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In Koblenz wachsen bald unter Bäumen und an Straßenrändern Wildblumen, die gesät werden

Ein Eldorado für Insekten soll entstehen

Straßen sollen Namen Koblenzer Frauen tragen – Höhere Friedhofsgebühren

Ein Eldorado für Insekten soll entstehen

Acht Jahre lang hatte die Aussichtsplattform keinen Namen. Jetzt heißt sie Rhein Mosel Blick.Foto: HEP

21.05.2019 - 11:04

Koblenz. Mit Namensgebungen beschäftigte sich der Koblenzer Stadtrat in seiner letzten Sitzung mit diesen Mitgliedern. Das neue städtische Verkehrsunternehmen, das im nächsten Jahr für den innerstädtischen Busverkehr sorgt, heißt KOVEB, also Koblenzer Verkehrsbetriebe, entschied die Mehrheit des Rates.

Und nach acht Jahren erhält auch die für die Buga errichtete Aussichtsplattform auf dem Plateau der Festung Ehrenbreitstein einen Namen. Zur Auswahl standen Blickwinkel, Kaiserblick, Rhein-Mosel-Blick und Schängelblick. Bei einem Wettbewerb Ende 2018 hatten 139 Bürger 295 Vorschläge eingereicht. Während Marion Lipinski-Naumann, Vorsitzende der SPD-Fraktion, den Namen Blickwinkel favorisierte, wollte Anne Schumann-Dreyer, Vorsitzende der CDU-Fraktion, die Bezeichnung Rhein-Mosel-Blick, da dies ein Alleinstellungsmerkmal sei. Mit 24 Stimmen votierte die Ratsmehrheit dann für den Namen Rhein-Mosel-Blick.

Am Lützeler Güterbahnhof wird im Baugebiet Rosenquartier die neue Straße zum Gedenken an die Judendeportation Hannelore-Herrmann-Straße genannt. Von dem Güterbahnhof aus gab es von 1942 bis 1945 zahlreiche Deportationen jüdischer Mitbürger, darunter auch Frauen und Kinder. Die 1928 geborene Hannelore Hermann besuchte ab 1935 die Schenkendorfschule. Die gesamte Familie Hermann litt aber unter dem Naziterror, so wurde in Pogromnacht am 9. November 1938 die Wohnung der Familie verwüstet und der Vater tagelang von der Gestapo inhaftiert. Hannelore, ihre Brüder waren bereits emigriert, musste die Schule verlassen, war aber mit ihren 14 Jahren zu jung für ein Visum, um nach Palästina auswandern zu können. Am 22. März 1942 wurde die Familie vom Bahnhof Lützel aus nach Izbica deportiert. Ihr weiteres Schicksal ist unbekannt, wahrscheinlich wurde sie im Herbst 1942 ermordet.

Die geplante Feuerwache Niederberg muss eine amtliche Adresse haben und deshalb ist ein Straßenname erforderlich, und der erinnert an Gertalis Schohs. Diese im Bereich Turnen engagierte Sportfunktionärin wurde 1949 im TuS Niederberg aktiv. Der Landesturntag wählte Gertalis Schohs 1986 zur Vorsitzenden des Turnverbandes und später zur Jugendwartin. Noch bis kurz vor ihrem Tod Ende April 2015 setzte sich die Sportprofessorin für die Geschichte des Turnens am Mittelrhein ein und war aktiv bei Turnfesten.

Gegen den Rückgang der Insekten im Stadtgebiet wird jetzt einiges getan, beschloss der Rat einstimmig. So wird künftig weniger gemäht, vor allem dort, wo Wildblumen gesät wurden. Diese Wildblumen werden auch an vielen Baumscheiben und an Straßenrändern durch Aussaat wachsen, damit ein Eldorado für Insekten entsteht. In Schulen sollen Insektenhotels eingerichtet werden und Pestizide sind auf stadteigenen Flächen verboten. Es müssen aber auch die Bürger eingebunden werden, damit sie nicht gemähte Flächen und Wildwuchs akzeptieren.

Ob in Neuendorf ein Jugendtreff plus neu gebaut oder der bestehende saniert wird, steht noch nicht fest. Die Sanierung der Bestandsimmobilie würde fast 1,5 Millionen Euro, ein Neubau 2 Millionen kosten. Der Stadtrat war sich einig, dass in diesem Stadtteil ein Ort entstehen muss, der ein adäquates Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen erlaubt und eine Begegnungsstätte für die Menschen ist.

Lange Diskussionen gab es um den Radweg an der Beatusstraße, obwohl hier noch keine endgültige Entscheidung anstand. Die Verwaltung legte dem Rat zwei Entwürfe vor: Variante 1, ein fast kompletter Neubau, der etwa 3,1 Millionen Euro kostet, oder die Variante 2, bei der die Oberfläche des Radwegs erneuert wird für 1,5 Millionen Euro. Nach langem hin und her entschloss sich die Stadtratsmehrheit, dass die Verwaltung mit der Variante 2 planen soll.

