Politik | 29.03.2016

Der Schutz vor sexueller Gewalt gegenüber Flüchtlingsfrauen war Thema bei Verwaltung und Stadtrat

 Ein Haus nur für alleinreisende Flüchtlingsfrauen soll Sicherheit bringen

In diesem Gebäude in Rauental haben männliche Asylsuchende keinen Zutritt

In der Sammelunterkunft an der Schlachthofstraße wird ein Haus für alleinreisende Flüchtlingsfrauen reserviert. Archivbild/hep

Koblenz. Der Schutz vor sexueller Gewalt bei Flüchtlingsfrauen war Thema bei der jüngsten Sitzung des Koblenzer Stadtrats, da drei Fraktionen in einem Antrag ein Präventionskonzept vorgelegt hatten. „In Koblenz ist bis jetzt noch kein Fall von sexueller Gewalt in einer Flüchtlingsunterkunft bekannt geworden“, erklärte dazu Bürgermeisterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein, betonte aber: „Auch der Stadt ist die besondere Situation der Flüchtlingsfrauen bewusst, denn 8 Prozent der Asylbewerber in Koblenz sind alleinreisende Frauen.“ So werden in einem Haus in der Flüchtlingsunterkunft in der Schlachthofstraße (ehemaliges Bauhofgelände mit Gebäuden) nur Frauen untergebracht, die von männlichen Asylbewerbern abgeschirmt sind. Das gilt natürlich auch für sanitäre Einrichtungen, die alle abschließbar sind. Ferner stehe eine entsprechende Schulung und Qualifizierung der Mitarbeiter vor Ort an, damit sie sich den Sorgen und Ängsten der Flüchtlingsfrauen besser annehmen können. „Hier ist auch die Polizei regelmäßig präsent und steht beratend zur Seite“, versicherte die Bürgermeisterin und auch entsprechende Flyer mit Kontaktdaten liegen aus. „Die Verwaltung ist bereits verstärkt tätig und hat schon einiges umgesetzt, was in dem Antrag steht, von daher ist eine Beschlussfassung nicht erforderlich“, betonte Hammes-Rosenstein und der Stadtrat folgte ihrem Vorschlag. Zuvor hatte Oberbürgermeister Dr.. Joachim Hofmann-Göttig - wie mittlerweile in jeder Stadtratssitzung - die Situation der Flüchtlinge in Koblenz dargestellt. Derzeit erhalten in Koblenz 1425 Asylbewerber entsprechende Leistungen. In diesen Wochen seien die Zuweisungen von Flüchtlingen durch das Land sehr gering und deshalb gibt es in Koblenz mit 330 freien Plätzen noch genügend Kapazitäten für die Unterbringung. Der Oberbürgermeister setzt aber weiterhin auf Überkapazitäten, um nicht doch eines Tages eine Schulturnhalle belegen zu müssen. Da die 160 Plätze in der Landesfeuerwehrschule nur noch bis Ende Juni zur Verfügung stehen, will die Stadt weitere Unterbringungsmöglichkeiten schaffen.

Die 63 Wohnungen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben macht die Koblenzer Wohnbau bis Ende April bezugsfertig, wofür sich der OB ausdrücklich bedankte.

Auf dem Gelände der Fritsch-Kaserne gibt es bereits Unterkünfte für 120 Personen, bis Mitte Mai werden nochmals so viele Plätze geschaffen.  

Renoviert werden derzeit drei Gebäude der Rhein-Kaserne, das erste mit 40 Plätzen ist Anfang Juni bezugsfertig, ein zweites mit 100 Plätzen im September und im dritten Haus entstehen Büroräume. Darüber hinaus könnte man auf dem Gelände noch Wohncontainer aufstellen, worüber es aber noch keine Entscheidung gibt. In der städtischen Sammelunterkunft in Rauental (Schlachthofstraße) sieht der 6. Bauabschnitt ein Nachnutzungskonzept vor, damit die Immobilie später als günstiger Wohnraum vermietet werden kann, dies muss aber der Stadtrat noch beschließen.

Die Planungen für das Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 41 nahe der Uni laufen noch, denn hier wird ein privater Investor und Betreiber gesucht. Eine Notunterkunft ist auf dem ehemaligen Tierheimgelände in Moselweiß geplant. Auf eine Realisierung verzichtet die Stadtverwaltung derzeit wegen der niedrigen Zuweisung an Flüchtlingen. „Ich bin mit der Unterbringung der Flüchtlinge in Koblenz zufrieden“, betonte der Oberbürgermeister und fügte hinzu, dass „... weder der Polizei noch dem Sicherheitsdienst Störungsfälle gemeldet wurden, weder von außen noch von innen.“

Aber Unterbringung allein reicht natürlich nicht, denn die Flüchtlinge, die hier bleiben dürfen, müssen integriert werden, wofür auch eine betreuende Sozialarbeit notwendig ist. Bürgermeisterin Hammes-Rosenstein nannte einige Bausteine zur Integration: Jugendnetzwerkkonferenz, Lotsenhaus sowie Projekte u.a. von Caritasverband, IHK, HwK, und DEHOGA, Schwerpunkt sind jedoch die Sprachkurse. Bei all diesen Maßnahmen engagieren sich viele Ehrenamtliche, die das, so der Oberbürgermeister „...still und effizient machen. Ihnen gilt unser großer Dank.“

In der Sammelunterkunft an der Schlachthofstraße wird ein Haus für alleinreisende Flüchtlingsfrauen reserviert. Foto: Archivbild/hep

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