Politik | 16.06.2023

CDU-Impulse digital

Energiewende benötigt realistische Umsetzungszeiträume

Westerwaldkreis. In der Bevölkerung ist eine große Verunsicherung durch die „Heizungspläne“ (GEG-Gesetz) der Bundesregierung entstanden. Offensichtlich hätten die im ländlichen Raum vorhandenen Rahmenbedingungen kaum eine Rolle gespielt, so die Meinung der Experten bei der Videokonferenz der CDU-Kreistagsfraktion in der Reihe „Impulse digital“. Die angedachten Lösungen seien im Westerwald überhaupt nur zum Teil umsetzbar. Allerdings ist durch die jüngsten Ankündigungen auch die Hoffnung entstanden, dass im Gesetzgebungsverfahren realistischere Planungs- und Umsetzungszeiträume festgelegt werden.

CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Stephan Krempel wies in seiner Einführung darauf hin, dass viele Menschen auch in unserer Region aufgrund des geplanten Gesetzes (GEG) der Bundesregierung ihre eigene Heizsituation überdenken. Die seit März diskutierten kurzfristigen Vorgaben der Bundesregierung sorgten aber für eine große Verunsicherung in der Bevölkerung. Die Hausbesitzer fürchteten die Kosten von teuren Umbauten und fragen sich, wie sie nun auf diese Planungen reagieren sollen.

Dirk Lichtenthäler, Obermeister der Heizungsinnung (Kescheid), Martin Kämpf von Gebr. Kämpf GmbH (Müschenbach) und Energieberater Thomas Runkel vom Büro Etgenium (Langenbach b. Kirburg) berichteten über einen großen Beratungsbedarf in der Bevölkerung. Die zur Verfügung stehenden Informationen und der ursprünglich angedachte Umsetzungszeitraum hätten eine seriöse Beratung schwierig gemacht. Oft seien von Hausbesitzern „Kurzschluss-Entscheidungen“ getroffen worden. Die Lieferzeiten für Ölkessel von einem Jahr seien hierfür ein deutliches Zeichen. Die Bundesregierung habe erreicht, dass viele Westerwälder aus Angst vor den Verboten noch schnell auf neue Gas- oder Ölkessel gesetzt hätten und damit eine Entscheidung für die nächsten 20 Jahre getroffen. Das sei völlig kontraproduktiv, die Bundesregierung habe in Sachen Energiewende das Gegenteil von dem verursacht, was man erreichen wollte.

Die Experten empfehlen dagegen differenzierte und sorgsam überlegte Lösungen. Während in Neubaugebieten die Wärmepumpen sowie Solartechnik gut umsetzbar seien, sollte bei Altbauten auch die Wärmedämmung in den Blick genommen werden. Hier könnten oft deutlich bessere Effekte zur Energieeinsparung erzielt werden. Gleichzeitig werde für die Hausbesitzer Zeit gewonnen, um technologieoffen eine gute Lösung zu finden.

Ortsbürgermeister Daniel Best (Eitelborn) hat in seinem Wohnhaus die verschiedenen Möglichkeiten der Energiegewinnung (u.a. Tiefenbohrung, Solardach) selbst vor vielen Jahren umgesetzt und konnte von guten Erfahrungen berichten. Er sieht jetzt Lösungsansätze tatsächlich bei der kommunalen Wärmeplanung, die im Klimapakt zwischen Kommunen und Land vereinbart ist. Hier könnten auch Realisierungsmöglichkeiten für die Nahwärme im ländlichen Raum geprüft werden. Allerdings seien diese sicher nicht in allen Gemeinden mit völlig unterschiedlichen Größen umsetzbar.

Empfehlung der Experten

Für Dirk Lichtenthäler liegt die Zukunft in einem Energiemix. Die Grundlast werde bei den fossilen Energieträgern verbleiben. Den Hausbesitzern sollte die Chance eröffnet werden, schrittweise Lösungen für die Energieeinsparung und die Umstellung auf andere Energieträger angehen zu können. Bei den Fernwärmenetzen wies er darauf hin, dass diese mit Organisations- und Personalaufwand verbunden seien, das könne nicht jede Gemeinde einzeln leisten. Außerdem spielten auch Ausfallsicherheit und Reservelösungen dabei eine wichtige Rolle, was den gesamten Komplex noch einmal verteuere.

