Politik | 20.10.2017

FWG Andernach fordert Landstromanbindung für Personenschiffe

Der steigenden Belastung durch Schiffslärm und Abgase begegnen

Die FWG Mitglieder Hartmut Dressel, Hans-Jürgen Büma und Christian Greiner beim Vororttermin mit „Hafenmeister“ Wolfgang Ax (2.v.r.). FWG Andernach e.V.

Andernach. Wenn die Passagiere der Rheinschifffahrt in den Rheinanlagen von Bord gehen um die Andernacher Innenstadt zu erkunden, laufen die Hilfsdiesel-Generatorenaggregate der Personen- und Hotelschiffe weiter, um die erforderliche elektrische Energie für das Hotelschiff bereit zu stellen. Dies deshalb, weil Klima- und Kühlanlagen, Beleuchtung, Küchengeräte und sonstige elektrische Geräte dauerhaft elektrische Energie benötigen. In der Nacht laufen die Hilfsdiesel-Generatorenaggregate ebenfalls durch, um den enormen Energiehunger des Hotelschiffes zu decken. Dadurch belastet neben CO², Stickoxiden, Feinstaub und Schwefeloxiden vor allem aber der Lärm die Andernacher Bürger; insbesondere in der Konrad-Adenauer Allee. Nachdem sich vermehrt Anwohner an die Andernacher FWG gewandt und um Hilfe gebeten haben, hat sich die drittgrößte Stadtratsfraktion nun dem Thema angenommen. In einem Treffen vor Ort mit „Hafenmeister“ Wolfgang Ax, wurde der Abordnung der FWG um Hartmut Dressel, Hans-Jürgen Büma und Christian Greiner schnell klar, dass hier in vielerlei Hinsicht gehandelt werden muss. Laut Ax sind es nicht nur die Anwohner, die unter dem Schiffslärm leiden, sondern auch die Hoteliers und deren Gäste im Bereich der Mittelrheinhalle, die sich auf ihrem Balkon gestört fühlen oder in der Nacht nicht bei offenem Fenster schlafen können.

PowerLock-Landanschlüsse

Die Lösung für die geschilderten Probleme liegt für die FWG auf der Hand; eine Ausstattung der Andernacher Schiffsanleger mit Landstrom und die damit verbundene Abnahmeverpflichtung des Stromes für die anlegenden Schiffe. Weiteren Verbesserungs- und Modernisierungsbedarf sieht Ax ebenfalls in der sicherheitsrelevanten Beleuchtung aller Steiger, sowie deren Ausstattung mit Frostschutzeinrichtungen für die Wasserversorgung. „Uns ist klar, dass die von uns geforderten Maßnahmen im ersten Moment sehr kostenintensiv sind, aber durch eine Abnahmeverpflichtung für die Schiffe ist von einer mittelfristigen Amortisierung der Kosten auszugehen.“ relativierte FWG Fraktionsvorsitzender Hartmut Dressel mögliche Bedenken. „In erster Linie muss hier jedoch gehandelt werden, um unsere Anwohner zu schützen!“ so Dressel weiter. Darüber hinaus sei dies eine Investition in den Tourismus und zum Wohle der Bürger Andernachs. Im Gespräch mit dem Kapitän eines Hotelschiffes vor Ort erfuhren die FWGler, dass für sein Hotelschiff ein Landanschluss mit einer Stromstärke von 400 Ampere notwendig sei und dieser mittels der sogenannten PowerLock-Verbindungstechnik realisiert werden könne. Der Kapitän führte aus, dass an einigen Orten an Rhein und Mosel bereits Landanschlussmöglichkeiten bestehen, die mit PowerLock Steckverbindern für hohe Stromstärken bis zu 660 Ampere und niedrigen Spannungen bis zu 1000 Volt ausgestattet seien. Städte wie Koblenz und Cochem an Rhein und Mosel gelten in diesem Bereich als Vorreiter in der Region und verfügen bereits über die PowerLock-Landanschlüsse. Dort sind Erfahrungswerte vorhanden, von denen Andernach partizipieren kann. Unbestritten ist, dass der mit der Personenschifffahrt verbundene Tourismus ein erheblicher wirtschaftlicher Faktor für Andernach ist. Aber wenn die Lebensqualität der Andernacher Bevölkerung unter dem Schifffahrtsboom leidet, dann ist es aus Sicht der FWG zwingend notwendig, dass Abhilfe geschaffen wird; vor allem dann, wenn sich die entstehenden Kosten mittelfristig amortisieren werden.Pressemitteilung

der FWG Andernach e.V.

Die FWG Mitglieder Hartmut Dressel, Hans-Jürgen Büma und Christian Greiner beim Vororttermin mit „Hafenmeister“ Wolfgang Ax (2.v.r.). Foto: FWG Andernach e.V.

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