Politik | 16.01.2025

Wer im Kreis Neuwied für den Bundestag kandidiert, dem sollen Beschäftigte auf den „Renten-Zahn“ fühlen

2035 werden 50.600 Menschen im Rentenalter sein

Kreis Neuwied. Der Kreis Neuwied kommt in die Jahre: Heute leben rund 42.000 Menschen im Landkreis Neuwied, die im Rentenalter sind. Ihre Zahl wird in fünf Jahren bereits bei rund 44.300 liegen. Und 2035 werden rund 50.600 Menschen der „Generation Ü67“ angehören – ein „Senioren-Plus“ von 21 Prozent gegenüber heute. Das geht aus einer „RuhestandsPrognose“ hervor, die das Pestel-Institut im Auftrag der Gewerkschaft Nahrung-GenussGaststätten (NGG) gemacht hat.

Die NGG Mittelrhein warnt jetzt vor zu niedrigen Renten. Es gehe darum, ein „Abrutschen der Rente“ zu verhindern: „Wer im Alter genug Geld zum Leben haben will, muss sich am 23. Februar darum kümmern. Denn wie hoch die gesetzliche Rente sein wird, das kann jeder mitentscheiden – und zwar per Kreuz in der Wahlkabine bei der Bundestagswahl. Und die Rente ist für alle wichtig – für Jung und Alt: für den Azubi in der Gastronomie genauso wie für den Altgesellen in der Bäckerei oder für den Lagerarbeiter in der Lebensmittelproduktion“, sagt Volker Daiss.

Der Geschäftsführer der NGG Mittelrhein richtet deshalb einen „Renten-Appell“ an die Beschäftigten im Landkreis Neuwied. Sie sollen den Wahlkampf nutzen, um den Parteien auf den „Renten-Zahn“ zu fühlen: „Wer im Kreis Neuwied für den Bundestag kandidiert, muss Farbe bekennen. Die entscheidende Frage beim Straßenwahlkampf im Kreis Neuwied ist: Wie hoch wollen die Bundestagskandidaten die Rentenlatte legen?“

Denn der neue Bundestag und die Bundesregierung müssten dringend eine Rentenreform anpacken. „Der wichtigste Punkt dabei ist das Rentenniveau: Je höher es ist, desto mehr Geld haben die Senioren im Portemonnaie. Da geht es um jeden Prozentpunkt – auch hinterm Komma“, so Volker Daiss. Hier müsse es eine Haltelinie nach unten geben: „Unter 48 Prozent darf das Rentenniveau nicht sacken. Sonst rutschen nämlich noch mehr Menschen in die Altersarmut“, sagt der Gewerkschafter. Die NGG Mittelrhein fordert, dass das Rentenniveau zukünftig auch wieder auf 50 Prozent und höher steigen muss.

Neben diesem „Prozent-Check“ zur Rentenhöhe gehe es auch darum, die Positionen der Parteien zum geplanten Renteneintrittsalter abzuklopfen: „Ab wann sollen die Menschen ohne Abschläge in Rente gehen können? – Genau diese Frage sollten die Beschäftigten den Bundestagskandidaten im Kreis Neuwied ebenfalls stellen – und zwar bei jeder Gelegenheit, die sich bis zur Bundestagswahl bietet“, fordert Volker Daiss.

Parteien, die versuchten, das Renteneintrittsalter nach oben zu schrauben, machten eine „Weit-weg-Politik vom Arbeitsleben der Menschen“. Schon die Rente mit 67 sei für viele jetzt unerreichbar.

Außerdem fordert die NGG Mittelrhein einen „Rententopf für alle“: „Für alle muss es künftig eine Rentenkasse geben“, sagt NGGGeschäftsführer Daiss. Wichtig sei darüber hinaus, die Rente „finanziell auf solide Füße zu stellen“. Einer Aktienrente erteilt die NGG Mittelrhein damit eine klare Absage: „Die gesetzliche Rente mit ihren Beiträgen, für die Beschäftigte hart gearbeitet haben, hat an der Börse nichts zu suchen. Sie darf nicht – in Aktienpakete verpackt – gehandelt werden“, so Daiss. Auch das von CDU/CSU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz im Wahlkampf jetzt geforderte staatliche Aktien-Depot für Kinder sei nichts anderes als „der Beginn eines schleichenden Ausstiegs aus der gesetzlichen Rentenversicherung“.

Entscheidend für eine Rente, die zum Leben reicht, sei vor allem aber auch ein guter Lohn. Wer heute zum Mindestlohn arbeite, rutsche im Alter „schnurstracks in die Armut“. Aktuell gibt es nach Berechnungen, die das Pestel-Institut für die NGG gemacht hat, rund 16.600 Jobs im Landkreis Neuwied, in denen die Menschen weniger als 15 Euro pro Stunde verdienen. „So ein Niedriglohn ist nichts anderes als eine Armutsfalle fürs Alter“, sagt Daiss. Ziel müsse es sein, mehr Jobs zu haben, in denen der Tariflohn gezahlt werde. Auch darum gehe es bei der Bundestagswahl. „Das Stichwort heißt: Bundestariftreuegesetz. Auch darauf warten viele Niedriglohn-Beschäftigte im Kreis Neuwied“, sagt Volker Daiss. Es gehe immerhin darum, dass bei öffentlichen Aufträgen künftig konsequent der Tariflohn gezahlt werde.

Pressemitteilung

NGG Mittelrhein

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