Bürgermeisterwahl in der Verbandsgemeinde Altenahr
Cornelia Weigand gewinnt deutlich und wird Nachfolgerin von Achim Haag
60,9 Prozent der abgegebenen Stimmen entfielen auf die parteilose Diplom-Biologin, Thomas Karutz (CDU) kam auf 39,1 Prozent
Altenahr. Cornelia Weigand ist die künftige Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Altenahr. Die parteilose Diplom-Biologin, die von der SPD und den Grünen nominiert und von der FWG unterstützt wurde, gewann die Urwahl mit 60,9 Prozent gegen ihren Mitbewerber Thomas Karutz von der CDU, der auf 39,1 Prozent der Stimmen kam. Damit übernimmt zum ersten Mal eine Frau im Kreis Ahrweiler den Chefsessel in einem Rathaus. Die 47-jährige Wahlaltenahrerin wird voraussichtlich am 31. Mai bei der letzten Sitzung des aktuellen Verbandsgemeinderates von Amtsinhaber Achim Haag in ihr Amt eingeführt. Mit einem derart deutlichen Ergebnis werden die wenigsten Wahlbeobachter gerechnet haben, doch schon das erste Teilergebnis aus Kesseling/Staffel um 18:12 Uhr zeigt die Richtung auf. Von 99 abgegebenen Stimmen entfielen 57 auf Weigand und 52 auf Karutz, doch selbst bei den Unterstützern der Kandidatin kam kein Jubel auf, man traute dem Braten nicht. „Ich bin erst einmal halbwegs sprachlos“, gab auch die künftige Amtsinhaberin zu, als Wahlleiter Achim Haag das vorläufige amtliche Endergebnis verkündete und sie sich an die gut 80 Bürger wandte, die am Wahlabend im Sitzungssaal des Altenahr Rathauses auf die Ergebnisse warteten. 9195 Bürger waren wahlberechtigt, die Wahlbeteiligung lag bei erfreulichen 58,4 Prozent. Sie dankte den Wählern für das Vertrauen und bedankte sich auch bei ihrem Gegenkandidaten für den „sehr fairen Wahlkampf“.
Alle Parteien zur Zusammen- arbeit aufgerufen
Sie machte aber auch darauf aufmerksam, dass sie ohne die zahlreichen Helfer, die ihr zur Seite standen, es niemals bis ins Rathaus geschafft hätte, denn Wahlkampf sei Teamarbeit. „Vor mir liegt eine sehr große Aufgabe, auf die ich mich sehr freue“, so die Wahlsiegerin weiter. Das gelinge nur, wenn alle konzentriert zusammenarbeiten, „ich rufe alle Parteien und Gruppierungen zum Miteinander auf, um die Verbandsgemeinde Altenahr voranzubringen.“ Lange habe es nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen ausgesehen, blickte sie auf den Wahlkampf zurück, „doch in den letzten Tagen habe ich im Gespräch mit den Bürgern an der Mittelahr gemerkt, dass es doch deutlicher werden könnte.“ Eine Bürgermeisterwahl sei letztlich eine Persönlichkeitswahl, deshalb sei das Ergebnis ein besonderer Ansporn für sie. Thomas Karutz beglückwünschte sie sofort nachdem das vorläufige amtliche Endergebnis feststand und wünschte ihr viel Erfolg im neuen Amt. „Es ist alles in Ordnung“, erklärte der 38-jährige Christdemokrat, der sich auch in Zukunft noch in der Verbandsgemeinde Altenahr politisch engagieren möchte. „Ich werde nicht wegen eines schlechten Ergebnisses aufgeben.“ Er habe als gebürtiger Altenahrer gedacht, er kenne seine Heimat. Doch durch den Wahlkampf habe er sie noch besser kennengelernt, und sein Leben sei durch viele Gespräche und Erfahrungen bereichert worden. Er habe auch gelernt, Land und Leute und auch das Leben insgesamt mit anderen Augen zu sehen.
Hohe Wahlbeteiligung, ein Beleg für engagierten Wahlkampf
Die Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes Altenahr, Ingrid Näkel-Surges, gab zu, dass das Wahlergebnis nicht in ihrem Sinne war, „aber man muss mit den Dingen leben.“ Die hohe Wahlbeteiligung sei auch ein Beleg dafür, dass beide Kandidaten sehr engagiert gekämpft hätten. Sie bot der künftigen Bürgermeisterin im Namen der CDU eine konstruktive Zusammenarbeit an, „denn anders geht es nicht.“ „Der heutige Tag ist phänomenal, das Wahlergebnis sensationell“, war SPD-Fraktionsvorsitzender Winfried Schmitz schier aus dem Häuschen angesichts des nicht unbedingt erwarteten Wahlsieges einer parteilosen Kandidatin in einer traditionell „schwarzen“ Verbandsgemeinde. Er betonte Weigands Unabhängigkeit, obwohl sie auch von der SPD unterstützt worden war. Die SPD habe in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten mit CDU-Bürgermeister Achim Haag in konstruktiver Art und Weise zusammengearbeitet und bietet das auch der neuen Amtsinhaberin an. Grünen-Fraktionssprecher Johannes Fuhrmann erinnerte sich an sein erstes Treffen mit der damaligen Kandidatin: „Ich wusste schon am ersten Tag: Die schafft das.“ Auch er lobte die sachorientierte Art der Wahlsiegerin und versprach ebenfalls eine gute Zusammenarbeit.
JOST
Zahlreiche Bürger verfolgten im Ratssaal die Ergebnisse der Bürgermeisterwahl. Foto: Volker Jost
Mitbewerber Thomas Karutz gratulierte Cornelia Weigand zum Wahlsieg. Foto: Volker Jost
Wahlsiegerin Cornelia Weigand ließ sich im Ratssaal des Altenahrer Rathauses nach ihrem überzeugenden Wahlsieg feiern. Foto: Volker Jost
