-Leserbrief-
Gleichbehandlung beim 60plus Bus erbeten
Seit Nov2016 gibt es den 60plus Bus als Projekt des Seniorenbeirates, eine gute Sache, gäbe es da nicht eine Einschränkung. Verwendet wird der Kleinbus des Jugendbahnhofs Remagen. Das entscheidende Manko, welches große Teile der älteren Bürgerinnen und Bürger ausschließt: Der Bus besitzt keine Einstiegshilfen für die nicht mehr so rüstige Senioren. Gerade die sind aber in besonderer Weise auf solche Angebote angewiesen. Nun kann man in der Startphase sicherlich Verständnis dafür haben, dass erst mal die Umsetzung erprobt und erste Erfahrungen gesammelt werden. Benötigt werden regelmäßig Fahrer, die telefonische Bestellung muss sich einspielen und so manches unerwartete Problem ist zu lösen. - Nur jetzt gibt es dieses Angebot mehr als ein halbes Jahr und da wäre es langsam schön, wenn nicht mehr die Senioren von dem Fahrangebot ausgeschlossen werden, die eigentlich in besonderer Weise auf solch ein Angebot angewiesen sind. Was machen die Einstiegshilfen? - Mich erinnert dieser Vorgang an die Rampe am Rathaus. Da wird etwas gemacht, eine Rampe, die viel zu steil ist, um genutzt werden zu können, und man hört dann mit den Aktivitäten auf halber Strecke auf. Leider typisch für Remagen, wo man sich mit solchen Teillösungen zufrieden gibt. Jetzt in den Sommerferien, wenn der Busverkehr weiter eingeschränkt wird, weil die Beförderung der Schüler wegfällt, wird ein Angebot wie der 60plus Bus besonders wichtig. Kein Wunder, dass inzwischen die Bitten gehbehinderter Senioren an meine Person stark zugenommen haben, ob ich nicht eine Pressemitteilung für sie schreiben könnte, um dieses Thema aufzugreifen. Ich wäre ja schließlich der einzige, der immer wieder den Finger in die Wunde „fehlende Barrierefreiheit Remagen“ lege würde. Nachdem man sich offensichtlich mit dem StatusQuo eines Seniorenbuses ohne Einstiegshilfen zufrieden gibt, stellt sich die Frage, sind Einstiegshilfen wirklich zu teuer, um hier eine Lösung gerade für gehbehinderte Senioren zu finden? „Aktion Mensch“ aber auch zahlreiche Stiftungen bietet z.B. ein Spektrum an Fördermöglichkeiten und das kleinste Problem wäre sicherlich der Aufkleber von „Aktion Mensch“ (oder ähnliches), dass dieses Projekt gefördert wurde. Ob nun ein umgebauter neuer Bus oder ein gebrauchter Bus mit Rampe besorgt wird, ob dieser in Ergänzung oder als Ersatz des Busses vom Jugendbahnhof organisiert wird, es gibt viele Lösungen. Schön wäre, wenn zumindest eine mal angepackt und umgesetzt würde, damit nicht länger ausgerechnet die behinderten Senioren ausgeschlossen werden, für die das Angebot 60plus Bus am wertvollsten wäre, die dann auch mal die Möglichkeit bekommen, wie jeder andere auch seine persönlichen Dinge zu erledigen. Dr. Peter Wyborny
Remagen
