Gemeinderat Thür beschließt einstimmig Bebauungsplan „Fallerstraße“ als Satzung
Acht-Familienhaus mit Physio-Praxis kommt
„Interessengemeinschaft Thür“ hatte sich im Vorfeld dagegen ausgesprochen
Thür. Nachdem der Gemeinderat Thür sich in seiner Sitzung am 4. Juni einstimmig für eine erste Änderung der Hauptsatzung der Gemeinde ausgesprochen hatte, stellte Stefan Schmutzler vom Ing.-Büro Dr. Siekmann und Partner zunächst den Entwurf für den Bebauungsplan „Zum Wingert II“ vor.
Der Annahme des Entwurfes und der öffentlichen Auslegung sowie der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange stimmte der Rat ebenfalls einstimmig zu.
Nach den Worten des Ersten Beigeordneten Jürgen Jakob, der den Ortsbürgermeister Rainer Hilger vertrat, reagierte die Gemeinde damit auf die große Wohnraum-Nachfrage in Thür.
Während eine Thürer Interessengemeinschaft sich bereits im Vorfeld mit Nachdruck gegen den vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Fallerstraße“ aussprach („BLICK aktuell“ berichtete) votierte der Gemeinderat für den allen Ratsmitgliedern vorliegenden und von Ortsbürgermeiser Rainer Hilger unterzeichneten Durchführungsvertrag zwischen der Ortsgemeinde Thür und dem Investor. Der Durchführungsvertrag ist zwingende Voraussetzung und damit Bestandteil der gesamten Planung. Weiterhin beschloss der Rat den Abschluss des erneuten Auslegungs- und Beteiligungsverfahrens unter Verweis auf die den Ratsmitgliedern ebenfalls als Teil der Niederschrift vorliegenden Einzelbeschlüsse.
Nachdem Stefan Schmutzler vom Ing.-Büro Dr. Siekmann & Partner sowohl den Sachverhalt als auch die Würdigung u.a. der Stellungnahme der Interessengemeinschaft ebenfalls ausführlich vorgetragen hatte, beschloss der Gemeinderat den Vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Fallerstraße“ (Planurkunde inkl. Vorhaben- und Erschließungsplan, textliche Festsetzungen) als Satzung und beauftragte die Verwaltung, den Beschluss öffentlich bekannt zu machen.
Geplant ist die Errichtung eines Acht-Familienhauses mit integrierter Physiotherapie-Praxis auf dem Gelände der inzwischen abgerissenen Gaststätte „Zur Traube“. Ein entsprechender Investor steht bereits in den Startlöchern.
In einer Abwägung/Würdigung der Anregung, bzw. Stellungnahme der Interessengemeinschaft wurde auf zwei Aspekte eingegangen: Zum einen auf die Vergrößerung des Baufensters zur Aufnahme lagemäßig veränderter Terrassen und Balkone und zum anderen auf eine zahlen- und lagemäßige Anpassung der notwendigen Stellplätze an die Stellplatzsatzung der Ortsgemeinde Thür und damit verbunden die Erhöhung der Grundflächenzahl.
So wird dem Einwand einer fehlenden Anpassung an die umgebende Bebauung sowie einer Überdimensionierung widersprochen, da im Gegensatz zu der bisherigen Bebauung die gesamte Gebäudegrundfläche mit ca. 40 Prozent erheblich reduziert werde. Außerdem wurde der neu zu errichtende Baukörper zur Einrichtung notwendiger Stellplätze von der Fallerstraße abgerückt, sodass ein ca. ein Meter breiter Streifen für Fußgänger geschaffen werden kann.
Nicht zuletzt heißt es in der Begründung (Würdigung) der Verwaltung: „Sämtliche Abstandsflächen entsprechen der Landesbauordnung Rheinland-Pfalz. Unzumutbare Einschränkungen für den Bestand ergeben sich daher nicht.“
Während der CDU-Fraktionsvorsitzende Winfried Berresheim bemerkte, dass immer, wenn es Veränderungen gebe, auch diverse Interessen abzuwägen seien, unterstrich der SPD-Fraktionsvorsitzende Friedel Arndt: „Wir sehen eine städtebaulich erhebliche Aufwertung der Fallerstraße, ebenso wie des gesamten Ortskerns.“
Last, but not least, folgte der Rat einem Antrag der CDU-Fraktion über verkehrsberuhigende Maßnahmen für die Straße „Alter Graben“ abzustimmen. Diese Straße wird häufig als Abkürzungsstrecke sowie morgens und mittags als Zuwegung zur Grundschule genutzt, um die Kinder dort hinzubringen, bzw. abzuholen. Einstimmig votierten die Anwesenden für eine Kombination aus einer Einbahnstraßenregelung und einer zusätzlichen Beschränkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 10 Km/h. Der Erfolg dieser Maßnahmen soll ein halbes Jahr lang getestet werden. Danach wird der Rat das Thema erneut diskutieren und eine entsprechend endgültige Entscheidung treffen.
FRE
