FDP Westerwald fordert:
Gründung von Medizin-Campus in Koblenz
Mit Schwerpunkt Pflege, Gynäkologie und Geburtshilfe
Kreis Westerwald. Auf Einladung des FDP Kreisverbandes Westerwald konnte mit dem arbeits- und sozialpolitischen Sprecher der FDP Bundestagsfraktion, Johannes Vogel, ein Austausch mit Vertretern von medizinischen Berufen geführt werden. Unter anderem begleitete die Vorsitzende vom Hebammen-Landesverband Rheinland-Pfalz e.V., Ingrid Mollnar, der ehemalige Nuklearmediziner des BWZK und des Kemperhofes aus Koblenz, Prof. Dr. med. Helmut Wieler sowie der Fach- Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger, sowie Medizinstudent, Martin Haan den Dialog.
Thematischer Aufhänger des Gespräches war der Wunsch der Liberalen Informationen zu den aktuellen Arbeitsverhältnissen in der Medizin zu erfahren. Die Teilnehmer diskutierten sachlich und konstruktiv, sodass Johannes Vogel einige Hausaufgaben mit nach Berlin nehmen konnte.
Eine zentrale Kritik von den Teilnehmern richtete sich auch an der Landespolitik; „Durch lediglich ein Reagieren und statt einem durchdachten Agieren in der Krankenhauspolitik, wird eine langfristige und am Patienten ausgerichtete medizinische Krankenhausversorgung in Gefahr gebracht“ so Prof. Wieler. Frau Mollnar ergänzte hierzu „Allein in den letzten 10 Jahren sind von 19 von 49 Geburtskliniken geschlossen worden. Eine fatale Entwicklung für eine schnelle und gezielte medizinische Versorgung nach einer Geburt. Gleichzeitig wächst der Bedarf an fachkundigen und umfassenden Betreuungsaktivitäten vor und nach der Geburt, sowohl für das Kind, als auch für die Mutter.“ Martin Haan berichtete aus seinen Erfahrungen als Fach-Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger, der neben dieser beruflichen Tätigkeit auch ein Medizinstudium an der Universität in Mainz aufgenommen hat. „Pflegeberufen hilft es nicht, wenn wie vor ca. einem Jahr geklatscht wird, unstrittig benötigen wir in Zukunft deutlich mehr Pflegende, da der Beruf immer anspruchsvoller wird und könnte eine gesellschaftliche Aufwertung, zum Beispiel durch einen Bachelor- Abschluss sehr gut vertragen.“ Dem schloss sich auch Frau Molnar an „in Rheinland-Pfalz werden pro Jahr 40 Hebammen-Studienplätze vergeben, dies reicht aber nicht für die Stillung des flächendeckenden Bedarfs.“
Gute Arbeitsbedingungen und eine hohe Qualifikation sind Voraussetzung
Die Botschaft der Anregungen von dem praxiserfahrenen Mediziner war somit schnell klar: Wenn es um die Gesundheit geht, braucht es nicht nur gute Arbeitsbedingungen, sondern vor allem auch eine hohe Qualifikation- immerhin geht es um nicht weniger als ein Menschenleben.
Dennis Sturm, Mitglied im Kreisvorstand der FDP Westerwald und Direktkandidat für die Bundestagswahl, verwies hierzu auf das bestehende Konzeptpapier von Dr. Klaus Kohlhaas (Internist aus Gebhardshain), Jens Schwietring (Leiter ADAC Flugrettung Rheinland-Pfalz und Prof. Helmut Wieler (aus dem Sichtwinkel klinischer Ärzte),. „Statt immer nur gegen etwas zu sein oder auf fertige Landtagswahlkonzepte zu verweisen, liefern die Freien Demokraten aus dem Norden eine gute Diskussionsgrundlage, insbesondere zum Aufbau einer medizinischen Fakultät in Koblenz.“ Die Teilnehmer konnten sich im gemeinsamen Austausch sehr schnell darüber einig werden, dass sowohl das regionale Umfeld von Unternehmen (Debeka- Deutschlands größter Krankenversicherer, CompuGroup Medical Deutschland AG, Europas führender Software-Anbieter im Medizin-Sektor,), aber auch der Medizinstandort generell mit dem BWZK, dem Gemeinschaftsklinikum Koblenz usw. eine hervorragende Infrastruktur für eine Ausbildungsstätte von Pflegern, Hebammen und anderen Berufen darstellen könnte. „Bildung ist immer der Schlüssel zu einem besseren Vorankommen, als Bundespolitiker kann ich eine solche Initiative nur begrüßen“ so Vogel. Im Übrigen würde ein medizinischer Campus in Koblenz nicht nur effektiv gegen regionale Cluster im schwierigen Personalmarkt helfen, mittelfristig könnte damit auch effektiv die Facharztversorgung sichergestellt werden. „Medizinstudienplätze gibt es aktuell in Rheinland-Pfalz nur in Mainz, viele meiner Kommilitonen bleiben dann einfach im dortigen Umland- das würde der Region in Koblenz ebenfalls gutstehen“.
„Als Westerwälder FDP möchten wir klar machen, dass wir diese Idee als absolut relevant aufnehmen und zukünftig weiter forcieren werden.“, so der stv. Kreisvorsitzende Dennis Sturm.
Pressemitteilung der
FDP Westerwald
