Stadtrat vergab den Prüfauftrag an die Verwaltung
Ein Quartiersmanagement für den Raiffeisenring
Neuwied. Einstimmig beauftragte der Stadtrat die Verwaltung, den Stellenbedarf und die Kosten für ein Quartiersmanagement (oder eine Koordinierungsstelle) im Heddesdorfer Raiffeisenring festzustellen. Dabei sollen alle möglichen Fördermittel in Betracht gezogen werden. Ebenso soll die Möglichkeit der Übertragung auf die im Gebiet bereits aktiven freien Träger geprüft werden. Einen Dämpfer erhielt die SPD Initiative lediglich hinsichtlich des Zeitplans. Die anderen Fraktionen gingen mit Oberbürgermeister Nikolaus Roth konform, dass die Prüfung bis Ende Januar unmöglich zu schaffen sei. „Das darf aber nicht dazu führen, dass dann in 2017 gar nichts mehr passiert, weil der Haushalt zwischenzeitlich verabschiedet ist“, mahnte SPD Fraktionschef Sven Lefkowitz an. Zuvor hatte er für den SPD Antrag geworben. „Die Erfahrungen mit dem Quartiersmanagement in der südöstlichen Innenstadt haben gezeigt, dass ein professionelles Quartiersmanagement hervorragende Ergebnisse bei der Aktivierung der Menschen im Gebiet erzielt“, so der Heddesdorfer. Neben der Aktivierung zählte er die Aufwertung der öffentlichen Grünflächen zu den Hauptaufgaben. „Hier sollte unter Federführung des Quartiersmanagements oder der Koordinationsstelle ein Grünflächenprojekt mit den Bürgerinnen und Bürgern entwickelt werden“, schlug Sven Lefkowitz vor.
Standortfrage
Einen Standort für das Quartiersmanagement hat er ebenfalls schon ausgeguckt. Die ehemalige Hausmeisterwohnung der Raiffeisenschule werde bereits für soziale Projekte genutzt und biete ideale Voraussetzungen für weitere Projekte. Zwar nannte der SPD Fraktionsvorsitzende das Quartiersmanagement in der südöstlichen Innenstadt als Vorbild. Allerdings sei die Sozialstruktur im qualitativ guten Wohngebiet Raiffeisenring breit gefächert. Anders als im Bereich des Förderprogramms soziale Stadt bestünde kein besonderer Entwicklungsbedarf oder die Notwendigkeit städtebaulicher Maßnahmen. „Schön, dass sie das erkannt haben, nachdem sie seit 2010 mit der Errichtung der sozialen Stadt im Raiffeisenring gescheitert sind“, antwortete Martin Hahn. Der CDU Fraktionsvorsitzende zeigte sich aufgeschlossen, für eine Verbesserung des Wohnumfelds. Ob dafür aber zusätzliche eine Stelle bei der Stadt Neuwied geschaffen werden muss, stellte er allerdings infrage. Die Verwaltung möge im Prüfauftrag dazu eine Alternative suchen. Karl-Josef Heinrichs (FWG) regte, an die Gemeindliche Siedlungsgesellschaft (GSG) mit ins Boot zu nehmen. Als größter Immobilienbesitzer spiele die städtische Tochter im Raiffeisenring eine besondere Rolle. Für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen begrüßte Inge Rockenfeller den SPD Antrag. In der südöstlichen Innenstadt habe man sehr gute Erfahrungen mit einer zentralen Anlaufstelle für die Bürger gemacht. Hier seien viele Kontakte, Verbindungen und Freundschaften entstanden sowie Projekte und Ideen entstanden. „Es ist wichtig, einen Zusammenhalt zu entwickeln“, so Inge Rockenfeller.
FF
Das Stadtteilbüro, nach dem Vorbild des in der Sozialen Stadt, könnte in der ehemaligen bereits karitativ genutzten Hausmeisterwohnung eingerichtet werden.
