Politik | 05.04.2019

Eine offensichtliche Rechtfertigungshilfe

Anmerkungen zum Interview des BLICK aktuell mit Dr. Wolfgang Wagner zur Schließung der Bergwerks Katzenberg

Gesamtbetriebsrat Rathscheck und dessen Beauftragte in der Schlichtungsstelle waren wie wohl auch die Öffentlichkeit der Meinung, dass mit der Einigung über den Sozialplan die monatelange öffentliche Diskussion beendet werden könne. Nun macht aber Dr. Wolfgang Wagner in einem Interview in Blick aktuell 14/2019 ein neues Fass auf, das zusätzlich mit neuen Halbwahrheiten, Halbwissen und Fehlinterpretationen gefüllt ist. Teile gleichen oder ähneln auch den Argumentationen der Geschäftsleitung, ebenso die Vorlage mit jetziger Veröffentlichung der Geologie-Schemen-Darstellung, obwohl in der Einigungsstelle Geheimhaltung vereinbart war.

Um Sachverhalte, auch Interviews, beurteilen zu können, ist zuweilen das Wissen um Hintergründe hilfreich. Wagner ist in den Angaben zu seiner Person nicht korrekt. Er war nicht Stellvertreter der Geschäftsleitung und er hatte auch nicht die Aufgabe einer „internationalen Programmentwicklung des Unternehmens“. Er verließ 2005/2006 in einvernehmlicher Trennung das Unternehmen. Einen anderen Geologen hat die neue Geschäftsleitung dann nicht mehr tätig werden lassen.

Nun hat er aber nach eigenen Angaben als Selbstständiger den Auftrag von Rathscheck erhalten, fachplanerische Arbeiten in Zusammenhang mit der Bergwerksschließung vorzunehmen. Er war nach eigenen Angaben im November 2018 einmal im Bergwerk Katzenberg und im Dezember 2018 auf Margareta. Die Aussagen zu Margareta sind bezüglich der Funktion als Reserve-Bergwerk nachweislich falsch und sollen wohl der Geschäftsleitung zur Rechtfertigungshilfe dienen, die aber an anderer Stelle schon daneben gegangen ist. Immerhin bestätigt er aber die ganze Wissenslinie der Bergmänner: Die Schieferqualität auf Sohle 11 sei nicht schlechter als in den Jahren zuvor; die Störungen nicht außergewöhnlich. Sie kämen in einem erwartbaren Umfang vor. Es läge auch keine Erschöpfung des Schiefervorkommens vor.

Sodann beschäftigt er sich mit Rentabilitäts- und Marktfragen, die als Geologe im Hause nie sein Thema gewesen sind und wirft auch frühere Fortschritts-Entscheidungen durcheinander. Z.B. begann die Zusammenarbeit mit spanischen Partnern so, dass Rohware importiert und die Formatgebungen in Mayen erfolgten. Dieser wirtschaftlich nicht sinnvolle Zustand ermöglichte aber eine schnelle Zusammenarbeit, bis die spanischen Partner das erlernt hatten und dann direkt Fertigware liefern konnten. Einen Zusammenhang zu Moselschiefer herzustellen ist absurd, und die Unterstellung einer „Mischproduktion und Mischkalkulation“ ist einerseits naiv, andererseits aber strafverdächtig.

Es lohnt nicht, auf weitere falsche Äußerungen einzugehen. Festzuhalten bleibt, dass Dr. Wagner ganz offensichtlich das Geschäftsmodell Rathscheck und Moselschiefer nicht verstanden hat. Bei seinen Aussagen zu Moselschiefer im Zusammenhang mit Qualitätsprüfungen hat Dr. Wagner sich eindeutig disqualifiziert. Da hat seine Ehefrau Dr. Friederike Kremb-Wagner, beratende Geologin, im Blick aktuell vom 04. September 2018 schon eine ganz andere, viel zutreffendere Analyse zur Schließung hingelegt. Aber da bestand ja noch kein Rathscheck-Auftrag für die Schließungsplanung.

Ewald A. Hoppen

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