Arbeitsagentur und Unternehmen aus Meuspath wollen verstärkt zusammenarbeiten
Bei Capricorn wird Zukunft gebaut
Meuspath. Alles drehte sich um Arbeitsplätze als Ulrike Mohrs, die Leiterin der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen, ihr Stellvertreter Frank Schmidt und Margarete Spurzem, die Leiterin des Mayener Arbeitgeberservice der Agentur, die Capricorn Composite GmbH in Meuspath am Nürburgring besuchten. Denn der Bedarf an Fachkräften ist enorm groß, versicherten Werksleiter Arndt Hartelt und Verwaltungsmann Mike Roth den Besuchern. Schließlich sei der Spezialist für Faserverbundtechnologie, der zur Düsseldorfer Capricorn-Gruppe gehört, auf Wachstumskurs. „Leichtbau liegt absolut im Trend“, erklärte Hartelt. „Je leichter ein Fahrzeug ist, umso geringer der Energieverbrauch. Das ist schon heute ein großes Thema und wird in Zukunft sogar noch eine viel größere Rolle spielen. Die Faserverbundtechnik ist längst kein Nischenthema mehr, das nur im Rennwagenbau von Interesse ist.“ Deshalb sind Vettel, Rosberg und Co. zwar bis heute von jeder Menge Capricorn-Bauteilen umgeben, wenn sie in Monza, Melbourne oder in Sao Paulo an den Start gehen, doch auch in Luftfahrt, Medizintechnik und ganz gewöhnlichen Autos ist der ultraleichte Werkstoff nicht mehr wegzudenken. „Über einen Mangel an Aufträgen können wir uns jedenfalls nicht beklagen. Die Herausforderung besteht eher darin, die große Nachfrage zu decken.“
Sinn fürs Detail und ein gutes Auge
Wer sich einmal im Werk in Meuspath umgeschaut hat, weiß auch, warum das so ist. Denn hier, in Hörweite des Nürburgrings, wird der größte Teil der Arbeit von Hand erledigt. Dabei sind viel Sinn fürs Detail, ein gutes Auge und hohes Engagement gefordert, erklärte Hartelt. Denn neben manchmal filigranen Arbeiten an kleinen Bauteilen ist es vor allem der Termindruck der Auftraggeber, der den Arbeitsalltag bei Capricorn Composite prägt. „Natürlich ist auch bei uns der Kunde König - und eilige Aufträge müssen, falls nötig, auch noch nach halb fünf erledigt werden.“ Den rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern machen gelegentliche Überstunden augenscheinlich nichts aus. Immerhin arbeiten sie dafür in einem modernen, zukunftsorientierten Unternehmen, in dem man sogar in den Fertigungshallen vom Fußboden essen könnte: Kein Schmutz, kein Krach, viel Licht - das sind keinesfalls die einzigen Zugeständnisse, die die Betriebsleitung an engagierte Mitarbeiter zu machen bereit ist. Gerade für Quereinsteiger sei man offen, erklärte Roth und betonte, dass man zum Beispiel mit gelernten Schneiderinnen vor allem bei diffizilen Arbeitsgängen hervorragende Erfahrungen gemacht habe. Frauen sind also willkommen und auch eine Altersgrenze gibt es nicht. „Letztlich kommt es darauf an, dass unsere Mitarbeiter engagiert sind und gerne hier arbeiten.“
Theoretischer Unterricht wird zu einer Hürde
Problematisch gestaltet sich dagegen derzeit noch die Ausbildung des dringend benötigten Fachkräftenachwuchses. „Hier wird der theoretische Unterricht zu einer echten Hürde“, schilderte Roth den Besuchern die Situation. „In den Berufsschulen der Region konnte der Unterricht noch nicht ans Berufsbild des Verfahrensmechanikers mit dem Schwerpunkt Faserverbundtechnik angepasst werden. Das ist weder für uns noch für die jungen Leute befriedigend.“ Hier versprach Ulrike Mohrs, wie in allen Fragen der Personalgewinnung, Unterstützung „Schließlich ist das eine unserer wichtigsten Aufgaben, Betriebe und Mitarbeiter zusammenzubringen.“ Am Interesse der jungen Leute für den Beruf mangelt es nach Ansicht der Arbeitsmarktexpertin sicher nicht. „Allein die Aussicht, einen entscheidenden Beitrag zum Entstehen eines Rennwagens zu leisten, dürfte viele Jugendliche reizen. Außerdem konnten wir uns davon überzeugen dass Arbeitnehmer bei Capricorn richtig gut aufgehoben sind.“
Pressemitteilung Agentur für
Arbeit Koblenz-Mayen
Die Leiterin der Agentur für Arbeit, Ulrike Mohrs (l.), ihr Stellvertreter Frank Schmidt (r.) und die Leiterin des Arbeitgeberservice, Margarete Spurzem, besuchten die Firma Capricorn Composite GmbH, die zu jener Unternehmensgruppe gehört, die den Nürburgring übernommen hat. Mit Werksleiter Arndt Hartelt (Mitte) und Mike Roth aus der Verwaltung des Unternehmens diskutierten sie unter anderem über den regionalen Arbeitsmarkt und den wachsenden Bedarf an Fachkräften. Foto: privat
