Politik | 29.01.2020

Planung und Umweltausschuss Wachtberg war unzufrieden

Auf Filet-Fläche in Berkum darf es keine Standard-Einfamilienhausbebauung geben

Zwischen Wachtbergring und Burg Odenhausen sollen auf fünf Hektar Wohnungen und Gewerbeimmobilien entstehen - Ausschuss will mehr Mietwohnungsbau

Wachtberg. Eines der Filetstücke in der Gemeinde Wachtberg soll bebaut werden - aber anders, als es sich der Investor vorstellt. Das machte der Planungs- und Ausschuss in seiner jüngsten Sitzung deutlich, in der Markus Lauber von der Dornieden-Gruppe (Mönchengladbach) die noch im Anfangsstadium befindlichen Pläne erläutert. Das Immobilienentwicklungsunternehmen, das pro Jahr nach eigenen Angaben mehr als 500 Wohnungen realisiert, möchte auf einem fünf Hektar großen Gelände zwischen dem Wachtbergring und der Burg Odenhausen in Berkum sowohl Wohnbebauung wie auch Gewerbeimmobilien errichten. Dafür hat der Investor die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens beantragt.

Dem stimmte der Ausschuss zwar bei zwei Gegenstimmen zu, machte den Investoren aber klar, was man sich hier als Bebauung erwartet. Denn was Laufer und Architekt Ulrich Göhre dem Ausschuss in groben Zügen vorgestellt hatten, machte nicht nur Oliver Henkel (Grüne) „fassungslos“. Man wolle sich an die bereits vorhandene Bebauung im Rondo-Quartier anlehnen und mit Einfamilienhäusern oder Doppelhäusern arbeiten, hatte Göhre vorgetragen. Am Wachtbergring entlang, sozusagen in Verlängerung der „Wachtberger Mitte“, sollen Einzelhandelsgeschäfte und eventuell auch Büroraum entstehen.

Nahversorgungsangebote fußläufig zu erreichen

Mit der Entwicklung von Gewerbeflächen in diesem Bereich war man im Ausschuss durchaus einverstanden - mit der geplanten Struktur der Wohnbebauung allerdings nicht. Henkel: „An dieser herausgehobenen Stelle sollte keine Standard-Einfamilienhausbebauung entstehen. Vielmehr brauchen wir an dieser Stelle verdichteten Mietwohnungsbau auch mit kleineren Wohnungen für Menschen, die nicht mehr so mobil sind oder auf ein Auto verzichten möchten.“ Schließlich seien in unmittelbarer Umgebung zahlreiche Nahversorgungsangebote fußläufig zu erreichen, darunter Schule, Kindergarten, altersgerechtes Wohnen, ein großes Einkaufszentrum und die Geschäfte in der „Wachtberger Mitte“. Darüber hinaus wäre Henkel auch empfänglich für außergewöhnliche Gestaltungsvorschläge.

Bernd Düsterdiek (CDU) sah das genauso: „Für dieses Filet-Gelände darf es keine 08/15-Siedlung geben, hier gibt es besondere Anforderungen an die Qualität der Planung.“ Er hätte sich sogar einen Konzeptwettbewerb der Gemeinde vorstellen können. Ähnlich sah es Ulf Hausmanns (Unser Wachtberg), der allerdings zu bedenken gab, dass bei einer Erschließung über den Wachtbergring Verkehrsprobleme zu erwarten seien. „Der Verkehrsplaner muss ein Meisterstück abliefern, sonst gibt es dort Chaos.“ Außerdem befürchtet er, dass das geplante Baugebiet Auswirkungen auf die drei Quellen der Burg Odenhausen habe, was man auf jeden Fall gutachterlich untersuche müsse. Das habe man bereits überprüft, so Laufer, und dabei festgestellt, dass die Quellen der Burg an anderer Stelle lägen und somit nicht berührt würden.

20 Prozent geförderter Wohnraum soll entstehen

Maike Scholz (CDU) brachte auch Niedrigenergiehäuser oder gar autarkes Wohnen ins Gespräch, was aber nach Auskunft von Göhre derzeit noch nicht bezahlbar sei. Ein Blockheizkraftwerk sei allerdings geplant, das alle Gebäude mit Wärme und Energie versorgen soll, außerdem sollen die Dächer begrünt werden.

Erfolg hatte UWG-Sprecher Joachim Mittweg mit seinem Antrag, im noch zu erarbeitenden städtebaulichen Vertrag zwischen der Gemeinde und dem Investor festzuschreiben, dass mindestens 20 Prozent der Bruttogrundfläche öffentlich geförderter Wohnung sein müsse. Damit wolle man das Angebot an bedarfsgerechtem, preisgünstigem und qualitätsvollem Wohnraum erhöhen und die gesteigerte Nachfrage in diesem Segment bedienen. Somit können bezahlbare Wohnraum für beide Einkommensschichten geschaffen werden. JOST

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