Politik | 25.08.2020

Die Wachtberger Parteien zum Radverkehr

Allgemeine Sympathie und einige konkrete Aussagen

Radverbindungen von Wachtberg. Foto: ADFC Wachtberg

Gemeinde Wachtberg. Mit Blick auf die Kommunalwahlen im September 2020 hatte sich die Ortsgruppe Wachtberg des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) Ende Juni mit Wahlprüfsteinen zur Verkehrswende an die im Gemeinderat und Kreistag vertretenen politischen Parteien und die Bürgermeisterkandidatinnen und -kandidaten gewandt.

Der Sprecher der Ortsgruppe, Andreas Stümer zeigt sich jetzt sehr erfreut, dass alle zur Wahl stehenden Parteien die Fragen des ADFC beantwortet haben. Alle sechs Parteien heben dabei die Bedeutung des Radverkehrs in Wachtberg hervor und wollen sich in der kommenden Ratsperiode für einen Ausbau des Radwegenetzes und die Erhöhung der Verkehrssicherheit einsetzen.

Stümer: „Wir bedanken uns für die teils sehr ausführlichen Antworten auf unsere Fragen, die wir auf der Website des ADFC Wachtberg in kompletter Form allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stellen.“

An dieser Stelle finden sich daher nur kurze Hinweise auf Antworten, die dem ADFC besonders aufgefallen sind. Die Reihenfolge entspricht dem Eingang der Antworten.

Von der CDU wird in einer ausführlichen Stellungnahme eine Verbesserung der Rad-Infrastruktur und -Sicherheit ebenso unterstützt wie Tempo-30-Zonen in den Ortschaften. Neben der bereits beschlossenen Fahrradstraße Berkumer Weg zeigt sich die Partei offen für weitere Vorhaben dieser Art. Besonderes Interesse finden mögliche Umsteigepunkte auf andere Verkehrsmittel, wie die Leih-Elektroräder am EKZ. Die Partei zeigt sich interessiert an einer Beteiligung an Kampagnen für das Radfahren und möchte dafür Vorschläge von Schulen und Vereinen wie dem ADFC aufgreifen. Abschließend findet sich in der Stellungnahme ein grundsätzliches Bekenntnis zu umwelt-schonender Mobilität. Die Rückmeldung der FDP ist eher allgemein gehalten und orientiert sich an einer Inspektionstour per Rad durch Wachtberg, in der der ADFC einige Problempunkte vorstellte. In erster Linie wird eine aktive Unterstützung im Sinne des Radverkehrs und für den Ausbau des Radwegenetzes zugesagt, wobei auch auf Vorschläge des ADFC zurückgegriffen wird. Konkret eingebracht wird die Forderung nach einem Radweg von Ließem nach Lannesdorf.

Auch positiv zum Radverkehr, dabei aber eher allgemein äußert sich auch die UWG. Sie fordert, die bisher eingeleiteten Maßnahmen zur Förderung der Radinfrastruktur auszuweiten und schneller umzusetzen. Für wichtig hält man eine deutlich bessere Anbindung von EKZ und ZOB durch Radwege.

Die Wählervereinigung Unser Wachtberg greift nur bestimmte Aspekte aus dem Fragenkatalog heraus, behandelt diese aber ausführlich. Unterstützt wird die Forderung nach asphaltierten Radverbindungen zwischen den Orten mit sicheren Straßenquerungen, eine Umsetzung wird aber aus Kostengründen nur schrittweise erwartet. Fahrradstraßen, stellenweise auch mit Durchfahrt-verboten für Kfz, und Tempo-30-Zonen werden befürwortet, bei Durchgangsstraßen aber als kaum durchsetzbar angesehen. Forderungen nach besserer Berücksichtigung des Fuß- und Radverkehrs bei Ampelschaltungen und Geschwindigkeitsbeschränkungen werden ausdrücklich unterstützt.

Alle Fragepunkte spricht die Antwort von Bündnis90/Die Grünen an. Für Ortsverbindungen wird schnell umsetzbaren, sicheren Überquerungen und Wegen mit ausreichender Breite Vorrang vor asphaltiertem Belag eingeräumt. Deutliche Zustimmung gibt es für Tempo-30-Zonen und die angesprochenen Fahrradstraßen sowie bei einer Kampagne für Bewegung per Rad oder zu Fuß. Außerhalb der Orte wird eine Höchstgeschwindigkeit von Tempo 70 für die gesamte Gemeinde befürwortet. Ampelkreuzungen sollen überprüft und so gebaut und geschaltet werden, dass der Fuß- und Radverkehr mehr berücksichtigt und vor allem die Sicherheit erhöht wird. Ortsüber-greifende Zusammenarbeit für überörtliche Netze wird gefordert, wobei auch auf aktuelle Fortschritte bei Planung und Finanzierung durch den Rhein-Sieg-Kreis hingewiesen wird.

Auch die SPD geht auf alle Punkte ein, unter der Prämisse, dem Radverkehr höchste Priorität einzuräumen. Ortsverbindungen mit sicheren Überquerungen werden angestrebt, wobei auf Hürden bei Asphaltierung und Grunderwerb hingewiesen wird. Der Wunsch nach weiteren Tempo-30-Zonen wird geteilt, Durchgangsstraßen aber als Hindernis für deren großflächige Durchsetzbarkeit benannt. Weitere Fahrradstraßen werden befürwortet und für eine Radkampagne Unterstützung zugesagt. Konkret wird eine sichere Lösung für die bestehende Ampelkreuzung am EKZ angestrebt. Die SPD hält eine überörtliche Zusammenarbeit für wichtig und weist auf bereits bestehende überregionale Foren zur Förderung des Radverkehrs im Rhein-Sieg-Kreis mit dem Kreis Ahrweiler hin.

Die Fragen sowie die kompletten Antworten aller Parteien finden sich unter www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-bonn/ortsgruppen/wachtberg.html

Nach dem erfreulichen Rücklauf erwartet Andreas Stümer eine gute Zusammenarbeit des ADFC mit Politik und Verwaltung in Wachtberg in der kommenden Ratsperiode. Er weist aber auch darauf hin, dass der ADFC die Umsetzung der Wahlaussagen durch die Parteien genau beobachten wird.

Pressemitteilung
ADFC Wachtberg

Radverbindungen von Wachtberg. Foto: ADFC Wachtberg

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