Politik | 06.03.2018

Bürgermeisterwahl in Remagen

Björn Ingendahl und Walter Köbbing gehen in die Stichwahl

Der 37-jährige Oedinger erzielte 36,93 Prozent der Stimmen, der Remagener Ortsvorsteher Köbbing 33,98 Prozent

Zahlreiche Bürger hatten sich im Foyer der Remagener Rheinhalle eingefunden, um die Auszählung der Stimmen für die Bürgermeisterwahl zu verfolgen, darunter auch Kandidat Björn Ingendahl mit Familie (Bildmitte) und Remagens 1. Beigeordneter Rolf Plewa (l.).  AB

Remagen. Die Wähler in Remagen haben zwar „ihren“ Bürgermeisterkandidaten gewählt, aber noch keine Entscheidung herbeigeführt. Für viele Bürger wurde es am Sonntagabend im Foyer der Rheinhalle spannend. Und offensichtlich waren auch viele überrascht. Vom ersten der zehn Stimmbezirke in der Stadt Remagen an, es war Oedingen, wurde klar und deutlich, dass der parteilose Kandidat Björn Ingendahl, der von den Grünen nominiert worden war, die Nase vorn hat. Der zweite Kandidat war der Christdemokrat Walter Köbbing. Ingendahl holte 36,93 Prozent der Stimmen in der Gesamtstadt und lag damit vor Köbbing, der 33,98 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Für die SPD-Bürgermeisterkandidaten Sabine Junge, die 14,62 Prozent der Stimmen holte, war am Sonntagabend die Kandidatur für das Bürgermeisteramt ebenso vorbei wie für den parteilosen Gereon Wickord, der 8,67 Prozent der Stimmen bekam, und Peter Wyborny, auf den 5,80 Prozent der Stimmen entfielen.

Weniger als die Hälfte der Remagener ging an die Urnen

Damit war klar, dass es eine Stichwahl am 18. März geben wird. Ganz klar war aber auch, dass die viele Arbeit, die sich alle fünf Bürgermeisterkandidaten im Wahlkampf gemacht hatten, von vielen Bürgern nicht honoriert wurde. Die Wahlbeteiligung lag bei nur 43,52 Prozent. Über die Hälfte aller Wahlberechtigten waren nicht an die Urnen gegangen, hatten ihr Votum für einen Bürgermeister und damit auch für die Zukunft von Remagen nicht abgegeben.

Auch der amtierende Bürgermeister Herbert Georgi verlieh seiner Verwunderung darüber Ausdruck, dass bei fünf Kandidaten für das Bürgermeisteramt die Wahlbeteiligung noch geringer ausgefallen sei als bei seiner Wahl vor acht Jahren und noch einmal deutlich schlechter sei als bei der Wahl vor 16 Jahren. Georgi dankte für das große Interesse im Foyer und betonte, dass die beiden Kandidaten Köbbing und Ingendahl weit vorne liegen. Die Wähler hätten sich bei ihrer Entscheidung deutlich in zwei Lager geteilt. „Die beiden Kandidaten haben nun das Vergnügen, noch zwei Wochen hart arbeiten zu müssen. Wir sind sehr gespannt, wie die Wahlbeteiligung in zwei Wochen ausfällt“, so Georgi. Es komme darauf an, ob es dem einen oder anderen gelinge, mehr Wähler an die Urnen zu bringen. Sein Dank galt den drei übrigen Kandidaten. Diesen Worten schloss sich ein großer Applaus der Bürger im Foyer an. „Das tut sicher gut bei dem Aufwand, den auch die drei ausgeschiedenen Kandidaten bewältigt haben“, betonte Georgi.

Ingendahl sieht klares Votum für einen Neuanfang

Björn Ingendahl dankte in einem kurzen Statement allen Wählern. „Die Wähler haben deutlich gemacht, dass Remagen für einen Neuanfang bereit ist“, hob Ingendahl hervor. Die nächsten zwei Wochen werde er sich verstärkt für mehr Wahlbeteiligung einsetzen.

Walter Köbbing zeigte sich nicht wirklich überrascht vom guten Ergebnis seines 37-jährigen Konkurrenten. Dieses Ergebnis einer Stichwahl zwischen ihm und Ingendahl habe sich in den letzten Tagen abgezeichnet. Ingendahl sei es vielleicht gelungen, die jungen Familien stärker anzusprechen. „Meine Hausbesuche, die ich bisher nicht alle geschafft habe, werde ich in den kommenden zwei Wochen weiter fortführen. Sehr wichtig ist es vor allem, die Wähler noch mal zu mobilisieren“, betonte Köbbing.

Sozialdemokratin Sabine Junge zeigte sich überrascht, dass Ingendahl sich an die Spitze gesetzt hat. Etwas enttäuscht sei sie über ihr eigenes Ergebnis. „Ich habe für mich mit 20 Prozent gerechnet“, erklärte sie. Erschrocken sei sie, dass bei einem solch breiten Angebot von fünf Kandidaten die Wahlbeteiligung so gering gewesen sei. „Alle Kandidaten waren fleißig und haben sich eingesetzt. Das wurde nicht sehr honoriert“, so Junge.

Gereon Wickord sprach den Wählern seinen Dank aus und zeigte sich überrascht, dass die Remagener wohl einen Wechsel haben wollen. Auch hätte er sich eine höhere Wahlbeteiligung gewünscht.

Peter Wyborny erklärte, es sei „interessant, dass das Plakatieren und in keine Ausschusssitzung zu gehen offensichtlich zum Erfolg“ führe. Wenn der Wähler das so wolle, müsse man das akzeptieren.

Bemerkenswert bei den Wahlergebnissen war sicher auch, dass Björn Ingendahl, der in seinem Heimatort Oedingen 45,32 Prozent der Stimmen für sich verbuchen konnte, auch in Kripp 44,78 Prozent holte und in Remagen mit 36,16 Prozent nur ganz knapp hinter dem dortigen Ortsvorsteher Walter Köbbing lag. Köbbing holte in Remagen 37,11 Prozent der Stimmen und in Kripp 33,89 Prozent. In Rolandswerth erreichte Walter Köbbing mit 45,45 Prozent das beste Ergebnis. Dabei ist aber anzumerken, dass es sich um nur 70 Wähler handelt. Das beste Ergebnis erzielte Sabine Junge in ihrem Heimatort Oberwinter, wo sie 25,84 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Auch in Unkelbach lag sie mit 18,22 Prozent der Stimmen über ihrem Gesamtergebnis. Bleibt nur noch zu hoffen, dass möglichst viele Wähler am Sonntag, 18. März, den Gang an die Urnen antreten, um die Zukunft von Remagen mit zu bestimmen. AB

Der noch amtierende Bürgermeister Herbert Georgi (2. v. r.) zeigte sich enttäuscht angesichts der niedrigen Wahlbeteiligung.

Der noch amtierende Bürgermeister Herbert Georgi (2. v. r.) zeigte sich enttäuscht angesichts der niedrigen Wahlbeteiligung.

Zahlreiche Bürger hatten sich im Foyer der Remagener Rheinhalle eingefunden, um die Auszählung der Stimmen für die Bürgermeisterwahl zu verfolgen, darunter auch Kandidat Björn Ingendahl mit Familie (Bildmitte) und Remagens 1. Beigeordneter Rolf Plewa (l.). Fotos: AB

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