Politik | 14.11.2016

Volkstrauertag am Ehrenmal in Mendig

Eine Feier für den Frieden

Gemeinsam gedachte man der vielen Toten der beiden Weltkriege und der heutigen Kriege

Die beiden Schülerinnen Elena Gras und Jana Kirsch (v.l.) von der Realschule Plus präsentierten die berührende Geschichte vom Weihnachten im Schützengraben Heiligabend 1914, als die Waffen für kurze Zeit schwiegen.

Mendig. Zahlreich hatten sich auch in diesem Jahr Mendigs Bürgerinnen und Bürger ums Ehrenmal versammelt. Die Gedenkfeier zum Volkstrauertag eröffnete Thomas Schneider, 1. Beigeordneter der Stadt Mendig, der die Flucht der über 65 Millionen Menschen heute mit den Bildern von Flüchtenden im Zuge des Zweiten Weltkriegs verglich. Viele dieser Menschen sind gestorben, damals wie heute.

Dass es auch anders gehen könnte, zeigten die beiden Schülerinnen Elena Gras und Jana Kirsch von der Realschule Plus mit der berührenden Geschichte vom Weihnachten im Schützengraben, als am Heiligabend 1914 die Waffen für kurze Zeit schwiegen und ein französischer Tenor „Stille Nacht“ zunächst in französischer, dann in deutscher Sprache anstimmte. Alle Soldaten auf beiden Seiten der Front kamen aus ihren Schützengräben, sangen mit oder schwiegen.

Leider ist die Abwesenheit von Krieg für uns heute nicht mehr selbstverständlich. So betonte Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel in seiner Ansprache: „Kriege und Konflikte in vielen Ländern der Welt, besonders aber in Syrien, Irak, Afghanistan, und religiöser Hass führen dazu, dass die Sicherheit der Menschen weltweit von Terror und Anschlägen bedroht wird.

Dazu kommt eine Verschiebung der politischen Gewichte in eine Richtung, die so manchem unseligen Ereignis vorangegangen ist. Die Morgenstunde von rechtsgerichtetem Demagogen scheint angebrochen, wenn wieder diffamiert, abgegrenzt und Intoleranz gepredigt wird. Ganz abgesehen von verbalen Ausreißern, die bis zur Forderung nach Schusswaffengebrauch zur Abwehr von Flüchtlingen gehen. Wenn es heute eine Botschaft zum Volkstrauertag gibt, dann diese: Nicht mit uns!“

„Rassismus und Unterdrückung die Stirn bieten“

Eine authentische Gedenkstunde, in der das Stadtoberhaupt dazu aufforderte, jedem Ansatz von Rassismus und Unterdrückung die Stirn zu bieten, damit dem „Ruf unserer Väter und Vorväter nach einem friedlichen Deutschland und einer friedlichen Welt Gehör verschafft wird.“

Gemeinsam wurde der vielen Tote beider Weltkriege und der Toten heutiger Kriege gedacht. Den musikalischen Rahmen gestalteten die Schützenkapelle Mendig unter der Leitung von Heinrich Hoffmann und der M.G.V. Mendig e.V. um Chorleiter Jürgen Rieser. Auch die Feuerwehr und andere Vereine waren an dieser nachdenklichen und schönen Feier beteiligt, dessen Höhepunkt die Kranzniederlegung am Ehrenmal durch Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel, Gerald Frank vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und Matthias Künster vom Reservistenverband Andernach-Mendig und VDK war. Eine würdige Feier, die mit dem Singen der Nationalhymne ihren Abschluss fand.

Den musikalischen Rahmen gestalteten unter anderem die Schützenkapelle Mendig unter der Leitung von Heinrich Hoffmann. Fotos: ET

Den musikalischen Rahmen gestalteten unter anderem die Schützenkapelle Mendig unter der Leitung von Heinrich Hoffmann. Fotos: ET

Thomas Schneider, 1. Beigeordneter der Stadt Mendig, eröffnete die Gedenkfeier.

Thomas Schneider, 1. Beigeordneter der Stadt Mendig, eröffnete die Gedenkfeier.

Nach der Kranzniederlegung gab es eine Gedenkminute. Mit im Bild (v.l ) Gerald Frank, Matthias Künster und Hans Peter Ammel.

Nach der Kranzniederlegung gab es eine Gedenkminute. Mit im Bild (v.l ) Gerald Frank, Matthias Künster und Hans Peter Ammel.

Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel erinnerte in seiner Ansprache an die zahlreichen Kriege und Konflikte in vielen Ländern der Welt und an die globale Bedrohung durch Terror und Anschläge.

Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel erinnerte in seiner Ansprache an die zahlreichen Kriege und Konflikte in vielen Ländern der Welt und an die globale Bedrohung durch Terror und Anschläge.

Die beiden Schülerinnen Elena Gras und Jana Kirsch (v.l.) von der Realschule Plus präsentierten die berührende Geschichte vom Weihnachten im Schützengraben Heiligabend 1914, als die Waffen für kurze Zeit schwiegen.

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