Politik | 26.07.2016

Die Tage des Gebäudes, in dem die Freiherr-vom-Stein-Schule untergebracht ist, sind gezählt

Ein Neubau ist billiger als eine Sanierung

Die Sanierung ist fünf Prozent teurer als ein Neubau.HEP

Koblenz. Es ist ein schönes, großes, idyllisch von Bäumen und einem kleinen Wäldchen eingerahmtes Gebäude: die Grundschule Freiherr-vom-Stein in der Steinstraße in Koblenz-Rauental. Jedoch sind die Tage der aus dem Ersten Weltkrieg stammenden Kaserne gezählt, denn der Koblenzer Stadtrat beschloss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig den Neubau der Grundschule. Der exakte Standort auf dem Schulgelände wird noch festgelegt. Der Neubau ist erforderlich, weil die Sanierungskosten des Gebäudes, seit 1933 sind hier Schulen untergebracht, mit mehr als vier Millionen Euro zu hoch sind. Die Grundschule ist seit 1993 eine Schwerpunktschule mit inklusivem Unterricht, der derzeit von 19 Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf besucht wird. Obwohl die Freiherr-vom-Stein-Schule somit als Schwerpunktschule mit dem inklusiven  Unterricht beauftragt ist, ist das Schulgebäude bisher nicht barrierefrei erschlossen. Zwar wurde das Erdgeschoss schulorganisatorisch so eingerichtet, dass körperlich beeinträchtigte Kinder dort beschult werden könnten, allerdings wären diese auf fremde Hilfe angewiesen, um ins oder aus dem Gebäude zu gelangen. Die Fach- und Funktionsräume für den Ganztagsschulbetrieb (Leseecke, Computerraum, Küche) in den Obergeschossen können zurzeit von körperlich beeinträchtigten Kindern nicht erreicht werden.  

Ferner ist die Grundschule seit dem Schuljahr 2002/2003 Ganztagsschule. Demnach müssen Mensa mit Speiseraum, Spielraum, Ruheraum vorgehalten werden. Derzeit erfolgt die Verpflegung in provisorisch eingerichteten Küchen (ehemalige, 25 Quadratmeter große Klassenräume) mit Esstisch im ersten Obergeschoss. Da im Gebäude der Freiherr-vom-Stein-Schule ein Aufzug fehlt, ist die Anlieferung der Mittagsverpflegung äußerst aufwendig.

Das Gebäude benötigt neben der brandschutz- und elektrotechnischen Ertüchtigung noch zahlreiche weitere Sanierungen: Erneuerung der Sanitäranlagen beziehungsweise  Neubau einer Toilette für Behinderte, Barrierefreiheit sowie  Räume für den Ganztagsschulbetrieb, ferner müssten Aufzug und ein Mensa-Anbau entstehen, das komplette Dach muss abgerissen und wegen Mängel in der Konstruktion neu aufgebaut werden. Es brachen bereits Teile des Dachgesimses ab, so dass die Stadtverwaltung aus Sicherheitsgründen den  Bereich unmittelbar am Gebäude einzäunen und absperren ließ.

Das alles würde mehr als vier Millionen Euro kosten, hat die Verwaltung ausrechnen lassen. Sie hat schon einige Millionen in Haushalten vorgesehen und bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) einen Förderantrag gestellt.  Die ADD gab der Stadt Koblenz den Auftrag zu prüfen, ob ein kompletter Neubau nicht wirtschaftlicher wäre. Besonders war nachzuweisen, dass die Sanierungskosten 80 Prozent der Kosten für einen Neubau nicht überschreiten. Die Untersuchung ergab, dass für einen kompletten Neubau lediglich 3,8 Millionen Euro notwendig sind. Deshalb fördert die ADD nur einen Schulneubau. Da auch der komplette Stadtrat einen Neubau beschloss, sind ein Nachtragshaushalt 2016 und die Anpassung des Haushaltsplans 2017 erforderlich, denn die Mittel für die Sanierung werden komplett gestrichen.

HEP

Weil bereits Teile des Dachgesimses abgebrochen sind, wurde der unmittelbare Bereich des Gebäudes aus Sicherheitsgründen mit einem Zaun abgesperrt.

Weil bereits Teile des Dachgesimses abgebrochen sind, wurde der unmittelbare Bereich des Gebäudes aus Sicherheitsgründen mit einem Zaun abgesperrt.

Die Sanierung ist fünf Prozent teurer als ein Neubau.Fotos: HEP

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