Sozialer Wohnungsbau in Mendig feierte Richtfest
Das Interesse an der Anmietung ist groß
An Stelle der ehemaligen „Schlichtwohnungen“ entstehen 24 modern ausgestattete Sozialwohnungen
Mendig. „Mit Gunst und Verlauf – hiermit grüße ich alle Gäste. Seid willkommen hier bei diesem Feste! Heut´ halten wir hier nach alter Sitte ein Richtfest in dieses Hauses Mitte. Mit großer Müh´ und vielem Fleiß, mit Muskelkraft und Schweiß, aber auch mit Sachverstand dieser neue Bau entstand.“ Mit diesen Worten begann der Richtspruch von Zimmermann Florin Stoll anlässlich des Richtfestes für zwei Mehrfamilienhäuser á 12 Sozialwohnungen in der Mendiger Vulkanstraße. Zunächst jedoch begrüßte Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel neben Vertretern verschiedener Handwerksunternehmen den Landtagsabgeordneten Marc Ruland, den Beigeordneten der Stadt Mendig, Frank Post und den ehemaligen Beigeordneten Thomas Schneider sowie den Ersten Beigeordneten der VG Mendig, Joachim Plitzko und nicht zuletzt einige Mitglieder des Stadtrats und des Bauausschusses.
Der Stadtbürgermeister bedankte sich bei dem Leiter der Bauabteilung Andreas Loeb und ganz besonders bei Frank Kaschner von der Bauabteilung der VG-Verwaltung für dessen engagierte und fachkundige Begleitung während der bisherigen Bauzeit. „Frank Kaschner war es auch, der in ständigem Kontakt mit dem Planer, den Handwerkern und dem Controller vor Ort ebenso wie der Architekt Christian Kistner dafür sorgte, dass die Arbeiten zügig vonstatten gehen konnten“, so Ammel.
Schlichtwohnhäuser aus den 60er Jahren
Viele der Anwesenden kannten noch die Anfang der 60er Jahre errichteten „Schlichtwohnhäuser“ in der Vulkanstraße, die durch die Verschlechterung der Bausubstanz und Feuchtschäden, die durch den Mangel an Beheizungsmöglichkeiten entstanden sind, sowie durch grenzwertige sanitäre Einrichtungen nicht mehr zumutbar waren. „Seit meinem Amtsantritt hatte ich ein schlechtes Gefühl, wenn ich hier zu tun hatte. Als Bürgermeister fühlte ich mich mitverantwortlich für die bescheidenen Wohnverhältnisse in diesen städtischen Häusern“, so Stadtbürgermeister Ammel, dem zunächst jedoch das notwendige Kapital fehlte. Im Jahr 2017 zeichnete sich dann ab, dass mit einem Finanzierungsangebot der Förderbank des Landes, der ISB, die Realisierung eines neuen sozialen Wohnungsbaues möglich sein könnte. Nachdem der ehemalige 1. Beigeordnete der Stadt, Thomas Schneider gemeinsam mit Andreas Loeb und Frank Kaschner die Chancen ausgelotet hatten und feststand, dass das angestrebte Projekt realisiert werden könnte, wurde der Plan im Hauptausschuss und im Stadtrat vorgestellt und von allen Fraktionen mitgetragen. Nach umfangreichen planerischen und behördlichen Abstimmungen und der Finanzierungszusage konnte das soziale Großprojekt in Angriff genommen werden.
Wohnungen konnten besichtigt werden
Beim Richtfest konnten die Teilnehmer bereits die beiden imposanten Wohnblöcke mit insgesamt 24 Wohnungen in den Größenordnungen: 64,91 qm, 69,17 qm und 76,48 qm in Augenschein nehmen. Die Baukosten betragen insgesamt 3.504.102,02 Euro, das städtische Grundstück wurde mit 380.100,00 Euro veranschlagt, die Abrisskosten für die ehemaligen Schlichtwohnungen belaufen sich auf 265.000,00 Euro und die Planung (Eigenleistung) sind mit 173.437,52 Euro beziffert.
Die Finanzierung von 2.805.000,00 Euro durch die ISB wurde zu folgenden Konditionen ausgehandelt: 10 Jahre 0,00 Prozent Zinsen, 5 Jahre 0,50 Prozent Zinsen und weitere 10 Jahre zu einem Zinssatz von 1,00 Prozent.
Die Tilgung beträgt 4 Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit von 25 Jahren. Das Land Rheinland Pfalz gewährt einen einmaligen Tilgungszuschuss von 15 Prozent = 420.750,00 Euro. Die jährliche Tilgung in den ersten 10 Jahren beträgt 93.250.00 Euro. Demgegenüber stehen Mieteinnahmen in Höhe von 97.000.00 Euro (bei einem aktuellen qm-Preis von 4,60 Euro). Somit ist die kalkulatorische Deckung weitestgehend gegeben. Bei dem jetzt schon bestehenden Interesse an Anmietung muss die Stadt sich nach den Worten von Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel über Leerstand-Quoten keine Gedanken machen. FRE
Zimmermann Florin Stoll verkündete den Richtspruch aus schwindelerregender Höhe.
