Politik | 19.07.2022

Freie Wählergruppe (FWG) VG Vallendar e.V.

FWG sieht Handlungsbedarf für Starkregen und Hochwasserschutz

Feisternachtbach  Fotos: privat

VG Vallendar. Wegen des weltweiten Klimawandels und den damit verbundenen, lokalen Extremwetterereignissen, haben in den letzten Jahren Klimakatastrophen zugenommen. Weltweit wird eine Zunahme von Rekordniederschlägen beobachtet, ein Trend, der in direktem Zusammenhang mit der Erderwärmung steht. Die Naturkatastrophe in West und Mitteleuropa aus dem Jahre 2021, die in Deutschland rund 186 Todesopfer (davon allein 134 im Landkreis Ahrweiler) gefordert hat, zeigt eindrucksvoll, dass niemand auch nicht die Menschen hier in Vallendar vor den Folgen der Erderwärmung sicher ist. Die Freie Wählergruppe (FWG) VG Vallendar e.V. sieht innerhalb der Verbandsgemeinde Vallendar Handlungsbedarf. Je besser man gegen Starkregen und Hochwasserereignisse vorbereitet ist, desto geringer wird im Ernstfall ein Schaden ausfallen.

Am Sonntag, den 10. Juli 2022 haben sich die Mitglieder der FWG zu einer Vor-Ort-Besichtigung der Gewässer 3. Ordnung im Hillscheider Bachtal getroffen. Alle Bäche und insbesondere der Stausee haben über die Jahre immer mehr Material abgelagert, so dass diese an Leistungsfähigkeit verloren haben. Um dem entgegenzuwirken, ist eine fachgerechte Erhaltung und Pflege des Gewässerbettes nach dem Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) sicherzustellen. Das Gewässerbett muss regelmäßig und zusätzlich nach Extremereignissen von Totholz, Feststoffen und Geschiebe befreit werden, damit im Bereich von Durchlässen oder Brücken keine Verklausungen entstehen, was meist damit einhergeht, dass ein Bach sein Gewässerbett verlässt und über die Ufer tritt. So können auch durch gewässerbedingte Sturzfluten verursachte Schäden vermieden werden. Die FWG hat sich mehrfach für die Renaturierung von Fließgewässern eingesetzt und angeregt, den Stausee im Feisternachtbachtal wieder als Regenrückhaltebecken mit naturnaher Gestaltung auszubauen. Mit verhältnismäßig geringen Baukosten wäre ein vergrößerter Stauraum herzustellen, der große Mengen anfallendes Niederschlagwasser zwischenspeichern und zeitverzögert wieder abgeben kann.

Zur Entlastung der Entwässerungssysteme im Siedlungsbereich bieten sich aus Sicht der FWG mehrere Maßnahmen an, wie z. B. Entsiegelungsmaßnahmen durch Rasengittersteine und wasserdurchlässige Pflasterbeläge sowie Rückhalt von Niederschlagswasser durch Versickerungsanlagen (z. B. Mulden Rigolen), Regenrückhaltebecken, Stauraumkanäle, Regentonnen oder Rückhaltemulden.

Es existieren eine Vielzahl von Themen, die in einem Hochwasser Vorsorgekonzept zusammen gefasst werden müssen, bei dem alle Maßnahmen in einem Maßnahmenplan dargestellt und nach Prioritäten geordnet werden müssen. „Für die konkrete Umsetzung müssen dann Machbarkeitsstudien und Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen durchgeführt werden sowie vorhandene Fördermöglichkeiten eruiert werden.“ erklärt Wilfried Münz, 1. Vorsitzender der FWG.

Insgesamt war die Besichtigung sehr aufschlussreich und die FWG ist sich einig: „Es gibt viel zu tun, packen wir’s an“.

Pressemitteilung

Freie Wählergruppe (FWG) VG Vallendar e.V.

Stausee im Feisternachttal.

Stausee im Feisternachttal.

Feisternachtbach Fotos: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Titelanzeige
Anzeigenauftrag #PR111825-2026-0009#
Dillemarkt 2. Anzeige
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0399#
Empfohlene Artikel
Flaschen, Plastikverpackungen, Einweggeschirr: Am Ufer des Sees türmt sich gerade nach Wochenenden der Müll.  Foto: Gabi Becker
873

Mit großer Besorgnis beobachte ich die zunehmende Verschmutzung am Laacher See. Besonders nach den Wochenenden bleiben nach Partys häufig Flaschen, Plastikverpackungen, Einweggeschirr und anderer Müll am Ufer, entlang der Wege und sogar mitten im Wald zurück. Dieses rücksichtslose und antisoziale Verhalten schadet der Natur und der Tierwelt gleichermaßen und beeinträchtigt die Erholung aller Besucherinnen und Besucher.

Weiterlesen

Weitere Artikel
schmusen mit Pflegemama
1502

Mayen. Sultan kam bereits im Februar 2026 in unser Tierheim, nachdem er in Mendig umherstreunte und sich niemand für den stattlichen weißen Kater verantwortlich fühlte. Damals war Sultan unkastriert, nicht gekennzeichnet und hatte eine schlimme Augenentzündung, die auf seine nicht behandelten Rolllider zurückzuführen war.

Von Tierschutzverein Mayen U.U. e.V. Frau Sybill Limba aus Mayen

Weiterlesen

Die Ahr in Bad Neuenahr am Morgen nach der Flut.  Foto: ROB
815

Fünf Jahre sind vergangen, seitdem in der Ahrflut 135 Menschen im Alter von 4 Monaten bis 97 Jahren ums Leben kamen. Über 700 Personen wurden verletzt. Gar nicht zu reden von den Schicksalen und Tragödien, die bis heute auf die Ahrflut zurückzuführen sind (z. B. Suizide, über die keiner berichtet).

Weiterlesen

Die Ramersbacher Straße in Ahrweiler.  Foto: ROB
1370

Auch an weiteren Stellen wird intensiv an der Infrastruktur gearbeitet

07.07.: Wiederaufbau in Ahrweiler: Ramersbacher Straße wird für ein Jahr gesperrt

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Noch bis Ende Juli ist die Verbindung zwischen der St.-Pius-Straße und der Eifelstraße im Stadtteil Bachem vollständig für den Verkehr gesperrt. Dort werden derzeit die Anschlussarbeiten der neuen Bachemer Brücke an die angrenzenden Straßen durchgeführt. Gleichzeitig wird der Kreuzungsbereich umgestaltet, um die künftige Verkehrsführung zu verbessern und die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Weiterlesen