Politik | 17.11.2020

Corona im Kreis Ahrweiler: zunehmende Ausbreitung in der Fläche - alle acht Kommunen betroffen

Gesundheitsamt legt zweiten Sachstandsbericht zum Infektionsgeschehen vor

Kreis Ahrweiler. Die aktuell hochdynamische Ausbreitung des Corona-Virus führt dazu, dass das öffentliche Leben im Kreis Ahrweiler drastisch beeinträchtigt ist. Die mit dem Virus verbundenen Auswirkungen stellen nicht nur die Bürgerinnen und Bürger, sondern auch die Kreisverwaltung vor enorme Herausforderungen. Dies macht eine aktuelle Zwischenbilanz des Gesundheitsamts im Kreis- und Umweltausschuss mehr als deutlich.

Seit Mitte Oktober sind die Fallzahlen von infizierten Personen im Kreis sprunghaft angestiegen. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche an. Überschreitet dieser Wert die Zahl 50, sind nach dem Corona-Warn- und Aktionsplan des Landes Rheinland-Pfalz Einschränkungen des öffentlichen Lebens möglich. Im Kreis Ahrweiler wurde der Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen erstmals am 24. Oktober überschritten. Der Inzidenzwert lag seinerzeit bei 53. Seither befindet sich der K r eis in der Alarmstufe rot. Der Inzidenzwert liegt aktuell bei 153 (Stand 9.11.2020).

In diesem Zusammenhang tagte am 24. Oktober die regionale TaskForce unter Leitung des Präsidenten des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV), Detlef Placzek, um über Maßnahmen zur Eindämmung des Virus im Kreis zu beraten. Im Ergebnis wurden am 25. Oktober kontaktreduzierende Maßnahmen mit den Beteiligten erörtert und im Rahmen einer Allgemeinverfügung zum 26. Oktober in Kraft gesetzt. Da zwischenzeitlich die 12. Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes in Kraft getreten ist, wurde eine Änderung beziehungsweise Anpassung dieser Verfügung erforderlich. Darüber hinaus wurden die geltenden Maßnahmen bis Ende November verlängert. Die Maßnahmen zielen auf eine systematische flächendeckende Reduzierung der Kontakte, um die Ansteckungsgefahr zu senken.

Die Anzahl der aktiven Corona-Fälle im Kreis liegt aktuell bei 420 (Stand 9.11.2020). Acht Personen sind bi s her an den Folgen einer Infektion mit dem Corona-Virus verstorben (Stand 9.11.2020).

Bei Personen mit festgestellter Infektion sowie bei engen Kontaktpersonen wurde und wird eine Quarantäne über mindestens 14 Tage durch die Kreisordnungsbehörde erlassen. Bis heute war dies insgesamt 3700-mal der Fall. Die Infektionen betreffen alle Altersgruppen. Ein 21 Tage alter Säugling ist bislang der jüngste Infizierte, die älteste betroffene Person ist 104 Jahre alt. Die Gruppe der 19- bis 49-Jährigen (50 Prozent) ist besonders häufig von Infektionen betroffen, gefolgt von der Altersgruppe zwischen 50 und 65 Jahren (23 Prozent) und den über 65-Jährigen (15 Prozent). In der Summe infizieren sich mehr Männer (55 Prozent) als Frauen (45 Prozent).

Bisher wurden rund 20.000 Abstriche durch das Gesundheitsamt vorgenommen. Hinzu kommen die Abstriche durch die niedergelassenen Ärzte, Krankenhäuser und die Corona-Ambulanz in Grafschaft-Gelsdorf. Hier werden neben rund 25 bis 30 Tests pro Woche auch Untersuchungen und Behandlung e n durch niedergelassene Ärzte durchgeführt. Seit ihrer Eröffnung Mitte April wurden bislang mehr als 300 Patienten untersucht und behandelt sowie weitere 1400 Abstriche, beispielsweise bei Erntehelfern und ambulanten Pflegediensten, durchgeführt. Aufgrund der dynamisch steigenden Fallzahlen muss der Betrieb der Corona-Ambulanz als zentrale Anlaufstelle des Kreises bedarfsangepasst aufrechterhalten werden, vor allem auch in Hinblick auf eine bevorstehende Schutzimpfung.

