Öffentliche Sitzung des Werksausschusses in Bad Breisig
3,5 Millionen Euro für die Sanierung der Römer Thermen
Stadt hofft auf einen Millionenzuschuss aus EU Mitteln
Bad Breisig. Die Römerthermen werden den Kurbetrieben der Stadt Bad Breisig und der Stadt selbst im nächsten Jahr lieb und teuer werden. Lieb, weil die Badelandschaft energetisch und emissionstechnisch auf den neuesten Stand der Dinge gebracht wird. Auf dem Stand des Jahres 2014 gerechnet sollen die Energiekosten für die Thermen dann per anno um rund 200.000 Euro sinken. Lieb auch, weil die Stadt Bad Breisig auf eine Zuweisung von rund einer Million Euro aus dem EVRE-Programm der EU hofft.
Erste Zahlen und Hausnummern wurden bei der öffentlichen Sitzung des Werksausschusses genannt. Und dann kommt ja noch die Abteilung teuer. Um die Energietechnik der Römerthermen auf dem Stand der Zeit zu bringen und zukunftsfähig zu machen, soll wirklich viel Technik eingebaut werden. Den wissenschaftlichen Überbau lieferte bei der Sitzung Marie-Isabell Hocheisel von der Transferstelle Bingen (TSB). Für die Römerthermen ist dabei ein energetischer Dreiklang geplant. Die Grundlast soll durch ein Blockheizkraftwerk (BKHW) abgedeckt werden und dann soll das 32° warme sehr eisenhaltige Wasser der Quelle über eine Thermalwasser-Wärmenutzung (Wärmetauscher) genutzt werden. Um Spitzenlasten zu bewältigen, soll zudem ein hochmoderner Gas- Brennwertkessel eingebaut werden. Hightech, die ihren Preis haben wird. Das Gesamtpaket beläuft sich auf 2.015.000 Euro. Maria-Isabel Hocheisel stellte verschiedene Varianten der Nutzung vor und ging vor allen Dingen auf die Größe des BKHW ein. Denn in der momentanen Situation sind der Verkauf und die Einspeisung von Strom ins Netz nicht unbedingt attraktiv. „Wir müssen das Augenmerk darauf legen, den Eigenverbrauch möglichst durch Eigenproduktion abzudecken“, so die Mitarbeiterin der Transferstelle in Bingen. Doch damit ist teuer noch nicht zu Ende. Denn die neue Technik findet im Keller der Römer-Thermen keinen Platz mehr. Es soll also eine neue Technikzentrale gebaut werden, die vor allen Dingen die Elektronik der Geräte vor der nicht eben unproblematischen Badeluft mit ihren Chlorgasanteilen absichern soll. Die Nettokosten für diese Technikzentrale belaufen sich auf 252.000 Euro. Die Zahlen im Werksausschuss wurden jeweils netto genannt, weil die Kurbetriebe der Stadt als Eigenbetrieb die Mehrwertsteuer sozusagen durch schieben können. Weiterhin gilt es aber auch, elektrotechnische Anlagen und Sicherheitstechnik in einem Auftragswert von 434.000 Euro zu installieren. Hinzu kommen rund 400.000 Euro für die Neuverfliesung der Becken und rund 100.000 Euro allgemeine Kosten. Toni Haas, Geschäftsführer der Kurbetriebe der Stadt Bad Breisig bezifferte in einer Auflistung den Gesamtinvestitionsbedarf auf rund 3,5 Millionen Euro. Haas hofft ebenso wie Bürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch, die die Sitzung in Breisiger Rathaus leitete, und Verbandsbürgermeister Bernd Weidenbach aber auf Hilfe von der EU. Erste Vorgespräche im Wirtschaftsministerium in Mainz weckten dabei berechtigte Hoffnungen. Kommt der Zuschuss von einer Million Euro dann werden die Kurbetriebe der Stadt die restlichen 2,5 Millionen über eine Kreditaufnahme zu stemmen haben. Im Haushalt der Stadt und auch im Haushalt der Verbandsgemeinde Bad Breisig wird die Politik diese Investitionen allerdings abzufedern haben.
Die genannten Kosten waren teilweise zwar schon recht genau ermittelt worden, beruhen teilweise aber auch auf Kostenschätzungen. Dies wurde in der Sitzung auch immer wieder deutlich betont. Zu Zeitfenstern und Baubeginn konnten Gutachter und den Experten noch keine genauen Aussagen geben. Festzustehen scheint, dass die Römer-Themen wegen der Neuverfliesung der Becken auf jeden Fall für rund vier Monate geschlossen werden müssen. Man hofft, den Bau der Technikzentrale und den Einbau der Technik parallel in diesen Schließungszeiten bewältigen zu können. Doch einen genauen Zeitplan gibt es im Bad Breisig noch nicht. „Wir werden uns noch in vielen Sitzungen der Ausschüsse und der Räte damit zu beschäftigen haben“, machte Bürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch allen Beteiligten klar.
Verbandsbürgermeister Bernd Weidenbach, der der Sitzung als Gast beiwohnte, betonte, dass der politische Wille zur energetischen Sanierung der Römer-Thermen da sei und mit dieser Werksausschuss Sitzung zum ersten Mal historisch „A“ gesagt habe. „In den weiteren Sitzungen muss dann finanztechnisch auch „B“ gesagt werden“, rief Weidenbach die Bad Breisiger Kommunalpolitik zu Geschlossenheit auf. Einstimmig nahm der Werksausschuss den Bericht der TSG Bingen zur Kenntnis, genehmigte die Ausgaben und forderte sowohl die Stadt Bad Breisig als auch die Verbandsgemeinde dazu auf ihre Haushalte bereits im Januar 2017 unter Dach und Fach zu bringen, um die Bauarbeiten an den Römer-Thermen möglichst schnell starten zu können. Gabriele Hermann-Lersch betonte noch einmal, dass man durch die massiven Energieeinsparungen ja auch so etwas wie eine Gegenfinanzierung der hohen Investitionen bekomme. „200.000 Euro im Jahr sind ein Pfund, dass wir in die Waagschale werfen können“, so die Stadtbürgermeisterin. Unbeantwortet blieben neben dem genauen Zeitplan eigentlich zwei Fakten. Es gibt noch keine Schätzung, wie viel Verlust durch die Schließung der Römer-Themen entstehen wird, auch weil dieser Zeitraum ja noch nicht bekannt ist. Und die Frage nach einer möglichen Betonsanierung im jetzigen Technikbereich des Schwimmbadkellers blieb in Notwendigkeit und Kostenhöhe offen. BL
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