Politik | 09.03.2023

Gesprächsrunde „Impulse digital“ der CDU-Kreistagsfraktion im Westerwald

Gemeinsam die Herausforderungen bei Flüchtlingen annehmen

Westerwaldkreis. Nur in einer gemeinsamen Anstrengung von Kommunalverwaltungen, Hilfsorganisationen und Ehrenamtlern können die Herausforderungen durch die Flüchtlinge im Westerwaldkreis bewältigt werden. Mehr Unterstützung wird von Bund und Land erwartet. Dies wurde in der Gesprächsrunde „Impulse digital“ der CDU-Kreistagsfraktion deutlich.

CDU-Europaabgeordneter Ralf Seekatz, aus Brüssel zugeschaltet, machte deutlich, dass die Europäische Union ihren Kurs bei der Flüchtlingspolitik deutlich verschärft. Aufgrund der steigenden illegalen Grenzübertritte und der oft fehlenden Kooperation von Drittstaaten in Bezug auf die Rücknahme von Asylbewerben deren Asylantrag abgelehnt wurde, müsse schneller gehandelt werden. Druck auf unkooperative Herkunftsländer wollen die EU-Staaten über eine verschärfte Visa-Politik, die Handelspolitik und die Entwicklungshilfe machen. Die deutsche Innenministerin Nancy Faeser (SPD) lehne dies leider ab, so Seekatz. Erstmals werden mit EU-Mitteln an einigen Außengrenzen Wachtürme errichtet und Videoüberwachungen installiert. Der Grenzschutz solle insgesamt verstärkt werden, so Seekatz.

Gewaltige Anstrengungen durch die Kommunalverwaltungen

Bürgermeister Markus Hof und Abteilungsleiter Martin Ortseifen berichteten über die aktuelle Lage in der Verbandsgemeinde Westerburg. Es gäbe zwei große Probleme, zum einen die Sorge, genügend Wohnungen zu bekommen und zum anderen sei man personell so ziemlich am Ende. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden deutlich mehr leisten als dauerhaft möglich wäre. Gut sei allerdings, das sei dem Kreis anzurechnen, dass alle Kosten für die Wohnungen übernommen würden.

Nach Angaben der Ersten Kreisbeigeordneten Gabi Wieland erfolgten 558 Zuweisungen an Asylbewerbern von Seiten des Landes im Jahr 2022. Ferner mussten ca. 2.000 Ukraineflüchtlinge im Westerwaldkreis untergebracht und betreut werden. Zwischenzeitlich habe sich die Zahl der Ukraineflüchtlinge auf ca. 1.500 Personen eingependelt, hier erfolgten auch immer wieder Weg- und Zuzüge. Bei den Asylbewerbern gehen die Landesministerien für 2023 von Steigerungen aus. Wieland betont, dass der Westerwaldkreis mit den Verbandsgemeinden weiter auf dezentrale Unterbringung setzt. Turnhallen sollen möglichst nicht belegt werden.

Alexandra Marzi, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Wirges, machte deutlich, dass die Kommunalverwaltungen bereits seit 2015 „als unterste Ebene“ mit den zusätzlichen Anforderungen bei der Wohnraumbeschaffung sowie der Betreuung der Asylbewerber und später der Ukraineflüchtlinge befasst seien. Die Verbandsgemeindeverwaltungen seien in vielen Fällen erste Anlaufstellen. Ehrenamtliche Kräfte seien immer schwieriger zu finden.

Ehren- und Hauptamt leisten unverzichtbare Unterstützung

Über positive Erfahrungen berichtete die Ehrenamtlerin Ursula Kingen aus Steinefrenz. In der Verbandsgemeinde Wallmerod wurden für die Ortsgemeinden ehrenamtliche Ansprechpartner/innen benannt. In dieser Funktion unterstütze sie die Flüchtlinge in Alltagsfragen und bei Behördenangelegenheiten. Anspornende Erfahrungen habe sie mit einer afghanischen Familie gemacht, die zwischenzeitlich sehr gut im heimischen Arbeitsmarkt integriert sei.

Alexander Böhler vom Diakonischen Werk sieht haupt- und ehrenamtliche Kräfte vor großen Herausforderungen. Trotz Personalaufstockungen werden Grenzen der Belastbarkeit deutlich erkennbar. Die Wohnraumbeschaffung gestalte sich immer schwieriger. Ungewohnt für die Flüchtlinge und Asylbewerber sei vor allem „der ungeheure Papierkram“. Hier bemühe man sich gemeinsam mit den Verantwortlichen in den Verwaltungen um handhabbare Lösungen.

