Politik | 12.10.2021

LEADER-Region Rhein-Eifel

Exkursion mit Projektbesichtigung im Wartburgkreis

Die Exkursionteilnehmer:innen mit dem LEADER-Projekt „E-Kutsche“ im Schlosspark ltenstein.Foto: Armin Seiwert

Am 09. und 10. September reisten sieben Vertreter:innen der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Rhein-Eifel nach Thüringen, um die Kooperation mit der Regionalen Aktionsgruppe (RAG) Wartburgregion fortzuführen. Bereits zum vierten Mal tauschten sich die LEADER Aktionsgruppen zu Themen der ländlichen Entwicklung aus, schauten sich gute Beispielprojekte an und hielten mögliche Kooperationsansätze für die nächste Förderperiode fest. Die Wartburgregion ist seit über 15 Jahren erfolgreich im EU-Förderprogramm LEADER dabei, während die Region Rhein-Eifel seit 6 Jahren LEADER-Region ist. In Thüringen umfassen LEADER-Gebietskulissen meist einen Landkreis, in Rheinland-Pfalz bestehen LEADER-Regionen gewöhnlich aus Kommunen mehrerer Landkreise.

Die Exkursion startete im Bad Liebensteiner Ortsteil Schweina. Unter dem Motto „Krone - Wachküssen“ setzt sich die Bürgerinitiative Krone Schweina e.V seit dem Jahr 2012 für den Erhalt und die Wiederbelebung des historischen Gebäudes des ehemaligen Gasthauses „Zur Krone“ am Marktplatz ein. Jeden Samstag treffen sich seither engagierte Bürger:innen zur Inwertsetzung des Fachwerkhauses. Im Gebäude soll ein Gemeinschaftsraum für vielfältige Nutzungsmöglichkeiten entstehen. Im Sommer können hier Bürgerstammtische, kleine Vereinsfeiern, Geburtstage, Vorträge und ähnliches stattfinden. Über das Förderprogramm LEADER wurde der Einbau von drei Fenstern an der Gebäuderückseite bezuschusst.

