Innenentwicklungskonzept für Gimmersdorf
Die Fehler aus anderen Ortschaften sollen nicht wiederholt werden
Planungsausschuss will die Erarbeitung eines Konzeptes vorantreiben
Gimmersdorf. Der Spatenstich für die Ortsumgehung von Gimmersdorf ist getan, jetzt soll es auch innerhalb des Ortes zügig vorangehen. Das stellt sich zumindest der Wachtberger Planungsausschuss vor. Die bereits 2013 vom Gemeinderat beschlossene Erarbeitung eines Konzeptes für die Dorfinnenentwicklung von Gimmersdorf soll nun nämlich forciert werden. Die Verwaltung soll möglichst bald bei fachkundigen Büros Angebote zur Erstellung eines solchen Konzeptes einholen. Dabei rechnet man mit Kosten von 25.000 bis 30.000 Euro, allerdings sind im Haushalt bislang lediglich 20.000 Euro veranschlagt. Nun soll zunächst überlegt werden, ob man das fehlende Geld in den Haushaltsberatungen für 2017 zusätzlich einstellt, oder ob man versucht, eine entsprechende Einsparung bei den allgemeinen Planungskosten im Jahr 2016 zu erreichen.
Ursprünglich hatte man auf einen Landeszuschuss für das Konzept gehofft, doch mit Bescheid vom 16. Juni 2016 habe die Bezirksregierung Köln einen Ablehnungsbescheid erlassen, berichtete der Erste Beigeordnete Jörg Ostermann. Die Ablehnung sei damit begründet worden, dass die Auswahlkriterien nicht erfüllt seien. Dennoch sei die Verwaltung der Auffassung, dass die Erstellung eines Dorfinnenentwicklungskonzeptes für Gimmersdorf unerlässlich sei – gerade im Hinblick auf die Möglichkeiten, die sich ergäben, wenn die Ortsumgehung fertiggestellt sei. Dann nämlich werde sich die verkehrliche Situation in Gimmersdorf gravierend verändern und daher eine Neugestaltung des öffentlichen Verkehrsraums nicht nur möglich, sondern vielleicht sogar notwendig.
Gimmersdorf könnte Vorreiterrolle übernehmen
„Die Fehler, die man in Werthhoven, Ließem und Holzem gemacht hat, wo nach Rückstufung der Kreisstraßen zu Gemeindestraßen der Straßenkörper in der Regel unverändert blieb, sollte hier nicht wiederholt werden.“ Zudem sollten ohnehin die Ortskerne in der Gemeinde Wachtberg stärker in den Blick genommen werden, um die Attraktivität der Dörfer zu sichern und zu stärken. Nach Ostermanns Ansicht könne Gimmersdorf in dieser Hinsicht eine Vorreiterrolle übernehmen.
Eine intensive Einbindung der Bevölkerung bei der Erstellung eines solchen Konzeptes sei ohnehin gewährleistet, zudem bestehe mit einem fertigen Konzept später einmal die Möglichkeit, Zuschüsse nach den Richtlinien zur Förderung einer integrierten ländlichen Entwicklung zu erhalten.
Dr. Wolfgang Neusüß (SPD) schlug vor, den Umfang des Konzeptes nicht allzu sehr ausufern zu lassen und sich auf die wichtigen Aspekte zu konzentrieren. Viele Dinge seien im Zusammenhang mit der Ortsumgehung bereits untersucht worden und lägen schon vor, sie müssten nur noch entsprechend eingearbeitet werden. Auch Oliver Henkel (Grüne) wünscht sich eine möglichst konkrete Vorgabe, „damit man weiß, wohin man planen soll.“ Außerdem sei es notwendig, dass der Input aus Gimmersdorf selbst komme.
Lebendiges Dorf mit viel Engagement
Ostermann sah das als Grundvoraussetzung, merkte aber auch an, dass man Gimmersdorf insgesamt in den Blick nehmen müsse und nicht nur den Verkehr allein betrachten dürfe. „Wir wollen einen Prozess anstoßen, der auch klärt, was die Gimmersdorfer überhaupt wünschen.“ Es gebe ohnehin ein großes Potenzial rund um den Dorfplatz und den Dorfsaal. Nach dem Baubeginn der Ortsumgehung sei eine große Motivation da, die man unbedingt ausnutzen solle, ergänzte Alois Hochgürtel (CDU). Zumal Gimmersdorf ein lebendiges Dorf mit viel Engagement sei.
JOST
