Politik | 08.11.2017

Leserbrief

Eine massive Leistungskürzung

Kritische Anmerkung zum Artikel zum neuen Müllkonzeptes des Kreises im Blick aktuell / Adenau, Ausgabe 44/17

Zunächst zur Überschrift: „ Restmüll … sechs Mal im Jahr kostenlos …“: Kostenlos ist da gar nichts, diese Wortwahl folgt leider direkt der euphemistischen Sprachregelung der Kreisverwaltung, seit sie am 1. April (!) ihr neues Müllkonzept der Öffentlichkeit vorstellte und es nun beständig schön redet. Richtig ist, dass mit der neuen Basisgebühr nur noch sechs Leerungen im Jahr bezahlt sind, d.h. die Leistung des AWB reduziert sich im Vergleich zu früher um drei Viertel. Um zu erkennen, wie sich diese massive Leistungskürzung in den Gebühren ausdrückt, ist Ihr Artikel leider auch nicht sehr erhellend. Sie geben die Basisgebühr für einen 2-Personenhaushalt mit 133,20 an. Wenn das wirklich so wäre, hätten wir in der Tat einen handfesten Skandal, denn die Basisgebühr für einen 2-Personenhaushalt beträgt bisher nur 115,20! Ich vermute bzw. hoffe, mit den 133,20 ist die Basisgebühr plus Biotonne gemeint. Wenn aber die Biotonne, wie Sie schreiben, künftig zwischen 9,36 und 13,80 pro Haushalt und Jahr kosten soll, wäre die echte Basisgebühr ab 2018 schon höher als bisher. Und zusätzlich: Die neue Basisgebühr enthält nur ein Viertel so viele Leerungen wie bisher. Dass unterm Strich das neue Müllkonzept für den Bürger deutlich mehr kostet als die vom Landrat prognostizierten 30 Prozent bei Fortführung des alten Konzeptes, kann man bei einem realistischen Preis-/Leistungsvergleich schon jetzt als gesichert annehmen. Energisch zu widersprechen ist auch der dort wiedergegebenen Feststellung des Landrats, der neue Abfuhr-Rhythmus sei ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll. Eine einfache Überlegung zeigt: Der Bürger soll sein Restabfallvolumen drastisch verringern, deshalb wird er ab der 7. Leerung extra zur Kasse gebeten. Der Kreis geht davon aus, dass man eigentlich nur 6 Leerungen braucht, es werden also viele versuchen, mit 6 Leerungen, theoretisch also alle 9 Wochen, auch auszukommen, wobei aber nicht festgelegt ist, in welchen Kalenderwochen diese Leerungen erfolgen müssen. Die Folge ist, dass alle 4 Wochen (der maximale Leerungszyklus) die Müllautos durch sämtliche Straßen des Kreises fahren und Ausschau halten, wer denn jetzt gerade seine graue Tonne rausgestellt hat. Das soll ökologisch und wirtschaftlich sein? Und dieser Punkt führt direkt zum Widerspruch der nächsten Behauptung, solche Konzepte seien schon seit Jahren in vielen Nachbarkreisen erfolgreich im Einsatz. Ja, aber wohl mit entscheidenden Unterschieden. Soweit mir bekannt wird z.B. im Kreis Mayen-Koblenz auch nur sechs Mal im Jahr Restmüll geleert, aber die Biotonne ist dort im Gegensatz zum AW-Kreis obligatorisch, was der Schummelei zahlreicher „Eigenkompostierer“ entgegentritt, die ihren Bioabfall bisher in der grauen Tonne entsorgen. Zudem haben die Bürger dort alle ein Müllgefäß der nächst größeren Kategorie erhalten. Und die Müllautos fahren auch tatsächlich nur sechs Mal im Jahr durch die Straßen! So könnte ein Schuh draus werden, aber nicht so, wie im Kreis AW. Ganz zu schweigen von dem Unding, dass sich erkrankte Bürger jetzt gegenüber der Verwaltung und ihren Nachbarn durch das Zurschaustellen der speziellen „Windeltonne“ als inkontinent outen müssen!

Michael Rennhack

Fuchshofen

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