Rheinbacher Verkehrsausschusses beschäftigte sich mit Lärmschutz
Geplante Lärmschutzwand an der Autobahn nicht lang genug
Verkehrsführung an der „Heeg“ in Rheinbach festgeschrieben
Rheinbach/Wormersdorf. „Endlich kommt Bewegung in die Sache“, freute sich Klaus Beer (CDU) darüber, dass der Landesbetrieb Straßenbau NRW Anfang des Jahres beschlossen habe, eine Lärmschutzwand in Höhe von Wormersdorf entlang der Autobahn 61 zu bauen. Ganz zufrieden ist er aber nicht mit der vorgestellten Lösung, denn für seine Begriffe sei die Lärmschutzwand schlicht und einfach zu kurz. Das erklärte er in der jüngsten Sitzung des Rheinbacher Verkehrsausschusses. Geplant ist die Lärmschutzwand derzeit vom Überführungsbauwerk über die Kreisstraße 62 bis etwa kurz vor der gedachten Verlängerung der Straße „Pelmig“. „Man sollte da keine halben Sachen machen und die Wand um 250 Meter in Richtung Rheinbach sowie um 100 Meter in Richtung Ersdorf verlängern“, wünschte sich Beer. Schließlich müsse man das künftige Baugebiet „Pelmig“, das allerdings erst in der Vorplanung ist, vor dem Autobahnlärm schützen. Ortsvorsteher Günter Zavelberg (CDU) sah das ebenso: „Ohne Lärmschutz gibt es dort kein Baugebiet.“ Nur Dr. Nils Lenke (Grüne) vertrat die Ansicht: „Besser wäre es, dort gar kein Baugebiet auszuweisen, denn auch mit einer Lärmschutzwand herrscht da keine Stille.“ Bürgermeister Stefan Raetz warnte ebenfalls davor, „nichts Unmögliches zu verlangen, was im schlimmsten Fall dazu führen könnte, dass am Ende gar nichts kommt.“
Probleme für den Obstbau befürchtet
Obwohl die laut Plan vier Meter hohen Lärmschutzwände, die Ende 2015 errichtet werden sollen, von der großen Mehrheit der Wormersdorfer schon seit Menschengedenken angesichts von rund 70.000 Fahrzeugen pro Tag herbeigesehnt wird, können sich einige mit dem Projekt nicht recht anfreunden. Vor allem einige Obstbauern aus den umliegenden Ortschaften. Sie befürchten nämlich, dass durch den Schatten der Wand das Obst weniger Licht bekommen würde und deshalb Schaden leiden könnte, was wiederum wirtschaftlich zu ihrem Nachteil wäre. Deshalb wurde mittlerweile vom Landesbetrieb Straßenbau NRW ein Gutachten in Auftrag gegeben, das klären soll, welche Auswirkungen die Lärmschutzwand auf den heimischen Obstbau haben könnte. Dabei soll unter anderem auch ein möglicher Minderertrag anhand von Vergleichsdaten berechnet und schadensmindernde Alternativen benannt werden. Indes fürchtet man in Wormersdorf, dass durch dieses Gutachten die Lärmschutzwand insgesamt infrage gestellt werden könnte. Doch Ute Krupp (SPD) versuchte zu beruhigen: „Äpfel und Kirschen sind bestimmt nicht wichtiger als der Lärmschutz der Menschen.“
Probephase wird zur Dauerlösung
Der Ausschuss beschloss außerdem, die zunächst für eine Probephase von drei Monaten eingeführte Änderung der Verkehrsführung im Bereich „Heeg“ und angrenzender Straßen festzuschreiben. Demnach wird die Straße „Römerkanal“ zwischen Gräbbach-Brücke und Gymnasiumstraße endgültig zur Einbahnstraße. Zwischen Gräbbachweg und „Neue Heeg“ wird in östlicher Richtung alternierendes Parken auf der Straße „Heeg“ eingerichtet, und die Straße „Kleine Heeg“ wird ab der Einmündung „Eulenbach“ für Lastwagen über 7,5 Tonnen - mit Ausnahme des Anliegerverkehrs - gesperrt. Die getroffenen Maßnahmen hätten sich als sehr effektiv erwiesen, der Verkehr in dem betroffenen Gebiet habe, laut Bürgermeister Stefan Raetz, teilweise deutlich abgenommen. Allerdings gab Peter Hövel (CDU) zu: „Eine Menge Bürger haben zwar Nachteile, weil sie nun Umwege in Kauf nehmen müssen, aber wir finden einfach keine bessere Lösungsmöglichkeit für diese Situation.“ Zumal sich CDU-Fraktionssprecher Bernd Beißel deutlich „für klare Regelungen“ aussprach, denn alles andere schaffe nur neue Probleme und Gefahrenpotenziale.
SPD für unechte Einbahnstraße
Gegen die Festschreibung der Verkehrsführung sprach sich die SPD aus, die es lieber gesehen hätte, wenn die Einbahnregelung der Straße „Römerkanal“ in eine „unechte Einbahnstraße“ umgewandelt worden wäre, bei der das Einfahrverbot von der Gymnasiumstraße aus bestehen bleiben sollte, aber zwischen der Einmündung der Ramershovener Straße und dem Gräbbachweg der „Römerkanal“ in beiden Richtungen befahren werden dürfte.