Bei fast der Hälfte aller Testungen handelt es sich um freiwillige Screenings (42 Prozent), die dazu geführt haben, dass in 34 Fällen Infektionsketten frühzeitig unterbrochen werden konnten.

Das Gesundheitsamt konnte bislang die Infektionsketten nahezu vollständig ermitteln und durch Quarantäneanordnungen die Weiterverbreitung des Virus einschränken. „Aufgrund des zunehmend diffusen und hochdynamischen Infektionsgeschehens wird die Verfolgung der Infektionsketten zunehmend umfangreicher und s chwieriger“, heben Landrat Dr. Jürgen Pföhler und Dr. Stefan Voss, Leiter des Gesundheitsamts, hervor.

„Das wichtigste Instrument zur Eindämmung einer Pandemie ist die Nachverfolgung der Kontakte eines Infizierten, um Infektionsketten wirksam zu unterbrechen“, betont Siglinde Hornbach-Beckers, Leiterin des Fachbereichs für Jugend, Soziales und Gesundheit. Es bleibt abzuwarten, ob dies auch tatsächlich weiterhin erreicht werden kann oder ob gegebenenfalls noch weitere einschränkende Maßnahmen erforderlich sind.

Pressemitteilung des

Kreis Ahrweiler

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Boomerang : Es ist doch mittlerweile allgemein bekannt das in Koblenz nichts wichtiger ist als Radwege, am besten in Autobahnbreite.

Neulich als Einzige(r)

von Gregor Schürer

  • Werner Bergmann: "Gut gebrüllt Löwe"
  • Ein CDU-Mitglied aus Koblenz: Herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Wahl! Ich wünsche Ihnen viel Kraft für diese neue Herausforderung! Sie haben uns heute auf dem CDU-Kreistag mit Ihrem „Feuer in den Augen“ voll überzeugt!
DA bis auf Widerruf
Aushilfe gesucht
Image Anzeige
Fahrer für Schülerverkehr
Currywurst&verkaufsoffener Sonntag
Integrationskraft
Schwerdonnestag Koblenz
Werbeplan 2026
Empfohlene Artikel

Neuwied. Zu Beginn seiner zweiten Amtszeit hatte Neuwieds Oberbürgermeister Jan Einig angekündigt, den einzelnen Stadtteilen mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Nun stellt die Stadt die Zusammenarbeit mit ihren Ortsbeiräten neu auf. Ziel ist es, die Anliegen der Ortsteile noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken und den Austausch zwischen Stadtverwaltung und Ortsvorstehern direkter und wirksamer zu gestalten.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Waldorf. Eine ausverkaufte Halle, beste Laune und ein Programm, das keine Wünsche offenließ: Die diesjährige Fastelovendssitzung in Waldorf wurde zu einem echten Höhepunkt der närrischen Session. Unter der bewährten Moderation von Arnold Mehren und Lara Brenner erlebten die Besucherinnen und Besucher einen Abend voller Tanz, Wortwitz und überraschender Momente.

Weiterlesen

Imageanzeige
Dauerauftrag 2026
Anzeigenauftrag #PR111825-2026-0003#
Kostenfreie Anzeige Helene Theis
Umbau Vulkan Brauerei
Umbau Vulkan Brauerei
Umbau Vulkanbrauerei Mendig
Dauerauftrag 2026
Angebotsanzeige (Januar)
Stellenanzeige Kauffrau/Kaufmann für Büromanagement
Daueranzeige 2026
Stellenanzeige Ingenieur/in
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, Januar 2026
3+1 Aktion
Bestell-Nr.: 0012231059
Imageanzeige (Januar)
Geschäftspartner für Versandhandel