Erweiterungen können bis zum Ende des Kindergartenjahres 2018 alle angemeldeten Kinder aufgenommen werden. Eine Unterdeckung gibt es jedoch in der Stadt Weißenthurm. Vorgesehen ist, in Mülheim-Kärlich, Rheindörfer und Weißenthurm jeweils drei zusätzliche Gruppen zu schaffen, was bei der derzeitigen Geburtenentwicklung mittelfristig ausreichen würde, um die Rechtsansprüche zu erfüllen.

Verbandsgemeinde wird in den nächsten Jahren weiter wachsen

Da die Städte und Gemeinden aber die Wohnbauflächen erweitern, könnte die Bevölkerung der Verbandsgemeinde um 1500 Einwohner wachsen. Dann könnte es zwischen 170 und 250 Kinder mehr als bisher angenommen geben. So könnten zusätzlich zu den bereits beschlossenen Kita-Erweiterungen in Weißenthurm zwei bis drei Gruppen, in Mülheim-Kärlich eine, in den Rheindörfern zwei bis drei und in Kettig eine bis zwei Gruppen notwendig werden.

„Drei beschlossene Kitas müssen wir größer bauen als angenommen“, führte Bürgermeister Georg Hollmann aus. „Es ist positiv, dass wir die bauen dürfen bzw. müssen, da wir außer in Kettig alle Kitas  übernommen haben.“ Dabei sei die Förderung durch das Land nach Ansicht Hollmanns jedoch unzureichend. „Der Bund will aber nachlegen, da müssen wir auf Richtlinien warten“, schloss der Bürgermeister. HEP

In Urmitz entsteht zwischen den Straßen Im Feld (unten) und Lehpfad (links) eine neue Kindertagesstätte.

In Urmitz entsteht zwischen den Straßen Im Feld (unten) und Lehpfad (links) eine neue Kindertagesstätte.

Auf diesem freien Gelände wird die zukünftige Weißenthurmer Kindertagesstätte gebaut. Die Lage unter der B 256 musste aufgrund der Lärmsituation bei der Planung besonders berücksichtigt werden. Fotos: GeoBasis-DE/LVermGeoRP

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