Politik | 04.11.2015

DGB Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg fordert

„Auch Betriebe müssen ausbildungsreif sein“

Bei freien Ausbildungsplätzen auf Qualität achten

Rhein-Sieg-Kreis. Nach der Veröffentlichung der aktuellen Ausbildungsbilanz für die Region Bonn/Rhein-Sieg meldet sich der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zu Wort. „Ja, wir können stolz sein auf die guten Zahlen der eingetragenen Ausbildungsverhältnisse im IHK- und Handwerksbereich. Die hohe Anzahl an unbesetzten Ausbildungsstellen gibt jedoch Anlass genauer hinzuschauen“, sagt der örtliche DGB-Vorsitzende Ingo Degenhardt.

Bei den vielen freien Ausbildungsplätzen wird alljährlich auf den - für die weitere wirtschaftliche Entwicklung so wichtigen Bereich - des Hotel- und Gaststättengewerbes hingewiesen. Die Appelle, sich hier zu bewerben, lassen nicht nach. Degenhardt meint dazu: „Appelle und das Werben für eine Ausbildung im dualen System sind richtig und wichtig, jedoch sollten die Jugendlichen auf den Qualitätsaspekt des Ausbildungsberufes achten. Qualitätsmängel in der betrieblichen Ausbildung sind offensichtlich: Viele Auszubildende werden als billige Arbeitskräfte missbraucht. Das zeigen Auswertungen unserer jährlichen Ausbildungsreporte.“

Der Gewerkschafter bemängelt zudem, dass es in einigen Branchen, so auch im Hotel- und Gaststättenbereich, ein „Imageproblem“ gibt. „Ausbildungsmängel sprechen sich bei den jungen Leuten und mit Hilfe der sozialen Medien schnell herum. In vielen Bereichen gibt es erhebliche Verstöße gegen Schutzvorschriften und Gesetze. Wir brauchen klare Rahmenbedingungen, und vor allem ist Kontrolle wichtig. Hier sind die Kammern eindeutig gefordert“, so Degenhardt.

Für den DGB ist es auch nicht verwunderlich, dass in Branchen, wie im Einzelhandel, im Lebensmittelhandwerk, bei zahnmedizinischen Fachangestellten und im Hotel- und Gaststättengewerbe, Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben. Degenhardt: „Wenn teils jedes vierte Ausbildungsverhältnis vorzeitig gelöst wird und bei den Köchen sogar jedes zweite, dann stimmt da etwas nicht, und es entsteht der Eindruck, dass auch Betriebe an ihrer Ausbildungsreife arbeiten müssen.“

Pressemitteilung des

DGB-Kreisverbands

Bonn/Rhein-Sieg

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