Ab Juni steigen die Friedhofsgebühren, denn die wurden zuletzt vor fünf Jahren erhöht. Bestimmte Grabarten und Bestattungen werden fünf Prozent teurer und die Nutzungsgebühren der Trauerhallen steigen sogar um zehn Prozent.

Dann stimmte der Rat noch Änderungen und Aufstellungen von Bebauungsplänen zu, bevor Rainer Zeimentz von der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz über die Bundesgartenschau 2029 informierte. Er kritisierte, dass es im oberen Mittelrheintal viel zu wenig Übernachtungsmöglichkeiten gibt: „2017 fehlten 2000 Betten“, beklagte er, wobei es für Koblenz die meisten Anfragen gab.

Zeimentz verwies auf einen Grundlagenvertrag, nachdem noch im Sommer eine Projektgesellschaft für die Buga gegründet werde. Eine Wanderausstellung, die erst in der Festung Ehrenbreitstein gezeigt wird, unterrichtet über die Planungen für die Buga, die digital gesteuert werden soll, wofür aber Glasfaserkabel notwendig seien. Die historischen Burggärten müssten wiederhergestellt und dauerhaft in Betrieb sein als Ausflugsziel, forderte Zeimentz. Notwendig sei auch eine große ÖPNV-Organisation, „...denn die Bahntunnel auf der rechten Rheinseite brechen zusammen“, meinte er.

Durch die Buga 2011 sei Koblenz zu einer prosperierenden Stadt geworden. „Aber welche Rolle soll die Buga 2029 für Koblenz spielen?“, fragte Zeimentz und betonte, der Stadtrat müsse sich damit beschäftigen. HEP

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21.05.2019 12:12 Uhr
juergen mueller

Die längst überfällige Entscheidung des Stadtrates dürfte eher aus der Not geboren worden zu sein.Es ist doch immer dasselbe.Erst wenn es kurz vor zwölf ist,greift man zu ebenfalls längst überfälligen Maßnahmen die man dann noch mit markigen Sprüchen "Ein Eldorado für Insekten" schmückt.Das Lächerliche an der ganzen Sache ist zudem,dass "draussen vor der Haustüre" mit Insektiziden geaast wird,die die Landwirtschaft dank Frau Klöckner unbeschadet verwenden darf,Insektizide mit verheerenden Auswirkungen,die KLÖCKNER entgegen ihrer (schon damals) unglaubhaften Rede 2018 im Bundestag (übertragen in der ARD),eben mal so genehmigt (und sei es per Notfallzulassung).Das Problem des Insektensterbens,ich übernehme jetzt mal die Wortwahl der Politik,erfordert "Globales Denken und Handeln" und ist nicht mit der Saat von einigen Wildblumen u.Aufstellen von Insektenhotels aus der Welt geschafft.



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Siegfried Kowallek:
Die Neuwieder sprachen sich beim Bürgerentscheid nicht gegen einen dritten hauptamtlichen Beigeordneten aus, sondern gegen einen zweiten. Somit kandidierte dann ein SPD-Mann, Michael Mang, erfolgreich gegen den Vorschlag der CDU für den demzufolge einen (in Wirklichkeit immer noch!) unstrittigen hauptamtlichen Beigeordnetenposten. Als Mang nach Jan Einigs Wahl zum Oberbürgermeister absprachegemäß Bürgermeister wurde, kam es zur Verlegenheitslösung der zwei ehrenamtlichen Beigeordneten bis zur Kommunalwahl, was mit einer Wirkung des Bürgerentscheids überhaupt nichts zu tun hatte, sondern mit dem schwierigen GroKo-Binnenverhältnis und vielleicht auch mit der strategisch-taktischen Inkompetenz der Neuwieder SPD; denn hätte man nach Einigs Wahl zum OB einen anderen sozialdemokratischen Bürgermeisterkandidaten durchgebracht, wäre Mang hauptamtlicher Beigeordneter geblieben und die SPD hätte im Stadtvorstand eine Mehrheit. Da ein Oberbürgermeister und ein Bürgermeister nicht gleichzeitig Beigeordnete sind, können die drei Fraktionsvertreter Martin Hahn (CDU), Regine Wilke (Bündnis 90/Grüne) und Arno Jacobi (FWG) somit in ihrem Papaya-Koalitionsvertrag überhaupt keinen „weiteren“ hauptamtlichen Beigeordneten für die Stadt ausgehandelt haben. 0 + 0 + 1 ist immer noch 1 (ein Beigeordneter) und nicht 3, es sei denn, die Alternative für Deutschland mutiert jetzt zur Alternative für neue Rechenkünste. Siegfried Kowallek, Neuwied
Uwe Klasen:
Wer, wie ATTAC, sich als Nebenregierung aufführt, ohne eine demokratische Legitimation zu besitzen, dem wurde zu Recht die Gemeinnützigkeit aberkannt!
Uwe Klasen:
Besonders Perfide und Unsozial ist doch, dass von den Bruttoerhöhungen bei vielen Rentnern nicht viel ankommt, denn mit jeder Rentenerhöhung nimmt der Staat mehr Steuern ein und noch mehr Rentner werden in den kommenden Jahren durch Rentenerhöhungen in die Steuerpflicht hineinrutschen!
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