Politik | 27.04.2021

SPD-Fraktion Rheinbach stellt Forderung:

Flächendeckender Ausbau ohne „weiße Flecken“

Rheinbach. Der TÜV-Rheinland hat im Auftrag der Stadt Rheinbach die Breitbandinfrastruktur untersucht sowie Aussagen darüber getroffen, wie die Breitbandversorgung für alle Haushalte und Gewerbebetriebe sichergestellt werden kann. Privathaushalte fragen aktuell nach Bandbreiten von 100 bis 250 Mbit/s, zukünftig wohl bis zu 500 Mbit/s. Größere Unternehmen benötigen Bandbreiten im Gigabit-Bereich.

Um den zukünftigen Anforderungen gerecht werden zu können, ist eine zukunftsweisende und leistungsfähige Breitband-Infrastruktur auch in Rheinbach notwendig. Das ist ein harter Standortfaktor, der die Ansiedlung bzw. den Verbleib von Unternehmen und Privathaushalten maßgeblich beeinflusst. Der Haupt- und Finanzausschuss hat in seiner Sitzung am 19.04.2021 über das vom TÜV Rheinland vorgelegte Gutachten beraten.

Im Stadtgebiet Rheinbach verfügen über 95% der Haushalte über einen Anschluss, der eine Download-Geschwindigkeit von mehr als 30 Mbit/s ermöglichen würde. In den Rand- und Außenbereichen sind über 75% aller Haushalte mit mehr als 30 Mbit/s abgedeckt. Etwa 51,4% aller Adressen sind mit gigabitfähigen Kabel- oder Glasfaseranschlüssen versorgt. Allerdings werden derzeit lediglich ca. 2,1% der Anschlüsse als zukunftsfähige Glasfaseranschlüsse bedient. Bei einer Versorgung auf diesem Niveau sind aktuell keine Fördermittel für Rheinbach und die Ortschaften zu erwarten, die gibt es nur für ca. 300 Haushalte, die über gar keine Breitbandanbindung verfügen. Erwartungsgemäß empfiehlt der TÜV Rheinland Glasfaser-Anschlüsse (FTTH-Technologie) als zukunftsweisend zu priorisieren. Ihre technische Leistungsfähigkeit ermöglicht es, die Grundlage für ein 5G-Mobilnetz zu schaffen. Die Investitionskosten sind allerdings hoch. Sie betragen für Rheinbach ca. 40,4 Millionen Euro, wenn alle Haushalte mit FFTH-Technologie versorgt werden sollen. Diese Kosten sind von dem Netzbetreiber zu investieren. Das wird er nur tun, wenn mindestens 40% der in Frage kommenden Haushalte einen Anschluss buchen.

Die SPD Rheinbach unterstützt die Gigabit-Strategie, die im Ausschuss vorgestellt wurde, will aber sichergestellt wissen, dass flächendeckend alle Haushalte in den nächsten vier Jahren eine Anbindung von mindestens 100 Mbit/s im Download erhalten. Also auch die, die heute über keinen ausreichenden Breitbandanschluss verfügen. Erfahrungsgemäß sind 100 Mbit/s für die Arbeit im „Home Office“ ausreichend. „Damit die digitale Versorgung den zukünftig steigenden Bedürfnissen gerecht werden, würden wir den Focus für die heute unterversorgten Haushalte am liebsten auf den Mobilfunk-Ausbau mit 5G legen. Dabei haben wir auch die Gewerbetreibenden im Blick, die Zugänge benötigen, die auch zu Spitzenzeiten ein gutes Arbeiten mit hoher Bandbreite möglich machen,“, erläutert SPD-Ratsherr Dr. Georg Wilmers die SPD-Position. „Dazu sind Glasfaser-Anschlüsse für die Antennen nötig, bei denen ein vom Gutachter vorgeschlagenes ergänzendes Backbone im Gebiet von Rheinbach, Swisttal und Meckenheim sinnvoll und sehr hilfreich wäre.“ Die Stadtverwaltung wird jetzt Gespräche mit potenziellen Netzbetreibern führen und die Bürgerinnen und Bürger über die Voraussetzungen für den möglichen Netzausbau informieren. Je mehr Menschen einen FTTH-Anschluss buchen, desto eher wird der Ausbau möglich werden. „Wir müssen bei der technischen Entwicklung kontinuierlich „am Ball“ bleiben. Die Chance, eine durchgängige Breitbandversorgung für Rheinbach zu erreichen und auch den Randgebieten der Stadt einen wirklich schnellen Internet-Anschluss zu verschaffen, dürfen wir nicht verstreichen lassen“, meint SPD-Ratsherr Jürgen Lüdemann abschließend.

Pressemitteilung der

SPD-Fraktion Rheinbach

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