SPD-Lahn-Konferenz in Bad Ems
Bundeswasserstraße Lahn beibehalten und Tourismus weiterentwickeln
Rhein-Lahn-Kreis. Die SPD um ihren Bürgermeisterkandidaten Uwe Bruchhäuser ist sich einig: Die Lahn muss als schiffbare Bundeswasserstraße erhalten bleiben und die vorhandene Grundkonzeption für den Tourismus in der neuen Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau zusammengeführt und weiterentwickelt werden. Dies sind klare Ansagen, die auch Kreisvorsitzender Mike Weiland und die Gemeindeverbandsvorsitzende Marlene Meyer als Veranstalter der SPD-Lahn-Konferenz in Bad Ems unterstreichen: „Das Projekt Living Lahn ist ein guter Weg, viele Interessen von Bund, Ländern, Kommunen, Vereins- und Interessenverbänden sowie Bürgerinnen und Bürgern zu bündeln. Am Ende muss aber ganz klar stehen, dass sich der Bund finanziell nicht aus der Verantwortung stiehlt und dies auf Länder oder Kommunen abwälzt.“
Umfangreiche Auswirkungen
Eine Abstufung der Verantwortung hätte umfangreiche Auswirkungen, so unter anderem auf den Unterhalt der Schleusen und Wehre, den Hochwasserschutz oder die Wirtschaft. Die Existenz einer großen Zahl von Arbeitsplätzen hängt ebenso vom Erhalt der schiffbaren Bundeswasserstraße Lahn ab, wie auch die positive Entwicklung des Tourismus und dieser habe sich in den zurückliegenden 10 Jahren in der VG Bad Ems bei den Übernachtungen mit plus 37 Prozent und satten plus 76 Prozent bei den Gästezahlen sehr positiv entwickelt, so Kreisvorsitzender Mike Weiland. Dies sei unter anderem auf für die Region wichtige und tolle Kulturveranstaltungen, aber auch Bad Ems und Nassau als Gesundheitsstandort zurück zu führen. Gerade Bad Ems gehöre zu den Hochburgen im Land für den Kur- und Rehatourismus, so Weiland weiter und dieses Potenzial müsse man nutzen und noch mehr ausreizen.
Bürgermeisterkandidat Uwe Bruchhäuser sieht die Lahn als das verbindende Element und das sichtbare Zeichen der Identifikation in der zukünftigen VG Bad Ems-Nassau: „Der Tourismus ist für die zukünftige Entwicklung sehr wichtig, er wird große Bedeutung für die VG als Gesundheitsstandort und als Region der aktiven Erholung und qualifizierten Urlaubsgestaltung haben.“ Er selbst sei Vorsitzender des Rudervereins Bad Ems und wisse um die Bedeutung der Lahn als Bundeswasserstraße mit den dazu gehörenden Schleusen. Klar positionierte er sich auch im Hinblick auf weitere Fakten: „Wie soll es eine Personenschifffahrt geben, wie sollen die Kanu- und Bootsverleiher überleben, wie die Campingplatzbetreiber ihre Plätze modern und anspruchsvoll gestalten, wenn sie ihr Geschäft nicht mehr gewinnbringend betreiben können?“ Daher müsse noch mehr getan werden. Für den Tourismus liege eine Grundkonzeption für die Entwicklung und Organisation bereits vor. Diese müsse jedoch weiterentwickelt werden. Das sei für ihn Verpflichtung als Bürgermeister der neuen VG. Selbstverständlich muss hier auch die Finanzierung gesichert sein, wozu er als neuer Bürgermeister unmittelbar mit allen Beteiligten Gespräche führen und die Kräfte bündeln möchte. „Ich werde mich dieser Aufgabe stellen“, so Bruchhäuser, der in dieser Frage auch eng mit Landrat Frank Puchtler und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Rhein-Lahn zusammenarbeiten will.
Die Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Bad Ems Gisela Bertram stößt ins gleiche Horn: „Nur mit der Lahn als Bundeswasserstraße können sich die Unternehmen halten, die ihr Geschäft mit dem Fluss betreiben.“ Ihnen müssten auch Gewinne möglich sein, schließlich schaffen sie Arbeitsplätze, generieren Kaufkraft und seien für unsere Region neben den Vereinen, die die Lahn nutzen, unverzichtbar. Doch Gisela Bertram geht noch weiter: „Aber auch wenn die Lahn nicht abgestuft wird, muss ein schleichender Verfall der Wasserbauwerke verhindert werden, um eine ungehinderte Schifffahrt zu ermöglichen.“ Der Erste Beigeordnete der Stadt Bad Ems Frank Ackermann verspricht sich genauso wie Mike Weiland weitere positive Impulse für das Lahntal von der möglichen Anerkennung der Kurstadt als UNESCO Welterbe im Rahmen der Great Spas of Europe sowie der Bundesgartenschau, die voraussichtlich im Jahr 2029 im Mittelrheintal stattfinden wird. Bis dahin müsse man die Lahn in einer herrlichen Kulturlandschaft mit Burgen, Weinbau, Industriekultur, Natur und Freizeitangeboten, wie Radfahren, Wandern und Flusswandern noch mehr erlebbar machen. Lothar Hofmann sieht hier auch gewichtige Pfunde im Nassauer Bereich: „Nassau, Obernhof oder Weinähr hätten sich in den letzten Jahren gut entwickelt. Nicht umsonst sei Obernhof beispielsweise Sieger im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ geworden. Alle drei Gemeinden spielen für Hofmann eine große Rolle in der künftigen Tourismusentwicklung.
Herzog und Pilger für Ziele der örtlichen SPD
Die spannendste Frage für die Anwesenden, unter ihnen auch Vertreter von Pro Lahn und von der Lahn lebende Unternehmer, war jedoch, wie sich die beiden Bundestagsabgeordneten Gustav Herzog, seines Zeichens stellvertretender verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, und Wahlkreisabgeordneter Detlev Pilger nach all den Forderungen aus der Kommunalpolitik verhalten würden. Auch sie zeigten klare Kante: Für sie gehören Tourismusentwicklung und Bundeswasserstraße Lahn untrennbar zusammen. Daher werden sie sich in Berlin genau für das einsetzen, was die örtliche SPD fordert und Gustav Herzog wurde sogar noch deutlicher: „So lange Herzog und Pilger dem Deutschen Bundestag angehören, wird die Lahn nicht abgestuft.“ Dafür wollen sich die beiden Abgeordneten einsetzen.
Pressemitteilung SPD Rhein-Lahn
Mit Spannung warteten alle auf die Meinung von Bundestagsabgeordneten Gustav Herzog und Wahlkreisabgeordneten Detlev Pilger.
