Marktstraße wird im Juni in Angriff genommen
Aufwertende Modernisierung soll 2019 fertig gestellt sein
Neuwied. Die Pläne reichen bis ins vergangene Jahrtausend zurück. Nun geht es endlich los. Im Juni fällt der Spatenstich zur Erneuerung der Marktstraße. Die ist im wahrsten Sinne des Wortes in die Jahre gekommen und wie es im Verwaltungsdeutsch heißt „abgängig“. Der Asphalt gleicht in einigen Bereichen einem Flickenteppich. „Regelmäßig erreichen uns Anrufe, dass Platten des Gehwegs locker sind“, berichtet Jan Einig. Der Bürgermeister und Baudezernent hatte gemeinsam mit Kollegen aus dem Bauamt und Verantwortlichen von SBN und SWN zum Pressegespräch ins Rathaus eingeladen. Gemeinsam stellten sie die Pläne vor. Kurz gesagt wird die Marktstraße aufgewertet. „Die derzeitige Asphalttrasse mit Rennbahncharakter gehört bald der Vergangenheit an“, beschreibt Bauleiter Frank Weinand das Vorhaben. Er verspricht, dass die Aufenthaltsqualität auf dem Gehweg verbessert wird. Erreicht werden soll dies mit einem Bündel von Maßnahmen. Die Fahrbahn wird verengt aber dennoch zweispurig bleiben. Breiter werden dadurch die Parktaschen und der Gehweg. Die Stellflächen werden an die Autos angepasst, die im Laufe der Jahre immer breiter geworden sind. Die Anzahl der kostenpflichtigen Parkplätze wird sich um zwei auf 32 Stück erhöhen. Besonders dürfte es die Anlieger und Bürger freuen, dass die Marktstraße zukünftig begrünt ist. Dazu werden beidseitig säulenartige Bäume gepflanzt. Im Wechsel mit dem Bäumen werden Leuchtmaste mit modernen LED´s gesetzt. Im Gegensatz zum Istzustand wird die Beleuchtung dadurch gleichmäßiger. Der neuen Beleuchtung liegt eine lichttechnische Berechnung zugrunde. Vor allem aber wird die Marktstraße zukünftig wie aus einem Guss aussehen. Vorbei das Sammelsurium unterschiedlicher Gehwegsplatten. Das neue hochwertige Betonsteinpflaster weist zwischen den Stellflächen und dem Gehsteig keinen Höhenunterschied mehr auf. Lediglich zur Straße hin besteht ein kleiner Absatz. Einer von mehreren Vorteilen besteht darin, dass die Flächen für die Servicebetriebe leichter zu reinigen sind. Zudem wird der Gehweg mit Abfallbehältnissen und Fahrradständern ausgestattet.
Zwei Bauabschnitte, drei Bauphasen
Die Modernisierung der Marktstraße ist ein komplexes Projekt, weil die Straße für die Innenstadt von zentraler Bedeutung ist. Die Interessen unterschiedlichster Gruppen müssen unter einen Hut gebracht werden. „Es wird für alle eine Durststrecke. Aber dann haben wir 30, 40 Jahre Ruhe“, kündigt Bürgermeister Jan Einig an. Zu leiden haben vor allem die Geschäftsleute, da es zu einer fünfmonatigen Vollsperrung der Marktstraße kommt. Zwar sind alle Läden über den Fußweg zu erreichen. Mit dem Auto allerdings nicht und das betrifft auch den Anlieferverkehr für die Waren. „Gerne hätten wir die Vollsperrung vermieden“, versichert Frank Weinand. Allerdings liegt der Kanal derartig mittig der Straße, dass für die Fahrbahnertüchtigung keine Kompromisse in Sachen Verkehrssicherheit gemacht werden können. Erschwerend hinzukommend sind die ausladenden Vordächer, die weit über den Gehweg reichen. Ausgeschrieben wird die Baustelle in zwei Abschnitten. Gut möglich, dass unterschiedliche Unternehmen die Arbeiten ausführen. Abschnitt A (125 Meter lang) liegt zwischen der Engerser Straße und der Langendorfer Straße. Abschnitt B (200 Meter lang) beginnt an der Langendorfer Straße bis zur Hermannstraße. Der zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) grenzt die beiden Abschnitte voneinander ab. Für die erste Bauphase werden der Abschnitt A rund 3,5 Monate und der Abschnitt B rund 5 Monate komplett für den Straßenverkehr gesperrt. Danach wird jeweils die linke Straßenseite mit Stellflächen und Gehweg erneuert. 5,5 bzw. 7,5 Monate ist die Verkehrsführung währenddessen zumindest einseitig gewährleistet. In der dritten Bauphase wird die rechte Straßenseite, in ebenfalls 5,5 für den kürzeren bzw. 7,5 Monaten für den längeren Abschnitt, hergestellt. Auch in diesem Zeitraum wird die Marktstraße einseitig befahrbar sein. Die Fertigstellung ist nach 21 Monaten für Januar 2019 anvisiert. Kurz zuvor kommt es noch einmal wegen abschließender Asphaltarbeiten zu einer einwöchigen Vollsperrung.
1,75 Mio. Euro Investition
Insgesamt kostet die Erneuerung der Marktstraße 1,75 Mio. Euro. 750.000 Euro fallen für die Stadtwerke Neuwied und die Servicebetriebe an. Denn neben der neuen Oberfläche, wird auch im Boden modernisiert.
Es erfolgt eine komplette Kanalerneuerung. Zudem werden die Gas- und Wasseranschlüsse bis an die Häuser ersetzt. Hinzu kommt das Verlegen von Kommunikationskabeln. Den geringsten Teil der verbleibenden 1 Mio. Euro muss der Stadtsäckel zahlen. Während die Immobilienbesitzer über die Ausbaubeiträge 40% der Kosten tragen, werden der Stadt die verbleibenden 60% wiederum zu 70% vom Land Rheinland-Pfalz aus dem Städtebauförderprogramm erstattet. Auf das Ausweisen einer starren Umleitung wird das Bauamt laut Frank Weinand verzichten. Dadurch möchte man vermeiden, dass es an anderer Stelle zu einer massiven Überlastung kommt. Die Arbeiten am ZOB hätten gezeigt, dass sich der Verkehr seinen Weg sucht. Die zentrale Omnibushaltestelle muss für die Dauer der Baustelle natürlich auch verlegt werden. Die Bushaltestellen sollen um die Marktkirche herum angeordnet werden.
Sympathische Baustelle
Ähnlich vorangegangenen Projekten, wie beispielsweise der Mittelstraße, der Dierdorfer Straße oder der Errichtung des zentralen Omnibusbahnhofs soll die Erneuerung der Marktstraße von einem Baustellenmarketing mit tollen Aktionen begleitet werden. „Wir möchten eine möglichst sympathische Baustelle“, kündigt Stadtsprecher Erhard Jung an. Die Stadt dabei unterstützen wird das Neuwieder Aktionsforum. Die Geschäftsleute haben natürlich insbesondere ein Interesse daran, dass die Baustelle für Anwohner, Geschäftsleute, Kunden und Touristen so erträglich wie möglich gestaltet wird. FF
Wegen dem mittig verlaufenden Kanal und den langen Vordächern lässt sich eine Vollsperrung der Markstraße in den Sommermonaten nicht vermeiden.
An vielen Stellen gleicht die Marktstraße einem Flickenteppich, der besonders bei Regen unangenehm ist.
Für die Dauer der Vollsperrung wird der ZOB geschlossen und die Haltestellen rund um die Marktkirche verlegt.
