Bürgermeister und Mandatsträger der Rheinanlieger trafen sich in Bad Hönningen
Auch ohne BUGA - Beteiligung geht es voran
Verantwortliche aus der gesamten Region berieten sich
Region Mittelrhein. Zum zweiten Mal trafen sich die Bürgermeister und Touristiker und Wirtschaftsförderer der Städte und Verbandsgemeinden aus dem Bereich „Unteres Mittelrheintal“ mit Vertretern von rechts- und linksrheinischen Kreistagen, Landtag und Bundestag, um gemeinsam Pläne zu schmieden, wie die wirtschaftlichen Interessen der hiesigen Region zukünftig besser zur Geltung kommen. Schon Ende September hatten sich auf Initiative von MdL Guido Ernst die Verantwortlichen in Bad Breisig getroffen. Damals entwickelte man nach heißen Diskussionen den Plan, zur Vertretung der regionalen Interessen - zum Beispiel im Zusammenhang mit der Bewerbung um die BUGA - einen „Zeckverband Unteres Mittelrheintal“ zu erarbeiten; der sollte bei einem neuerlichen Treffen gegründet werden. Damalige Sorge: „Der Zug der Bundesgartenschau, für die sich die Gemeinden im Oberen Mittelrheintal beworben haben, könnte ohne uns abfahren.“ Wie sich bei dem jetzt stattgefundenen Bürgermeister-Treffen im Rathaus von Bad Hönningen erwies, war diese Sorge völlig berechtigt. Zwar haben die Kollegen zwischen Loreley und Koblenz noch keine Zusage, aber fest steht: Die hiesige Region bleibt hinsichtlich BUGA auf jeden Fall „außen vor“. Diese Erkenntnis sollte aber die Kommunen nicht entmutigen, denn „wir erwarten, dass der untere Mittelrhein auch ohne BUGA deutlicher wahrgenommen wird, wir haben wahrhaftig viel zu bieten“, wie Weißenthurms Bürgermeister Georg Hollmann klarstellte. „Wir sind eine starke Region und brauchen uns nicht zu verstecken,“ war die einhellige Meinung aller anwesenden Kollegen. Immer wieder wurde der Rhein als Bindeglied der Gemeinden beider Ufer erwähnt. „Wir müssen etwas daraus machen“, forderte MdL Hedi Thelen. Ihr schwebt eine Belebung des Flusses vor, zum Beispiel mit Wasser-Taxis als Verbindung der Kommunen untereinander. Andernachs OB Achim Hütten wies auf die unterschiedliche Struktur der Gemeinden hin, die trotzdem allem am gleichen Strick ziehen müssten, um die Region voran zubringen. Michael Kessler, Bürgermeister der Stadt Bendorf, erinnerte an die bereits vorhandene Mitgliedschaft aller Kommunen in der Organisation „Romantischer Mittelrhein“. Es sei doch sinnvoll, diesen Verein mit zusätzlichen Impulsen zu versehen und vor den regionalen Karren zu spannen, statt einen neuen Zweckverband zu gründen. Und: „Wir müssen den Rhein als Verbindung sehen, nicht als Trennung!“ Eine enge Zusammenarbeit sei wichtig – ob mit Zweckverband oder auf einer anderen Linie. Michael Mahlert, der gastgebende Bürgermeister von Bad Hönningen und Bernd Weidenbach, Bad Breisigs VG - Bürgermeister, hatten den Entwurf eines Zweckverbands erarbeitet, der an diesem Tag aber noch nicht zur Abstimmung gestellt wurde. Zunächst einmal sollen an einem „Studientag“ die Meinungen der interessierten Gemeinden ausdiskutiert werden. Dann soll der in Mainz zuständige Minister zu einem Gespräch gebeten werden, das mit der einen oder anderen Besichtigung verknüpft werden soll: Die Region will zeigen, was sie zu bieten hat, denn sie will teilhaben am Fördertopf, wenn er für die BUGA geöffnet wird. Bundestagsmitglied Mechthild Heil beschwor: „Wir müssen beiderseits des Rheins überlegen, was für uns gut ist. Wichtig - und nicht selbstverständlich - ist: gemeinsam agieren! Ob mit Zweckverband oder einem anderen Instrument - für die Region auf drei Ebenen kämpfen: Wirtschaft, Tourismus, Mobilität. Die Ärmel hochkrempeln: Unsere starken Kommunen haben erheblich mehr zu bieten, als die zwischen Loreley und Koblenz!“ Ergebnis des Treffens: Es wird nach dem Termin für einen „Studientag“ gesucht, bei dem die besten Köpfe der Region nach neuen Rezepten suchen, wie der Bereich von Koblenz bis zur nördlichen Landesgrenze nach vorne zu bringen ist.
FA