Die zweite Projektbesichtigung fand im Bad Liebensteiner Ortsteil Altenstein statt. Das Schloss und der Park Altenstein sind ein Außenstandort der Bundesgartenschau Erfurt. Nach einer Führung über das Gelände informierten sich die Teilnehmenden über das Projekt „E-Kutsche“, das einen Zuschuss über das LEADER-Programm erhalten hat. Trägerin des Vorhabens ist die Bad Liebenstein GmbH, die ihr Portfolio an Stadtführungen nun um eine nachhaltige Stadtrundfahrt mit der E-Kutsche erweitert hat. Der Akku hat eine Reichweite von 120 km und wird beim Bremsvorgang wieder geladen. Bis zu sieben Personen finden in der Kutsche Platz, die von einem Chauffeur durch das älteste Heilbad Thüringens gelenkt wird. Durch ein Verdeck und eine Sitzheizung sind auch Fahrten bei kühlerem Wetter möglich. Im Anschluss ging es für die LAG Rhein-Eifel abermals nach Treffurt. Bereits im Jahr 2019 besichtigten sie dort die historische Altstadt und das damals noch im Bau befindliche Gästehaus. Das zweigeschossiges Fachwerkgebäude aus dem Jahr 1601 wurde durch die Stadt Treffurt saniert und zu einem Hotel umgebaut. Entstanden sind 13 moderne und funktionale Gästezimmer, die barrierearm bzw. barrierefrei sind. Zudem ist das Hotel Bett & Bike zertifiziert. LEADER-Fördermittel flossen bei dem Umbau des historischen Gebäudes in die Finanzierung der Planungsleistungen und der Innenausstattung. Der Betrieb wird als Hotel Garni durch eine gemeinnützige GmbH (Inklusionsunternehmen) geführt, die viele Möglichkeiten in der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung bietet. Beim gemeinsamen Abendessen in Treffurts historischer Altstadt tauschten sich die Teilnehmer:innen über diverse Themen der ländlichen Entwicklung aus und vereinbarten, in der nun kommenden LEADER-Förderperiode die Kooperation zu verstetigen. Der Schwerpunkt der Kooperation soll im Themenfeld „Wissenstransfer“ liegen. Der zweite Exkursionstag startete in Berka/ Werra im „Freizeitcamp-Werra“. Inhaber Uwe Stoll bietet Tourist:innen und Kanuten einfache Übernachtungsmöglichkeiten direkt an der Werra. Auf der thüringischen Seite der Werra sind 56 Anlegestellen auf rund 200 km Flusslauf verteilt. Wehre, Querbauwerke und Hindernisse sind mit Umtragestellen versehen. Die bestehende Wasserwanderinfrastruktur muss in regelmäßigen Abständen instand gehalten, ausgebaut und an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst werden. An 16 Standorten im Wartburgkreis, zwischen Barchfeld und Lauchröden, fanden im vergangenen Jahr Baumaßnahmen statt. Finanziert wurden diese direkt durch den Freistaat Thüringen. Im Freizeitcamp tauschten sich die Teilnehmenden nicht nur zur Wasserwanderinfrastruktur aus, sondern auch intensiv zum Thema Hochwasserschutz, Starkregenereignisse und Umweltbelastung von Gewässern. Die zweite Projektbesichtigung an diesem Tag war die „Begegnungsstätte mit Hofkäserei und Ziegenhaltung“ auf dem Baueshof in Gerstungen. Familie Brand bewirtschaftet zurzeit rund 11 ha Weiden und Streuobstwiesen mit Schafen und Ziegen in kleinbäuerlicher Bio-Landwirtschaft. Die Produkte ihrer Hofkäserei verkaufen sie direkt ab Hof und auf Märkten in der Umgebung. Der Baueshof soll ein Lern- und Begegnungsort für alle Generationen werden. Familie Brand erhielt deshalb einen Zuschuss aus dem LEADER-Programm für die Gestaltung des Innenhofs ihres historischen und denkmalgeschützten Dreiseithofs, hier insbesondere für die Errichtung von Sitzgelegenheiten. Als letztes Projekt besichtigten die Teilnehmer:inenn die Bauarbeiten im Dorfgemeinschaftshaus Wünschensuhl. Die Stadt Berka/ Werra erhält einen Zuschuss aus dem LEADER-Programm für den Umbau des Dorfgemeinschaftshauses zu einem zukunftsfähigen, multifunktionalen Gebäude. Barrierefreiheit soll ein generationenübergreifendes Gemeindeleben aller Bürger ermöglichen und damit das Vereinsleben, aber auch das bürgerliche Engagement stärken.

Alle Beteiligten freuen sich auf die Fortführung der Kooperation und die Verstetigung im Rahmen der Neuaufstellung der ländlichen Entwicklungskonzepte und der Bewerbung der Regionen für die neue LEADER-Förderperiode.

Der LEADER-Ansatz zielt darauf ab, dass die Akteure aus der Rhein-Eifel (Verbandsgemeinden Adenau, Bad Breisig, Brohltal, Vordereifel und Stadt Mayen) ihre Region selbst gestalten. Dafür hat die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Rhein-Eifel Fördermittel von der EU und dem Land Rheinland-Pfalz erhalten, die sie an Projektträger weiterreichen kann. Dabei handelt es sich um Mittel, mit denen gezielt der ländliche Raum gestärkt werden soll. In sogenannten Förderaufrufen wird in der Regel zweimal jährlich eine bestimmte Fördersumme bereitgestellt.

Die Mitgliederstruktur der LAG Rhein-Eifel stellt eine ausgewogene und repräsentative Gruppierung von regionalen AkteurInnen aus unterschiedlichen kommunalen und sozio­ökonomischen Bereichen der Region Rhein-Eifel dar. Mitglieder sind unter anderem die Bürgermeister der Verbandsgemeinden Adenau, Bad Breisig, Brohltal, Vordereifel und der Stadt Mayen, Vertreter der Kammern, des Bauern- und Winzerverbands, der LandFrauen, der Jugendpflege, des Naturschutzes, der Senioren, der Wirtschaft und des Tourismus.

Die Exkursionteilnehmer:innen mit dem LEADER-Projekt „E-Kutsche“ im Schlosspark ltenstein.Foto: Armin Seiwert

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