Vor allem im Bereich der Ukraineflüchtlinge engagiert sich „Wäller helfen“ mit dem Vorsitzenden Björn Flick. Einer Vielzahl von Menschen konnte bei der Wohnungsvermittlung geholfen werden. In Zusammenarbeit mit der Stadt Hachenburg sei dort ein „Bürgerbüro“ mit Sprechstunden eingerichtet worden, dass vor allem bei sprachlichen und behördlichen Problemen Unterstützung anbietet. Auch Flick hält die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Verwaltungen und Ehrenamt zur Hilfeleistung für unverzichtbar.

In der Gesprächsrunde angesprochen wurden auch neue Ideen bei der Wohnraumbeschaffung. Es sei zu prüfen, ob zusätzlicher Wohnraum in durch nur mit einer Person bewohnten Häusern zur Verfügung gestellt werden kann. In Einzelfällen haben Verbandsgemeinden dies auch mit einer „Wohnraumtrennung“ umsetzen können.

Die Bad Marienberger CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Susanne Massow, die beruflich in einer Kommunalverwaltung Leiterin der Stabsstelle Integration und Sozialplanung ist, hält es für notwendig die Bürokratie im Umgang mit Flüchtlingen und Asylbewerbern zu vereinfachen. Gegebenenfalls müssten auch Strukturen verändert werden. Sie zeigt sich davon überzeugt, dass Zuwanderung auch Früchte tragen kann.

Gesprächsmoderator und CDU-Kreistagsmitglied Karl-Heinz Boll dankte allen Gesprächsteilnehmern für das offene und konstruktive Gesprächsklima. „Nur gemeinsam und in vertrauensvoller Zusammenarbeit zwischen Ehren- und Hauptamt können wir die Herausforderungen bewältigen.“

Pressemitteilung

CDU-Kreistagsfraktion

Westerwald

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
Rund um´s Haus
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag 2025
Rund ums Haus
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
Osterangebot
Ostergrußanzeige
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Empfohlene Artikel
Petra Schneider. Foto: privat
27

Kreis Ahrweiler. Am 23. April 2026 ist es wieder so weit: Der bundesweite Girls‘ Day/Boys‘ Day bietet jungen Menschen die Gelegenheit, spannende Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu erhalten. Auch die CDU-Landtagsfraktion beteiligt sich erneut an diesem Aktionstag und lädt Schülerinnen und Schüler ein, einen Blick hinter die Kulissen der Landespolitik zu werfen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
27

Im Bereich der Ahrtalbahn könnte es nachts etwas lauter werden:

Ab 15.04.: Schleifzüge fahren auf der Ahrstrecke

Kreis Ahrweiler. Seit Dezember 2025 fahren die Züge wieder vollständig auf der gesamten Ahrstrecke zwischen Remagen und Ahrbrück. Seit März 2026 sind beide verkehrenden Linien rein elektrisch und damit umweltfreundlicher unterwegs. Damit die neuen Schienen nun noch einen „letzten Schliff“ erhalten können, wird nachts ein Schleifzug unterwegs sein. Dies betrifft die folgenden Zeiträume und Abschnitte:

Weiterlesen

5

Ausbau der Ladeinfrastruktur am Rathaus

Neuer Schub für die Elektromobilität

Meckenheim. Das regionale Energieunternehmen e-regio erweitert die Ladeinfrastruktur in Meckenheim und schafft am Rathausparkplatz zusätzliche Möglichkeiten zum komfortablen Laden von Elektrofahrzeugen. Aufgrund der hohen Nutzung der bestehenden Ladesäule werden derzeit zwei neue AC-Ladesäulen mit insgesamt vier Ladepunkten installiert. Die neuen Ladepunkte sind so angeordnet, dass sie von jeweils zwei Parkbuchten optimal erreichbar sind.

Weiterlesen

6

Allgemeine Berichte

Ortsübliche Bekanntmachung

Sinzig. Ortsübliche Bekanntmachung über die öffentliche Bekanntgabe der Bestimmung und Abmarkung von Flurstücksgrenzen in der Gemeinde _Sinzig_______ In der Gemarkung __Bodendorf______, Flur __13__, Flurstücke __124/1, 133______ wurden die Flurstücksgrenzen aus Anlass einer Liegenschaftsvermessung auf Antrag bestimmt und abgemarkt. Über diese Maßnahmen wurde am _17.3.2026_ eine Grenzniederschrift angefertigt.

Weiterlesen

Monatliche Anzeige
Essen auf Rädern
Kreishandwerkerschaft
Innovatives rund um Andernach
Koblenz blüht 2026
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Maschinenbediener, Staplerfahrer
Hasenhoppeln & Heimatshoppen
Tag der offenen Tür
First Friday Anzeige März
SB Standesamt
Unterstützeranzeige
Stellenanzeige Personalreferent/in
Stellenanzeige Kita