Politik | 29.08.2019

Leserbrief zu „SPD kritisiert Wahrheitsgehalt und ‚Methode AfD‘“ im Blick 2019/34, S. 27

„Die Parteien haben die Aufgabe der politischen Willensbildung“

Vincent Schneider kritisiert die Berichterstattung der SPD Presseabteilung

Der folgende Kommentar soll nicht im wörtlichen Sinne „parteiergreifend“ sein. Vielmehr soll dem Leser Anstoß gegeben werden, in dieser subjektiven Diskussion nicht die Objektivität zu verlieren. Wie der Leser des Artikels weiß, handelt es sich um eine Pressemitteilung der SPD Andernach; eine Reaktion auf eine Mitteilung der AfD. Gleich hier beginnt aber auch das Problem desselben. Der Text balanciert permanent auf dem Grat zwischen Bericht und Kommentar, was sich wiederum auf die Absicht des Artikels zurückführen lässt, die jedem aufmerksamen Leser nicht verborgen bleiben kann. Intransparenz der Sprache ist jedoch ein Mittel, das in unserer Zeit auf taube Ohren stoßen sollte, gleichwohl sie ein alltägliches der Politik ist und in der Frage, was nun wirklich „Wahrheit“ kulminiert. Ein erstes Indiz ist die inkonsistente Verwendung des Konjunktiv I. Es bleibt also im Dunklen, ob es sich wirklich um eine Pressemitteilung handeln soll oder doch um ein Interview: Mal wird die Meinung eines scheinbar unbekannten dritten vorgestellt, mal die des Verfassers. Es scheint sich dort, auf sehr unglückliche Weise, zu wenig Mühe gegeben, oder wie wohl zu vermuten, der Versuch getan zu worden zu sein den Leser zu manipulieren. Folglich stellt sich die Frage, wie persönlich sich dieser Artikel an die Bürger wendet, deren Nähe sie sowieso in letzter Zeit einbüßen musste. Ein weiteres Indiz ist der Umgang mit der AfD: Trotzig, man möchte fast kindisch sagen. Wäre es ein Problem gewesen, eine sachliche und nicht polarisierende Stellungnahme zu geben? Stattdessen werden Probleme der AfD auf Bundesebene auf die parteiliche Arbeit in unserer Region übertragen. Nutzt die SPD nicht selbst eben jene Mittel in diesem Artikel? Worte wie „entlarven“ und „inhaltsleeren, verleumderischen und populistischen Anwurf“ gehören doch in ihrer Schärfe zu eben jenen Worten, die gerne in rechten Kreisen ihre Verwendung finden. Fühlten sich die SPD Spitzen in solcher Weise persönlich angegriffen, dass sie sich zu einem solchen Beitrag haben hinreißen lassen, der nicht von der sonst vorgegaukelten „Erhabenheit“ über den rechten Flügel gebraucht macht und zugleich versucht, mit platten Mitteln das Ansehen in der Bevölkerung zurechtzurücken. Die Parteien haben die Aufgabe der politischen Willensbildung und dienen nicht zur Selbstverwirklichung der eigenen Machtbestrebungen. Dies gilt für die AfD, SPD und alle andere Parteien auch. Das Ziel dieses Artikels ist demnach jedoch ebenso peinlich wie dessen Umsetzung, denn mehr als „Stimmungsmache“ bewirkt er nicht. Vielleicht sollte auch Mal über einen Wechsel in der Presseabteilung nachgedacht werden.

Vincent Schneider, Nickenich

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Kommentare
30.08.201907:54 Uhr
Uwe Klasen

Wirkliche und aufrechte Demokraten erkennt man nicht daran, dass sie sich selbst als tolerant und demokratisch beschreiben, man erkennt sie daran wie sie sich verhalten. Wer anderer Meinungen oder demokratisch zustande gekommene Ergebnisse nicht toleriert, ist mitnichten Demokrat, eher das Gegenteil!

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