Politik | 21.07.2016

Erziehungs- und Familienberatungsstelle des Rhein-Sieg-Kreises

„Blicke zurück und nach vorne“

Rhein-Sieg-Kreis. Bereits seit acht Wochen verbringen neun Jugendliche, die aus Afghanistan geflüchtet waren, ihre Donnerstagnachmittage in der Erziehungs- und Familienberatungsstelle des Rhein-Sieg-Kreises in Siegburg.

Sie nehmen an einem neuen Gruppenangebot teil. Damit sollen die Jugendlichen einerseits bei der Bearbeitung schwieriger Fluchterfahrungen und anderseits bei der Entwicklung von Zukunftsperspektiven unterstützt werden. Dabei begleitet werden sie von Katrin Sensenschmidt und Volker Neuhaus, Abteilungsleiter der vier Erziehungs- und Familienberatungsstellen im Rhein-Sieg-Kreis. Die Sozialpädagogin und der Psychologe vermitteln wichtige Informationen zu möglichen psychischen Folgen von Trauma und Flucht und helfen dabei, das Erlebte zu verarbeiten.

Darüber hinaus versuchen sie mit den durchweg ohne Familie eingereisten Jungen einen Blick in die Zukunft zu wagen, sich all den möglichen Hoffnungen, Wünschen, aber auch Ängsten zu stellen. Einen wichtigen Baustein der insgesamt etwa zweistündigen Gruppenstunden bilden die verschiedenen Entspannungstechniken. Sie sollen dazu dienen, sich in aufgeregten Situationen oder bei starken Angstzuständen selber besser beruhigen zu können.

Mit dieser Art von Arbeit betreten nicht nur die Jugendlichen Neuland. „Wir haben das Programm im Prozess entwickelt und lernen selber Woche für Woche dazu“, so Katrin Sensenschmidt. Eines aber kann bereits jetzt schon festgehalten werden: „Es ist erstaunlich, wie gut sich Jungs auf alle Gespräche und Übungen einlassen und mit welcher Ernsthaftigkeit sie dabei sind.“

Unterstützt werden die beiden Fachkräfte von einem Dolmetscher und Kulturmittler. Ihm kommt im Gruppenprozess eine wichtige Rolle zu. „Ohne ihn könnten wir komplexe Informationen kaum vermitteln und wüssten nicht annähernd genug über afghanische Kultur und Gepflogenheiten“, erläutert Volker Neuhaus.

Nach einer mehrwöchigen Sommerpause wird sich die Gruppe im September zu zwei weiteren Terminen treffen.

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