Martin Kämpf empfahl aus seiner beruflichen Erfahrung ebenfalls, anstehende Entscheidungen nicht unter Druck zu treffen. Die Sensibilisierung der Bevölkerung für die Energiewende sei wichtig, jedoch müssten die gesetzlichen Vorhaben beim Zeitrahmen auch die Beratung und Umsetzung durch Fachbetriebe im Blick halten. Nur dann seien differenzierte Lösungen für die Hauseigentümer umsetzbar. Material und Personal müssten auch verfügbar sein, sonst würde die Politik nur unrealistische Wunschvorstellungen produzieren.

Thomas Runkel hofft, dass der ursprünglich vorgesehene kurzfristige Zeitrahmen nicht weiterverfolgt wird. Er sieht durchaus die Chance, dass in den nächsten Jahren umsetzbare Lösungen angeboten werden können. Mit den notwendigen staatlichen Fördermitteln und einer fachlichen Beratung seien die Verbraucher klug genug, auch ohne staatliche Verbotskultur zukunftsfähige Lösungen umzusetzen.

CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Stephan Krempel dankte den Experten für die sachlichen Informationen. Es sei zu hoffen, dass im Interesse der Bevölkerung „Druck und Eile“ aus dem Vorhaben der Bundesregierung herausgenommen werden. Zugleich sei deutlich geworden, dass in einer lebendigen Demokratie die zum Teil hitzigen Diskussionen sowie die Ratschläge von außen zum Ziel führen können. Die Regierungsfraktionen hätten den notwendigen Veränderungsdruck gespürt und deutliche Korrekturen an ihrem Vorhaben vorgenommen. Wer aus ideologischen Gründen kurzatmige Lösungen schlampig formuliere, könne damit sicher keinen Erfolg bei dem mündigen Bürger haben. Letztlich könne auch die Energiewende nur gemeinsam mit der Bevölkerung umgesetzt werden. Pressemitteilung der

CDU Westerwlad

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
Dienstleistungen
Innovatives rund um Andernach
Anlagenmechaniker
Rund ums Haus
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
Stellenanzeige
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Die ADAC RAVENOL 24h Nürburgring erfahren in diesem Jahr einen spektakulären Andrang.Foto: Gruppe C Photography
13

Transparenz statt Taktikspielchen: 24h-Reglement sorgt für Ausgleich

Hoher Aufwand für hohe Chancengleichheit

Nürburgring. Die ADAC RAVENOL 24h Nürburgring erfahren in diesem Jahr einen spektakulären Andrang. Nicht nur Fans aus der ganzen Welt wollen bei dem legendären Langstreckenrennen vor Ort sein, sondern auch immer mehr internationale Teams. Die hohe Nachfrage sorgt auch für eine große Herstellervielfalt: Mit Aston Martin, Audi, BMW, Ferrari, Ford, Lamborghini, McLaren, Mercedes-AMG und Porsche werden voraussichtlich neun verschiedene Marken alleine in der Top-Klasse SP9 vertreten sein.

Weiterlesen

Mit dem Tod des Schauspielers Mario Adorf trauert die Stadt um einen ihrer Ehrenbürger.
107

Oberbürgermeister Dirk Meid zum Tod des Schauspielers Mario Adorf

Die Stadt Mayen trauert um ihren Ehrenbürger Mario Adorf

Mayen. Mit seinem Tod verliert unsere Stadt eine der bedeutendsten Persönlichkeiten, die Mayen hervorgebracht hat. Mario Adorf, geboren 1930 in Zürich und aufgewachsen in Mayen, hat von hier aus seinen Weg in eine außergewöhnliche internationale Karriere als Schauspieler gefunden. Trotz seines weltweiten Erfolges ist er seiner Heimatstadt stets eng verbunden geblieben.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Daueranzeige
Imageanzeige
Wir helfen im Trauerfall
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Imageanzeige - Dauerauftrag
Rund ums Haus
Kleinanzeigen
Maschinenbediener, Staplerfahrer
Container Anzeige
Rund ums Haus
Ostergrußanzeige
Stellenanzeige Kita
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
  WÄRMEPUMPE ÖL/GASHEIZUNG
Wohnträume
Blütenfest