Bürgerbefragung Bahnübergänge in Brohl-Lützing
Der Countdown läuft...
Bürgerbefragung zur Beseitigung schienengleicher Übergänge geht in die Endphase Fragebögen können noch bis zum Wochenende abgegeben werden
Brohl-Lützing. Die Freie Wählergruppe weist darauf hin, dass die Fragebögen der Bürgerbefragung bis zum Wochenende abgegeben werden müssen, um gewertet werden zu können. Zwar hat es schon einige Diskussionsbeiträge dazu gegeben, aber der Rücklauf von Fragebögen ist bisher doch eher gering. Die Ratsmitglieder der FWG appellieren daher an die Bürger des Ortes, von dem Angebot des Gemeinderats Gebrauch zu machen. Beigeordneter und Ratsmitglied Torsten Kurtz weist darauf hin, dass sich die FWG vorgenommen hat, die Bürger bei den innerörtlichen Themen mehr zu beteiligen.
Diesem Gedanken folgend, ist auch die Bürgerbefragung angeregt und mehrheitlich im Gemeinderat beschlossen worden. Es geht dabei keineswegs darum, eine bestimmte Variante durchzudrücken, wie es in Beiträgen der vergangenen Wochen dargestellt wurde, sondern die Verantwortlichen möchten vor weitreichenden Entscheidungen die Standpunkte der Bürger erfahren. Paul Delfs, ebenfalls Beigeordneter, merkt an, dass Bürgerversammlungen dazu natürlich auch geeignet sind, aber zu diesen Terminen kann nicht jeder kommen. Häufig wird die Diskussion dort von einigen Wortführern dominiert. Die Bürgerbefragung mit den beigefügten Informationen gibt allen Bürgern die Möglichkeit, sich mit dem Thema intensiv zu befassen und das Für und Wider in Ruhe gegeneinander abzuwägen. Daher erhofft man sich mit der Befragung ein deutlicheres Abbild der Meinungen in der Bürgerschaft zu dem Vorhaben.
Ratsmitglied Martin Schnitker ist persönlich dafür, die Bahnübergänge zu belassen. „Alle Alternativen überzeugen mich nicht so recht. Aber wenn ich aus dem Ergebnis der Bürgerbefragung ablesen kann, dass eine überwiegende Mehrheit im Ort die Übergänge weghaben möchte, würde ich mich dem anschließen.“ Iris Ulmen denkt genauso.
Fraktionssprecher Rainer Mosen macht sich hingegen Sorgen um die finanzielle Situation der Ortsgemeinde. „Wir sind bereits jetzt mit unserem Haushalt am Limit. Wenn ich sehe, wie der Schuldenstand unserer Ortsgemeinde nur steigt und steigt und ich mir die anstehenden anderen Aufgaben anschaue wie die notwendige Erweiterung des Kindergartens, der Unterhalt der Straßen und gemeindeeigenen Gebäude: Dann frage ich mich: Wann kommt der große Knall und die Gemeinde ist nicht mehr kreditwürdig und zahlungsunfähig? Unter diesem Gesichtspunkt müssten wir eigentlich von dem gesamten Vorhaben Abstand nehmen oder zumindest auf den Bau einer Entlastungsstraße verzichten.“
Peter Mannheim ist entschieden dafür, dass die Übergänge wegfallen und eine Entlastungsstraße gebaut wird. Er nutzt sie häufig, oder auch nicht, weil die Schranken mal wieder geschlossen sind. „Die Situation wird zukünftig nicht besser werden“, ist er überzeugt. „Der Güterzugverkehr wird noch zunehmen. Daher sollte das jetzt endlich entschieden werden, damit es im Ort weitergeht und die ewige Diskussion darum ein Ende hat.“
In den Hintergrund geraten
Friedhelm Bast, der in der Rheinstraße in Brohl aufgewachsen ist, weist darauf hin, dass durch die Variantendiskussion einige andere Aspekte in den Hintergrund geraten sind. So zum Beispiel, dass bei der Planung die Unterführung Rheinstraße unverändert bleiben soll und dies sicherlich dazu führen wird, dass ein Großteil des Verkehrs dann über die Rheinstraße wieder auf die Josef-Leusch-Straße zurückgeführt wird. Was denken die dortigen Anlieger zu dieser Planung?
Paul Delfs, Uli Schäfer und Lukas Mosen nutzen die Bahnübergänge nur selten. Aus ihrer persönlichen Sicht könnten sie belassen werden. Falls eine Mehrheit im Ort jedoch für die Beseitigung ist, würden sie sich dem nicht in den Weg stellen. Selbstverständlich sind bei der Frage, ob eine Entlastungsstraße notwendig ist beziehungsweise ob Variante A oder B zum Zug kommen soll, die Interessen Einzelner gegenüber denen der Allgemeinheit abzuwägen.
Sowohl bei Variante A als auch bei B dürfte der Lärmschutz durch Maßnahmen an der Bahnlinie verbessert werden. Der notwendige Abriss des Anwesens ehemals Girolstein (Josef-Leusch-Straße 64) bei Realisierung von Variante A dürfte da nicht so sehr ins Gewicht fallen. Vielmehr würde eine deutliche Verbesserung gegenüber der jetzigen Situation erreicht, weil der Lärmschutz durchgehend auch im Bereich der jetzigen Schrankenanlagen installiert werden könnte. Außerdem müsste auch bei Variante B das Gebäude abgerissen werden, wenn die Firma Dickmann noch ihre im Hinterhof gelegene Garage mit ihren Fahrzeugen erreichen möchte.
Variante A ist übrigens die ursprüngliche Planungsvariante und entgegen den Darstellungen in diversen Leserbriefen keineswegs von der FWG aus dem Hut gezaubert worden (nachzulesen in den Protokollen der Ausschuss- und Gemeinderatssitzungen, die sich mit dem Thema befasst haben). Bislang wurde zu den Varianten auch noch kein Beschluss gefasst. Solche falschen Behauptungen resultieren vermutlich aus der Sorge vor dem Votum aus der Bürgerschaft. Offensichtlich ist ein „Zuviel“ an Demokratie bei manchen Leserbriefschreibern und der örtlichen CDU eher unerwünscht.
Es gibt noch Exemplare
Falls noch Fragebögen benötigt werden, sind noch Exemplare bei der Ortsgemeinde oder der Verbandsgemeinde vorrätig. Auch ein Download von der Internetseite der Verbandsgemeinde oder die Anfertigung einer Kopie ist möglich. Teilnehmen kann jeder in Brohl-Lützing gemeldete Einwohner ab einem Alter von 16 Jahren. Je mehr Bürger sich beteiligen, umso aussagekräftiger ist das Umfrageergebnis. Pressemitteilung der
FWG Brohl-Lützing
